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Währung und Handel

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Bibliographic data

fullscreen: Währung und Handel

Monograph

Identifikator:
826606091
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-66614
Document type:
Monograph
Author:
Hertzka, Theodor http://d-nb.info/gnd/118825186
Title:
Währung und Handel
Place of publication:
Wien
Publisher:
Manz
Year of publication:
1876
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 416 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Währung und Handel
  • Title page
  • Contents

Full text

— 218 — 
es in einem solchen Lande mehr und mehr verschmähen 
werden, die Staatsdienste autznsuchen, wo sie keine ihren 
Fälligkeiten entsprechende Entlohnung mehr linden. Die un 
tüchtigeren Individuen, die an ihre Stelle treten, können dann 
selbstverständlich nicht mehr dasselbe leisten wie jene, um so 
weniger, da schliesslich auch sie sieh genöthigt sehen werden, 
Nehenverdienste aul’zusuchen, deren Ertrag iluien dasjenige 
ersetzen soll, was ihnen der Staat vorenthält, und eine solche 
(Icpllogcnhcit nicht darnach angethan ist, die Arbeitslust in 
den Bureaux des Staates zu erhöhen. Und wenn schliesslich 
die Entwerthung des Geldes und die damit Hand in Hand 
gehende Theucrung einen allzu hohen Grad erreicht haben, so 
slelit sich der Staat endlich doch gezwungen, die Gehalte zu 
erhöhen, und er hat dann in doppelter Beziehung verloren, 
nämlich durch die Vermehrung sowohl als durch die Erhöhung 
der Dotationen. 
Für den Staat ist also die Wirkung der Valuta Verschlech 
terung keine wesentlich andere als für jenen riieil dei Staats 
bürger, der dadurch am meisten benachtheiligt wird, nämlich 
für die auf Hxe Gehalte Gesetzten. Seine Einnahmen kann er 
nur unwesentlich und das nur unter den grössten Schwieiig- 
keiten erhöhen ; bei seinen Ausgaben dagegen muss er sich fast 
vollständig der allgemeinen Preissteigerung unteiwerfen. Wie 
verderblich sich ein solcher Zustand für die Finanzen eines 
Staates erweisen kann, zeigt sich mit erschreckender Klarheit 
an dem Beispiele der österreichischen Finanzlage. Die Zinsen- 
ersparnisse aus jeneu zinsenlosen Anlehen , die seit dem 
,1 ahre* 1848 die österreichische Valutaversclilecbterung zui 
Folge gehabt haben, beliefen sich hochgerechnet auf durch 
schnittlich 1.5 Millionen Gulden im Jahre. Da in derselben 
Zeit die durchschnittlichen Ausgaben des Staates ungefähr 
450 Millionen Gulden im Jahre betrugen und von diesem Ge 
sa mmtbetrage reichlich in jene Kategorie gehören, die von 
jeder Schwankung des Silberwerthes unmittelbar berührt 
wurde, Vio in jene Kategorie, bei welcher sich der Ein Muss 
dieser Schwankungen zwar nicht sofort, aber auf die Dauer 
doch ganz unfehlbar einstellte, und hoch gerechnet bio von 
den Schwankungen des Geldwerthes überhaupt nicht direct 
berührt wurde; und da, wie sich im 4. Capitelbgezeigt hat.
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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