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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

496 
ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE. — Sterblichkeit. 
So leicht, wie es hienach scheint, lässt sich indess das w a lire 
Verhältniss keineswegs ermitteln. Bei allen derartigen Berechnungen 
ist das ununterbrochene Ab- und Zuströmen der fremden Bevölkerung 
ausser Ansatz gelassen. Durch klinische Anstalten und auf andere Weise 
werden Schwangere von auswärts nach den Hauptorten gezogen. Hin 
wieder verbringt man häufig die Neugebornen (also in der Zeit der 
grössten Sterblichkeit) nach dem Lande. Die höheren Schulen sowol, 
als die Gelegenheit des leichteren Verdienstes, ziehen dann wieder nach 
der Stadt. Die gleiche Strömung wird durch Spitäler bewirkt, sowie 
auch wohlhabende Provinzialbewohner sich gerne nach Beendigung eines 
thätigen Lebens hier niederlassen. *) Wie sich ein Unterschied zwischen 
den von Reichen und den von Armen bewohnten Quartieren einer 
und derselben Stadt herausstellt, werden wir unten erwähnen. Hier sei 
nur kurz berührt, wie viel durch Herstellung guter Lüftung und Reini 
gung geschehen kann. **) 
Unterschied nach Geschlechtern. Die Naturgesetze über Geburt so 
wol, als über Sterblichkeit, zeigen sich keineswegs gleich für beide Ge 
schlechter. Sie ergeben Verschiedenheit vom ersten Augenblicke bis zum 
Ende des Lebens. (Vergleiche die Tabellen S. 482 folg.) Die vorhan 
denen Ziffern schwanken zwar im Einzelnen, stimmen aber alle in fol 
genden drei Punkten überein : 1) Es werden mehr Knaben als Mäd 
chen geboren; 2) dennoch ist die weibliche Bevölkerung im Ganzen 
die zahlreichere ; 3) diese scheinbare Anomalie erklärt sich durch die 
notorisch grössere Sterblichkeit beim männlichen Geschlechte, besonders 
im ersten Lebensalter. 
1) Es werden mehr Knaben als Mädchen geboren. Nach den vorlie 
genden Geburtslisten kamen je auf lOÜO Knaben; 
in England (1859) . 95G Mädchen 
- Frankreich (1858) 952 
- Oesterreich (1858) 940 
in Preussen (1809] . . . 945 Mädchen 
- Sardinien 1828—37) . 951 
im Kant. Zürich 1850—52) 953 
Wappäus, der die Ergebnisse in 15 Ländern je während einer 
Anzahl Jahre zusammenstellte, fand, dass im Durchschn. auf 100 Mäd 
chen 106,31 Knabengeburten kamen. Die Schwankungen waren in den 
einzelnen Ländern sehr gering: Maximum 107,18 in Hannover, Mini 
mum 105,22 in Sardinien. Nahm man blos die Lebendgeborenen in 
Rechnung, so stellte sich das Mittel auf 105,83. Bei den Todtgeborenen 
dagegen ergab sich, dass auf 100 todte Mädchen 140,33 Knaben 
trafen ! ***) 
*) Bei der Zählung von 1851 fand man zu London unter 1’394,903 Men 
schen über 20 Jahren, 749,853 ausserhalb der Hauptstadt Geborene. Nach einer 
Notiz sollen unter den 1’151,978 Einw. von Paris (vor der Stadterweiterung 
nicht mehr als 09,424 eingeborne Pariser gewesen sein, also blos 1 auf 10,59 ! 
**) Visedunt Ebrington hob auf dem statistischen Congresse zu Paris hervor, 
dass Lamheth-Square in London, früher ein Hauptherd der Cholera, des Typhus 
und der Fieber, ungeachtet seiner tiefen Lage, jetzt eine geringere Sterblichkeit 
hat, als die hoch gelegene Hampstead-road, wo man, gerade der gesunden Lage 
wegen, die hygieinischen Verbe^sserungen meinte unterlassen zu dürfen. 
***) Yqjj allen bisherigen Erklärungsversuchen hat sich auch nicht einer 
stichhaltig bewiesen. Am meisten plausibel schien das s. g. Sadler-Ilofacker’- 
sche Gesetz zu sein, wonach das relative Alter des Vaters oder der Mutter in der 
Art bestimmend sein sollte, dass inEhen, in denen der Gatte mehr Jahre zähle.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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