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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE. — Sterblichkeitslisten. 491 
Durchschnittsalter der Lebenden. EineVerbesserung bei den neueren Volks 
zählungen besteht darin, dass von jedem Individuum nach seiner oder seiner 
Angehörigen Angabe das Alter, in dem es sich befindet, verzeichnet wird. Es 
hat sich zwar gezeigt, dass diese Angaben nicht mit hinreichender Genauig 
keit erfolgen und dass namentlich die runden Alterszahlen eine eigenthümliche 
Anziehungskraft ausüben, so dass die Alter von 20, 25, 30 etc. Jahren in der 
Regel viel reicher besetzt erscheinen, als die anstossenden Alter von 19, 26, 
29, 31 etc. Jahren. Ist es daher auch nicht möglich gewesen, eine von Alters 
stufe zu Altersstufe fortschreitende Bevölkerungsliste, welche man als völlig 
richtig hätte ansehen können, aufzustellen, so ergab doch die Beobachtung, 
dass jene Unrichtigkeiten gewisse mässige Grenzen nicht überschreiten und 
dass es wenigstens möglich ist, nach diesen Erhebungen Altersclassen von 
5 zu 5 Jahren und selbst für kürzere Zeitabschnitte mit annähernder Richtig 
keit zu bilden. *) Aus solchen Tabellen hat man das Durchschnittsalter, wa 
ches der lebenden Bevölkerung eigen ist, abgeleitet. Man hat dazu nur nöthig, 
die Summe der Alter aller Lebenden einer Bevölkerung mit der Bevölkerungs 
zahl zu dividiren. Es betrug dieses Durchschnittsalter der Lebenden nach 
"VVappaeus (Bd. 11. S. 76) für 
Frankreich (1851) 
Belgien (1846). . 
Kirchenstaat (1853) 
Dänemark (1845). 
Holland (1849) . 
Schleswig (1815) . 
Schweden (1850) . 
Norwegen (1855). 
31,06 Jahre Sardinien (1838) . . 
28,63 - Grossbritanien (1851) 
28,16 - Holstein (1845) . . . 
27,85 - Irland (1841) . . . . 
27,76 - die Vereinigten Staaten 
27,74 - (1850) . . . . . 
27,66 - Untercanada (1852) . . 
27,53 - Obercanada (1852) . . 
27.22 Jahre 
26,56 - 
26,52 - 
25,32 - 
23,10 - 
21,86 - 
21.23 - 
Für das Königreich Sachsen (1852) berechnet Engel das Durchschnitts 
alter der Lebenden auf 27,25 Jahre und für l’reussen schlägt er es nach appro 
ximativer Schätzung auf 27,50 Jahre an. 
Zwischen obigen Ländern findet eine höchst frappante Verschiedenheit 
statt. Die Differenz der beiden Extreme von Frankreich, welches das höchste 
Durchschnittsalter von 31,06 Jahren aufweist, und Obercanada, dessen Be 
völkerung nur ein Durchschnittsalter von 21,23 Jahren hat, beträgt fast 
10 Jahre, das ist fast ein Drittel des Satzes für die erstere und fast die 
Hälfte des Satzes für die letztere Bevölkerung. Diese Verschiedenheit be 
ruht in der Verschiedenheit der Frequenz der einzelnen Altersclassen und 
letztere ist hauptsächlich wiederum eine Folge der Verschiedenheit des Ge 
burtsverhältnisses. In Ländern, wie die amerikanischen, mit starker Repro 
duction sind die jüngeren Alter verhältnissmässig viel zahlreicher besetzt, als 
in Ländern mit schwacher Reproduction, wie Frankreich, wodurch sich na 
türlich für jene das Durchschnittsalter der Bevölkerung niedriger als für diese 
stellen muss. Es vertheilt sich in obigen Ländern die Bevölkerung auf die 
verschiedenen Altersclassen in folgender Weise. Von 10,000 Lebenden kom 
men nach Wappaeus (Bd. II. N. 44 und 45) in den verschiedenen nachverzeich- 
neten Ländern auf die 
*) Das nächste Ziel muss aber doch die Herstellung von Listen nach den 
einzelnen Jahren sein, wie v. Hermann deren im 9. Hefte der »Beiträge 
zur Statistik von Bayern« aufzustellen begonnen hat, wodurch eine Klar 
heit erzielt wird, die bei dem Zusammenlassen der Altersgenossen von je 
5 oder gar 10 Jahren durchaus fehlt. Zur Erlangung richtigerer Resultate 
dürfte es nicht wenig beitragen, wenn bei den Volkszählungen die Trage ge 
stellt würde : »in welchem Jahre und Monate ist jede Person geboren?« statt: 
»wie viel Jahre zählt dieselbe?« Dadurch würde schon die wesentliche Ver 
schiedenheit beseitigt, dass die Einen das angetretene, die Anderen das be 
reits zurückgelegte Jahr angeben. Allerdings bedarf es daneben möglichst 
genauer Ein- und Auswanderungs-, ganz besonders aber — genauer Sterb 
listen. Kolb.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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