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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

530 
• Anhangs. Zur Philosophie der Statistik. 
Jahre (75 Todesfälle auf 528 Individuen). Da die Statistik diese That- 
sache constatirte, war es mit der Setifcolonisirung sofort zu Ende. 
Man hat früher allgemein an ein unbedingtes «Acclimatisiren» der 
Einwanderer in entfernte Länder geglaubt, wonach der menschliche 
Körper sich allmählig an jedes fremde Clima gewöhne. Man hat in 
Folge dessen die nach weit entlegenen Colonien gesendeten Truppen 
körper möglichst wenig abgelöst, im festen Glauben, dass die Sterblich 
keit um so geringer werde, je länger ein Corps in der nemlichen Zone 
verweile. Die Statistik hat die Grundlage dieser ganzen Acclimatisi- 
rungstheorie erschüttert, indem sie nach wies, dass der menschliche Kör 
per um so gewisser zu Grunde geht, je länger er einem schädlichen Ein 
flüsse des Climas ausgesetzt ist. So kam die englische Armeeverwaltung 
dahin, im Gegensätze zu früher das Princip anzunehmen, dass kein 
Truppencorps ohne besonderes Bedürfniss länger als drei Jahre in einer 
entfernten Colonie belassen werde. Das nächste Ergebniss dieser, ver 
mittelst der Statistik erwirkten Aenderung war, dass, während man 
früher in sämmtlichen britischen Colonien auf 1000 Mann durchschnitt 
lich 48,58 Todesfälle zählte, diese Ziffer sofort auf 24,2, also voll 
kommen auf die Hälfte herabsank.*) 
Unter allen Krankheiten, von denen die Menschen heimgesucht 
werden, sind es s. g. Lungenleiden (eigentlich Krankheiten der Respi 
rationsorgane) , welche die grösste Zahl Opfer fordern. Das Uebel 
herrscht aber nicht an allen Orten gleichmässig. Doch fragt man, welche 
Orte sich als gesund empfehlen, so mangeln zur Zeit noch fast alle 
sichern Anhaltspunkte. Früher sandte man die Leidenden nach Nizza; 
endlich brachten manche schlimme Erfahrungen zur Erkenntniss, dass 
dieser Ort die Vorzüge nicht besitzt, welche man ihm beimass. Dagegen 
wurden dieselben in Madeira allerdings gefunden. Statistische Unter 
suchungen haben sodann dargethan, dass das näher gelegene, ohne so 
grosse Reisebeschwerlichkeit zu erreichende und minder kostspielige Pa 
lermo beiläufig die gleichen Vortheile gewährt. Aber welches sind die geeig 
netsten Orte in unsrer Nähe bezüglich dieser oder jener Krankheit? Wie 
Vielen könnte vielleicht durch eine verhältnissmässig kleine Ortsver 
änderung Rettung werden ! Indess bedarf es dazu einer grösseren Ent 
wicklung und Ausbildung der Statistik. Treffend hat ein franz. Schrift 
steller, der selbst Arzt ist Bertillon in Paris, Oberarzt von Montmorency), 
geäussert : «Was wissen wir von den Todesursachen, wie wir dieselben 
durch die Statistik erfahren könnten? Man frage-einen Arzt, welches 
die in Frankreich von Phthisis am wenigsten heimgesuchten Gegenden 
seien, ob bedeutende Unterschiede obwalten, ob die Nähe von Flüssen 
sich vortheilhaft oder nachtheilig erweise ? Nicht Einer vermag mit voller 
Sicherheit zu antworten. Und dies bei einer Krankheit, welche mehr 
als den zehnten Theil aller Menschen wegrafft ; welche sich vorzugsweise 
auf das werthvollste Alter, die erwachsene Jugend, wirft; welche, wie 
behauptet wird [Registrar General, 1853), die Hälfte aller Sterbfälle 
zwischen dem 15. u. 30. Altersjahre verursacht; —einer Krankheit, 
') Das Nähere siehe S. 510.
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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