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Währung und Handel

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Bibliographic data

fullscreen: Währung und Handel

Monograph

Identifikator:
826606091
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-66614
Document type:
Monograph
Author:
Hertzka, Theodor http://d-nb.info/gnd/118825186
Title:
Währung und Handel
Place of publication:
Wien
Publisher:
Manz
Year of publication:
1876
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 416 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Währung und Handel
  • Title page
  • Contents

Full text

— 253 
würde (die Edelsteine sind ans teclinisclien Gründen zn Geld 
zwecken absolut unbrauchbar), so musste eben der Credit in 
die Lücke treten, die der steigende Verkehr geschaffen. 
Schon diese einfache Betrachtung erklärt, warum, ganz 
ahgesehen von anderweitigen Gründen, aus Rücksichten der 
Handlichkeit und Beijuemlichkeit das Gold in den meisten Staaten 
den Vorzug vor dem Silber errungen hat, und je weiter die 
Verminderung der Kaufkraft beider Edelmetalle im Verlaufe 
der Zeiten fortschreiten wird, ihn immer mehr und mehr ge 
winnen muss. Derselbe Grund, der vor der kolossalen Ver 
mehrung des Edelmetall-Vorrathes der civilisirten Welt in Folge 
der Entdeckung Amerika’s für das Silber als Währungsmetall 
sprach und demselben auch thatsächlich die beinahe ausschliess 
liche Herrschaft sicherte, nämlich die Rücksicht auf die Ver 
kehrsbedürfnisse, spricht gegenwärtig in ebenso starker Weise 
für das Gold. So lange man ein Joch Ochsen für wenige 
Gulden kaufte und für ein Huhn einen Geldbetrag zahlte, der, 
wenn er in Gold ausgeprägt worden wäre, nur mit Hilfe guter 
Mikroskope sichtbar gewesen wäre, so lange war es naturge- 
mäss, das Silber als Werthmassstab zu gebrauchen. Heutzu 
tage, wo ein gutes Joch Ochsen mehrere hundert Thaler kostet, 
wo also der Landmann, wenn er auf dem Viehmarkte seinen 
Einkauf macht, einen Wagen mit Silbergeld mit sich führen 
müsste, und wo umgekehrt selbst die meisten Gegenstände 
des kleinen Gebrauches mit (Goldstücken bezahlt werden können 
— heute verlangt der Verkehr das (loldgeld. Dieselbe histo 
rische Entwicklung, die vor Jahrtausenden den Uebergang von 
Kn])tcr und Bronze als Währungsmetallen zum Silber erzwang, 
wird nunmehr den Uebergang vom Silber zum Golde er 
zwingen. 
Man unterschätze die V ichtigkeit dieses Bequemlichkeits- 
jMomentes nicht. Niemand wird bestreiten, dass die Zahlung 
grösserer Beträge in Silbermünze überaus lästig ist, dass der 
Verkehr in den Ländern mit reiner Silberwährung sich häufig 
gezwungen sieht, zu allerlei Surrogaten zu greifen, gleichviel 
oh dieselben Banknoten oder fremde Goldmünzen seien. Beide 
sind gleich schädlich. Die Banknote ist ein Hebel, wenn auch 
ein nothwendiges, ihr sind vornehmlich die grossen Erschüt 
terungen zu verdanken, die im Geld verkehre der civilisirten
	        

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Währung Und Handel. Manz, 1876.
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