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Währung und Handel

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Bibliographic data

fullscreen: Währung und Handel

Monograph

Identifikator:
826606091
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-66614
Document type:
Monograph
Author:
Hertzka, Theodor http://d-nb.info/gnd/118825186
Title:
Währung und Handel
Place of publication:
Wien
Publisher:
Manz
Year of publication:
1876
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 416 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Währung und Handel
  • Title page
  • Contents

Full text

Es verhält sich aber mit dieser Argumentation genau so, 
wie mit den anderen Gründen, die gegen die Goldwährung 
vorgebracht wurden. Die Prämisse ist unwahr und überdies 
ist die Schlussfolgerung eine logisch unrichtige. Weder ist die 
Zahlungsbilanz Oesterreichs so ungünstig, oder seine Armuth 
so gross, als von dieser Seite geglaubt wird, noch würde 
daraus, wenn dem wirklich so wäre, folgen, dass es das 
zu seinen Circulationszwecken nöthige Gold nicht im Lande 
behalten könnte. Mehr als bei allen anderen Fehlschlüssen, die 
bisher widerlegt wurden, handelt es sich hier um Missver 
ständnisse der eigenthümlichsten Art, die einen Theil des 
Publicums mit geradezu abergläubischer Angst vor dem Golde 
erfüllen, welches damit gleichsam als das Zauberelixir hinge 
stellt wird, durch dessen Anwendung die Ausbeutung Oester 
reichs durch die Uebermacht ausländischer Capitalisten erst 
recht erleichtert würde. Es wird daher nötliig sein, gerade 
diese letzteren Bedenken am sorgfältigsten, zu widerlegen. 1st 
doch selbst das an wirthschaftlicher Einsicht um so Vieles 
höher stehende Deutschland von dem Schrecken nicht verschont 
geblieben, den die dort sporadisch immer noch vorhandenen 
Anhänger der Silberwährung oder der Doppelwährung gegen 
das Gold wachzurufen verstanden, als dies zeitweilig abzu 
strömen begann. Um wie viel mehr ist die Angst vor dem 
GoldabÜusse in Oesterreich zu beachten, wo die leere Phrase 
auch in wirthscliaftlichen Dingen die öffentliche Meinung gar 
leicht beherrscht, wo Jedermann, der ein paar national 
ökonomische Schlagworte zu gebrauchen versteht, das allgemeine 
Urtheil verwirren darf. 
Es wird also behauptet, dass Oesterreich zu den inter 
national armen Ländern gehöre und dass seine Zahlungsbilanz 
ungünstig sei. Beide Behauptungen werden im Uebrigen ge 
wöhnlich als identisch aufgefasst, Reichthum als gleichbedeu 
tend mit günstiger, Armuth als gleichbedeutend mit ungün 
stiger Bilanz. Dass diese Identität nicht besteht, zeigt die 
Erfahrung und nur einigcrmassen unbefangenes Nachdenken 
in gleicher Weise. Selbst wenn man aus der Gesammtheit 
der Zahlungsbilanz blos die W^aarenbilanz herausgreift, ist es 
ganz und gar unrichtig, dass die international armen Länder 
in der Regel mehr Waaren vom Auslande beziehen, als dahin
	        

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Währung Und Handel. Manz, 1876.
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