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Währung und Handel

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Bibliographic data

fullscreen: Währung und Handel

Monograph

Identifikator:
826606091
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-66614
Document type:
Monograph
Author:
Hertzka, Theodor http://d-nb.info/gnd/118825186
Title:
Währung und Handel
Place of publication:
Wien
Publisher:
Manz
Year of publication:
1876
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 416 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Währung und Handel
  • Title page
  • Contents

Full text

370 
würden. England aber, so wird weiter argumentirt, würde 
sich, wenn es Geld braucht, nicht an jene seiner Schuldner 
wenden, die zur Zahlung in Silber verpflichtet sind, da ilini 
ja mit dem Silber, das in England blos Waare ist, nicht gedient 
wäre, sondern an die zur Zahlung in Gold verpflichteten, also 
an die Goldwährungsländer. Dasselbe gälte natürlich auch 
für Eranhreich, Deutschland und Holland. Diese Handel 
hätten von Gesterreich einige Milliarden zu fordern; was wäre 
natürlicher, als dass sie, wenn sie sich einmal in Geldver 
legenheiten befänden, einen Bruchtheil dieser Milliarden plötzlich 
kündigten, wodann die österreichische Nationalbank, ehe sie 
sich nur recht besinnen könnte , ihren ganzen Metällschatz in 
Berlin, Amsterdam, Baris und London sehen würde. 
31 an sollte zwar meinen, dass Jahrhunderte lange Erfah- 
’ rungen die Grundlosigkeit derartiger Besorgnisse , ja die nn- 
freiwillige Komik, die in denselben steckt, genügend dargelegt 
haben dürften. England hatte doch auch schon bisher Forde 
rungen von ziemlich grossem Umfange an einzelne Goldwäh 
rungsländer — wir verweisen nur auf Bortugal; warum hat 
sich nun die englische Bank selbst in Zeiten der höchsten 
Noth , wenn ihr Zinsfuss auf 10 Bercent gesteigert werden 
musste, Baarmittel niemals aus Lissabon, sondern in der Regel 
ans Baris, Amsterdam oder Berlin zu verschaffen gewusst, 
aus Ländern also, die England keinen Heller schuldig sind, 
überdies regelmässig in Silber zahlten V \\>r die Augen nicht 
absichtlich verschliesst, wer sich nicht selber durchaus 
„Gruseln“ machen will, dem kann es nicht schwer fallen, den 
Grund zu erkennen. Das, was man gemeinhin internationale 
Schulden nennt, kann man eben nicht kündigen, soiidein 
nur verkaufen. Man kann also einem international ver 
schuldeten Lande nicht durch den Gerichtsexecutor Geld ent 
ziehen, sondern ihm höchstens seine eigenen Schuldverschrei 
bungen zum Kaufe anbieten; und man kann es in einem sidchen 
Falle um so schwerer dahin bringen, ein derartiges Kaufanbot 
zu acceptiren , je mehr seine internationale Verschuldung wirk 
lich gleichbedeutend ist mit internationaler Armiith, je geringer 
also seine Kaufkraft ist. Und gesetzt den Fall, dass der 
artige Kaufanbote willige Käufer in dem verschuldeten Lande 
fänden, so würden diese fürs Erste den Verkäufern noch
	        

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Währung Und Handel. Manz, 1876.
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