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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

508 ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE. — Sterblichkeit nach Gewerben. 
bedarf überhaupt Erhebungen in ganzen Ländern, um zu sichern Re 
sultaten zu gelangen. Auch ist dabei sehr zu beachten, dass einzelnen 
Gewerben vorzugsweise kräftige, anderen (z. B. den Schneidern) vor 
zugsweise schwächliche Knaben zugewendet werden.*) — In England 
hat man die kürzeste Lebensdauer bei den Stahlarbeitern, bes. bei den 
Trockenschleifern in Sheffield ermittelt. Die zweite Stelle nehmen die 
41,4, Brauer 34,3 , Buchdrucker 48,3, Fischer 47,2, Gärtner 48,4, Gerber 47, 
Kaufleute 47,2, Kürschner 38,2, Maler 45,2, Maurer 47, Metallgiesser 42,ß, 
Schifl'er 41,5, Schlächter 43,5, Schmiede41,8, Schneider 4ß,G, Schriftsetzer 34,8, 
Schuhmacher 49, Steindrucker 33, Tischler 44,7, Zimmerleute 4ß Jahre. 
*) Wenn man die Sterblisten der s. g. »gelehrten Stände« mit jenen der 
Handwerker u. s. f. vergleicht, darf nicht ausser Acht bleiben, dass die Letz 
ten meistens schon mit 15 Jahren ihren Gewerben zugerechnet werden, die Er 
sten erst nach der Anstellung, wenn sie schon gegen 30 Jahre alt sind. Studen 
ten der Theologie oder Medicin erscheinen in den Todtenlisten noch nicht als 
»Geistliche« oder »Aerzte.« Dieses Verhältniss lässt den Unterschied im mitt 
leren Alter der Gestorbenen grösser erscheinen als er ist. — Wir fügen übri 
gens die Hauptresultate bei, zu denen Escherich gelangte: »Alle gelehrten 
Stände haben im Durchschnitte eine kürzere I.ebensdauer als die un- 
unterschiedene gleichzeitig lebende männliche Bevölkerung in Bayern. Diese 
allgemeinsteWanrnehmung muss eine ebenso allgemeine Ursache haben. Die phy 
sischen Existenzbedingungen, die psychischen Einflüsse können nicht bei allen 
Ständen solche Lebensgefährdungen bringen. Die geringstbesoldeten, die Schul 
lehrer, haben im Durchschnitte aller 0 Stände eine günstigere Lebenshoffnung, 
die kathol. und protest. Geistlichen mit den festesten Stützen von Seiten der 
Psyche für ihre Lebenshoffnung, die Forstleute bei der gesundesten Lebens 
weise in freier Luft können doch nicht concurrirán in ihrer I.ebensdauer mit der 
un unterschieden männlichen Bevölkerung. Es muss allen Ständen gemein 
schaftlich noch etwas ankleben, was diese Gunst der physischen und psychi 
schen Unterstützungsmittel in seiner Rückwirkung auf die Lebensdauer üoer 
bietet, und was der ununterschiedenen männlichen Bevölkerung nicht an ge 
hört. Es kann dieses Gemeinschaftliche nur im Vorbereitungsmodus ver- 
muthet werden. Beweis dafür auch die Thatsache, dass beim Eintritte in den 
Stand die Abweichung in der relativen Sterblichkeit zwischen den Angestellten 
und Nichtangestellten am grössten, nach dem 05. Altersjahre hingegen die 
Sterblichkeit bei den Angestellten langsamer ist.« — Die Forstbeamten 
haben unter den 0 Ständen die langsamste Sterblichkeit und zwar in allen Al- 
tersclassen. — Die protest. Geistlichen zählen die meisten Greise, haben 
aber im Alter von 50—00 Jahren eine erhöhte Sterblichkeit. — Die Schul 
lehrer stehen den prot. Geistlichen am nächsten. — Die Justizbeamten 
haben zwischen dem 00. und 70. Altersjahre eine erhöhte Sterblichkeit. — Die 
kathol. Geistlichen haben besonders im Alter von 45—05 Jahren ebenfalls 
eine solche. — Die Aerzte haben unter allen Classen die grösste Sterblich 
keit, am allermeisten im frühesten Alter; % unterliegen schon vor dem 50. 
Jahre, und ‘®/,, vor dem 00! 
Bei Vergleichungen dürften die Verhältnisszahlen sehr zu beachten sein, 
nach welchen die verschiedenen Gewerbe 1852—54 in Sachsen brauchbare und 
unbrauchbare Militärpflichtige geliefert haben siehe Engel’s Mittheilungen des 
statistischen Büreau’s). Die Fischer hatten z. B 42,80% Untüchtige, die Stein 
metzen 40,39, Brauer 52,97, Zimmerleute 52,28, Maurer 54,87 , Tischler 09,91, 
landwirthschaftliche Knechte und Taglöhner 02,37 , Bergleute 07,41 , Hütten 
arbeiter 61,23, Schuhmacher 70,51, Schneider 79,94, Weber 72,77, Spinner aller 
Art 79,07 , Schriftsetzer, Buchdrucker 85,00, Lithographen 85,19, Uhrmacher 
88,23, Lehrer 87,38, Gymnasiasten 88,00, Apotheker 92,54. Im Ganzen waren 
tüchtig minder tüchtig unbrauchbar 
aus den Städten 19,73% 9,31 % 70,90% 
- - Dörfern 20,58 8,17 05,20
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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