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Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Monograph

Identifikator:
826042163
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35589
Document type:
Monograph
Author:
Kolb, Georg Friedrich http://d-nb.info/gnd/118564765
Title:
Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
Edition:
4. umgearb. Aufl.
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Felix
Year of publication:
1865
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 548 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde
  • Title page
  • Contents

Full text

wir- 
533 
Anhang. Zur Philosophie der Statistik. 
der nun durch Lähmung befallenen Hand ihres Verfertigers erzählen. Jener 
herrliche Spiegel, der alle Pracht des reich ausgestatteten Saales reflec- 
tirt, hat ohne Zweifel die zitternde Gestalt des abgemagerten Künstlers 
dargestellt, den die Quecksilberdämpfe bei dieser Arbeit vergifteten. 
Diese reichen und zierlichen Vorhänge haben beigetragen, dem armen 
Weber ein tödtliches L’ebel zuzuziehen, indem sie ihn zu einem bestän 
digen Andrücken seines Magens an den Webstuhl zwangen. Sogar die 
Tapete an den Wänden, geschmückt mit einem Glanze wie der Frühling 
ihn bietet, hat durch ihren giftigen Staub die Finger des Arbeiters mit 
Geschwüren bedeckt . . . Und all dieses Leiden, wovon so Manches zu 
vermindern wäre, wird hingenommen ohne die leiseste Klage. Der Ar 
beiter fällt hinweg aus der Reihe ; augenblicklich tritt ein anderer an 
seine Stelle, und diesem folgt vielleicht bald ein Dritter.“ . . . 
In England hat man ermittelt, dass die Schleifer von Sheffield, 
namentlich die Trocken-Schleifer (the dry-grinders) von allen Arbeitern 
die am schlimmsten gestellten sind. Die mit dem Schleifen von Gabeln 
Beschäftigten unter ihnen erreichen, wie durch die Statistik ermittelt ist, 
durchschnittlich nur ein Alter von 29 Jahren I Der feine Staub des 
Stahls und Schleifsteins richtet sie zu Grunde. Ihre Krankheit wird die 
Schleifer-Fäule (the grinders rot) genannt. Die Leichenöffnung zeigt die 
Lunge so schwarz gefärbt, als ob sie in Dinte getaucht wäre, und ihre 
Textur naturgemäss schwammicht — gleicht einem Stücke Gummi 
elasticum ! Aber, wird man fragen, warum befeuchtet man den Schleif 
stein nicht, um das Stauben zu verhüten ? Der Schleifer antwortet, dass 
sich gewisse Operationen mit dem nassen Steine nicht ausführen lassen. 
So könne insbesondere nur durch die Trockenbehandlung ein abge 
rundeter Rücken an den Rasirmessern hergestellt werden, und das 
Gleiche gelte von den nach hinten abgerundeten Scheeren. Es drängt 
sich die weitere Frage auf: Wozu ist denn diese Abrundung des Rückens 
nothwendig? Aendert es für den Rasirenden auch nur das Geringste, 
wenn sein Messer hinten eckig, statt rund aussieht? Müsste die Dame, 
welche ihre müssige Zeit mit Handarbeit ausfüllt, nicht gerechtes Be 
denken tragen, sich jemals einer Scheere der bezeichneten Art zu bedie 
nen, wenn sie wüsste, dass die Herstellung jener Form das Leben eines 
ihrer Mitmenschen gefährdet ? Und doch treten solche Kleinigkeiten in 
den Vordergrund, wenn es sich um Gesundheit und Leben einer ganzen 
Classe von Arbeitern handelt ! Es ist eine der schönsten Aufgaben der 
Statistik, in solchen Dingen die Thatsachen festzustellen und auf Ab 
hilfe zu dringen. Arbeiter und Meister ihrerseits täuschen sich oft ab 
sichtlich oder unabsichtlich über die Folgen. In vielen Fällen lassen sich 
Vorrichtungen zur Abhülfe erdenken. Bei der Anwendung ist dann frei 
lich nicht selten erst das Vorurtheil oder die stoische Verzweiflung der 
Arbeiter selbst zu überwinden. 
Man hat berechnet, dass bei den Trockenschleifern in Sheffield das 
Alter, welches sie durchschnittlich erreichen, beträgt : 
Trockenschleifer von Sicheln Jahre 
- Sägen 
- Feilen 
- Tischmessern 
- Messern mit Federn
	        

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Handbuch Der Vergleichenden Statistik- Der Völkerzustands- Und Staatenkunde. Felix, 1865.
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