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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE. — Sterblichkeitslisten. 487 
tem 93. Lebensjahre leben noch 4 Personen, von denen 3 im nächsten und 1 im 
darauf folgenden Jahre sterben. Das Mittel der von jeder noch zu durchlebenden 
Jahre oder die mittlere Lebensdauer des 93jährigen ist daher —y=0,75 
Jahre. Nach zurückgelegtem 92. Lebensjahre leben noch 11 Personen, von de 
nen 7 im nächsten, 3 im darauf folgenden und 1 im letzten Jahre sterben. Das 
Mittel der von jeder derselben noch durchlebten Jahre oder die mittlere Le 
bensdauer für den 92jährigen wird daher sein 
11+4+1 1 
11 
— 2 = 0,95 Jahre u. s. f. 
Die mittlere Lebensdauer wird sonach für jedes Lebensalter x dadurch gefun 
den, dass man die von diesem Lebensalter x ab bis zum höchsten Alter der Sterb 
lichkeitsliste Lebenden addirt, die Summe mit der Zahl der Lebenden bei x 
dividirt und den Quotienten um % vermindert. In dieser Weise ist die mittlere 
Lebensdauer für jedes Alter in obigen Sterblichkeitslisten berechnet worden. 
Die Kenntniss der mittleren Lebensdauer eines Volks sowohl für die Zeit 
der Geburt, als auch für jede folgende Altersstufe ist ein höchst wichtiges 
Hülfsmittel für viele anthropologische und volkswirthschaftliche Untersuchun 
gen und Vergleichungen. Dieselbe kann aber nur gefunden werden auf Grund 
einer mit Genauigkeit construirten Sterblichkeitsliste, und es ist daher eine 
der wichtigsten Aufgaben der Statistik, obiges Problem zur Gewinnung sol 
cher Listen zu lösen. Die Versuche, die mittlere Lebensdauer für die Zeit der 
Geburt aus andern Verhältnisszahlen, namentlich aus den Geburts- und Sterb 
lichkeitsziffern eines Landes, oder aus dem arithmetischen Mittel beider Zif 
fern, oder aus dem Durchschnittsalter der Lebenden und Gestorbenen abzu 
leiten oder damit zu identificiren, führen zu unrichtigen Resultaten. Alle diese 
Verhältnisse können sich je nach dem Geburtsverhältniss und der Frequenz 
der verschiedenen Altersclassen ändern, ohne dass die Sterblichkeit die ge 
ringste Aenderung erfährt und eben so umgekehrt. Gleichwohl haben sich • 
manche Statistiker dieser Irrthümer und Verwechselungen schuldig gemacht. 
Wenn daher von der mittleren Lebensdauer einer Bevölkerung oder eines ge 
wissen Berufstandes die Rede ist, so hat man zu berücksichtigen, ob die An 
gabe sich auf eine gehörig construirte Sterblichkeitsliste gründet, ehe man 
derselben Glauben schenkt. Ist von der mittleren Lebensdauer eines Beruf 
standes die Rede, so muss ausserdem, da die Ausübung des Berufs nicht mit 
der Geburt beginnt, angegeben sein, auf welches Anfangsalter sich die mittlere 
Lebensdauer bezieht. 
Die mittlere I.ebensdauer für die Zeit der Geburt ist nach den bes 
seren der dermalen vorhandenen, wenn auch noch nicht ganz zuverlässigen 
Sterblichkeitslisten folgende : 
männl. Oeschl. 
Belgien 1856 (Quetelet) . . . 37,42 Jahre 
Niederlande 18*%, (v. Baumhauer) 35,44 
Frankreich 18'%, (Demonferrand) 39,29 
England 1841 (Farr) 40,19 - 
weibl. Oeschl. 
38.95 Jahre 
38,20 - 
40.95 - 
42,18 - 
Stadt Carlisle 17'%, (Milne) . . 38,72 Jahre 
Schweden 1/*%, (M argentin-Price) 33,20 Jahre 35,70 Jahre 
Die mittlere Lebensdauer des Menschen in der neueren Zeit schwankt 
hiernach für das männliche Geschlecht zwischen 35 und 40 Jahren, für das 
weibliche zwischen 38 und 42 Jahren ; in den früheren Zeiten, namentlich vor 
Einführung der Kuhpockenimpfung, scheint sie ein Paar Jahre kürzer gewe 
sen zu sein, doch lässt sich für diese Annahme aus Mangel genauer Nach 
weise über die damalige Sterblichkeit ein stricter Beweis nicht beibringen. 
Zur Erläuterung sei hier noch bemerkt, dass einige Statistiker, wie Diete- 
rici und Wappaeus, unter mittlerer Lebensdauer das Durchschnittsalter 
der Gestorbenen in einem Lande verstanden und für unsere mittlere Lebens 
dauer den Namen »Vitalität« eingeführt wissen wollen. Es widerstreitet dies 
jedoch einem fast hundertjährigen Sprachgebrauche. Zur Vermeidung von 
Missverständnissen möge man daher bei diesem durch die Natur der Sache 
gerechtfertigten Sprachgebrauche stehen bleiben. Eben so bezeichnet »Durch-
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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