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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Monograph

Identifikator:
826719449
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-30888
Document type:
Monograph
Author:
Schuster, Richard
Title:
Die Social-Demokratie
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Steinkopf
Year of publication:
1875
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 236 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

539) Die einzelnen Münzen, das Münzsystem, die Scheidemünze. 81 
fystem schuf, war entweder der Anschluß an die bestehenden Gewohnheiten und Wert— 
vorstellungen des Landes oder die Annahme der Münzen des Haupt- oder des Nachbar— 
landes das Ausschlaggebende. Die Geschichte des Münzfußes der großen Kulturstaaten 
besteht fast durchaus in der successiven Erleichterung des alten Geldes: nachdem es aus 
den mehr erwähnten Ursachen schlechter geworden war, erkannte man das zuletzt gesetzlich 
im neuen Münzfuß an. So ist der deutsche Thaler von 27,4 auf 16,6 Gramm von 
1566-1871 gesunken; so das livre tournois oder der Franc von etwa 415 auf 5 Gramm 
legierten Silbers; das ist ein Rückgang auf !/88 (Lexis). Als Deutschland einen neuen 
Münzfuß 1871—78 wählen mußte, um endlich ein einheitliches Geld zu schaffen, war 
nur die Frage, ob man etwa wie die Schweiz, Belgien, Italien, Griechenland, Spanien, 
den französischen Frane wählen oder durch Annahme des /3-Thalers- oder 10-Groschen⸗ 
stücks fuür den größeren Teil Deutschlands den UÜbergang erleichtern wolle. Man 
entschied in letzterer Richtung, weil man sich zugleich sagte, dieselbe Münze mit einem 
großen Nachbarstaat zu haben, könne ohne Garantie einheitlicher Münzverwaltung, 
einheitlicher Golde und Währungspolitik unter Umständen, vor allem durch Eindringen 
der fremden Münze, mehr schaden als nützen. 
Aus dieser historischen Entstehung aller Münzeinteilung erklärt es sich auch, daß 
einzelne Länder zeitweise ihre Hauptmünze nicht geprägt haben, sondern nur Teile oder 
vielfache derselben. Als Preußen 1666 und 1690 zu einem leichteren Thalerfuß über— 
ging, prägte es lange nur ss- und /s-Thaler als Zahlungsmünze, weil es mit etwaigen 
ganzen Thalern nicht dem alten schwereren Reichs- oder Speciesthaler Konkurrenz 
machen wollte, der Thaler war also, bis Friedrich d. Gr. ihn auch prägte, nur eine 
Rechnungsmünze. Manche deutsche Staaten haben lange nur kleines Geld geprägt, 
um mehr daran zu verdienen, aber gar nicht den Gulden, nach dem gerechnet wurde. 
Als Frankreich den Franc, Deutschland die Mark als Hauptmünze einführte, waren 
—— 
Die 10- und 20fachen Stücke wurden deshalb die wichtigsten großen Münzen. Es 
kann so ein Gegensatz bestehen zwischen der Hauptrechnungsmünze (der Mark) und der 
Haupizahlungsmünze (dem 10—- und 20-Markstücke). Die Hauptrechnungseinheit ist mehr 
durch traditionellen Gebrauch, die Hauptzahlungsmünze durch münz- und verkehrs— 
technische Zweckmäßigkeit bestimmt. Die neuere Entwickelung hat aber teils die 
Rechnungseinheit und die Hauptmünzeinheit zu identifizieren, teils sie wenigstens in ein 
sehr einfaches Zahlenverhältnis zu bringen gesucht. 
c) Scheidemünze. Das notwendige Nebeneinanderbestehen von großen, mittleren 
und kleineren Münzen hat im neueren Muͤnzwesen zu dem Gegensatz von Voll- oder 
Courantgeld und von Scheidemünze geführt, wie wir oben schon sahen. Während 
in älterer Zeit alle Münze für die Zahlungen sich gleichstand, ist heute nur das 
Courantgeld für alle Zahlungen gesetzliches Zahlungsmittel, die Scheidemünze braucht 
nur in kleinen Beträgen genommen zu werden. Die historische Ursache liegt 1. in der 
dechnisch⸗wirtschaftlichen Thatsache, daß man besser für Großzahlungen Großgeld, für 
Kleinzahlungen Kleingeld verwendet und 2. in den Jahrhunderte langen oben geschilderten 
Mißbräuchen, welche sich die Regierungen und Munzpächter mit dem kleineren Gelde 
gestatteten. Das größere Silbergeld und das Goldgeld konnte man nicht so unbemerkt 
immer schlechter machen, man prägte es dafür um so weniger; desto mehr aber kleine 
Münze, und zwar immer leichter, immer mit stärkerem Kupferzusatz, so daß zuletzt die 
Silbermünzen statt 183—514 nur 481btig waren, aus der Mark Silber statt 8—14 
12— 20 Thaler geprägt wurden. Den so erzielten fiskalischen Münzgewinnen stand die 
Verschlechterung des Müngzfußes, die Unsicherheit aller Münzwerte gegenüber. Auch 
die mittleren Münzen hatten an diesem Verderb teilgenommen. Fast alle Münzwirren 
von 1250 bis 1850 giugen hierauf zurück. 
Da man nun in der neueren Münzpraxis doch davon nicht lassen wollte, die 
kleinen Munzen entweder etwas leichter oder stärker legiert, oder beides zugleich, 
oder gar aus billigem Kupfer oder Nickel zu prägen, so griff man zu folgenden Grund— 
sätzen: An Scheidemünze darf pro Kopf der Bevölkerung nur ein bestimmter Betrag 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. II. 1.—6. Aufl,
	        

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Verkehr, Handel Und Geldwesen. Wert Und Preis. Kapital Und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung. Duncker & Humblot, 1904.
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