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Bibliographic data

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Monograph

Identifikator:
829218297
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85640
Document type:
Monograph
Author:
Steinberg-Skirbs, ... von
Title:
Die Alters- und Invaliden-Versicherung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
F. Kortkampf
Year of publication:
1884
Scope:
1 Online-Ressource (42 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

4* 
51 
ieinerseits erst vom Großhändler oder er bezieht die Ware in kleineren 
Partien vom Viehzüchter nnd muß nicht nur diesem höhere Preise zahlen, 
sondern auch der Eisenbahn und der Dampferlinie für den Transport. Dazu 
kommt aber noch, daß auch die Baulichkeiten im Verhältnis billiger werden, 
je größer sie sind. Ein Fabrikgebäude, in dem zwei Maschinen stehen, kostet 
lange nicht doppelt io viel wie eines, in welchem nur eine Maschine steht. 
Aber auch mit den Arbeitern ist der große Betrieb besser daran, denn gerade 
die teueren Arbeitskräfte, die Ingenieure, Buchhalter, Werkführer, Vor 
arbeiter u. s. w. wachsen an Zahl lange nicht so schnell wie die Handarbeiter. 
Oft braucht ein kleiner Betrieb gerade so viele von diesen wie ein weit 
größerer." 
„Das ist richtig," bestätigte Wilhelm. „Im vorigen Jahre wurde bei uns 
das Geschäft stark erweitert, wir haben seither fast doppelt so viele Arbeiter 
wie früher, aber ebenso wie früher nur einen Direktor und zwei Zuschneider. 
Die mußten früher hie und da auch sonst aushelfen; das tun sie nun nicht 
mehr, sie sind jetzt große Herren geworden." 
„Das ist auch ein Hauptgrund," fügte ich bei, „warum geschickte Ar 
beiter meist lieber in einem großen als in einem kleinen Betrieb Beschäfti 
gung nehmen, weil sie dort außer ihrer eigentlichen Arbeit oft auch noch 
anderweitig aushelfen müssen. Der große Unternehmer kann sie deshalb 
auch höher bezahlen, weil er ihre geschulte Arbeitskraft besser ausnützen 
kann." 
„Wenn man sich das alles so überlegt," meinte Karl, „so begreift man 
sehr wohl, wieso das große Geschäft dem kleinen so überlegen ist, wieso es 
viele kleine erdrückt, und wenn Wilhelm vorhin davon gesprochen hat, daß ein 
großes Warenhaus ihn an einen Kirchhof erinnert, so hat er also doch wohl 
recht gehabt." 
Nachdem wir eine Zeitlang schweigend nebeneinander gegangen waren, 
wandte sich Wilhelm an mich: „In so einem Warenhaus oder so einer 
großen Fabrik," sagte er, „steckt ein riesiges Kapital. Um das zusammenzu 
bringen, dazu gehört doch eine sehr große Geschäftstüchtigkeit. Haben die 
Warenhäuser zum Beispiel nicht von klein angefangen? Du sagst, daß sie 
noch keine 20 Jahre alt sind. Kann man in so kurzer Zeit ein so riesiges 
Kapital zusammenbringen oder waren die Leute, die sie errichtet haben, 
schon von Anfang an so furchtbar reich?" 
„Keins von beiden war der Fall," entgegnete ich. „Es gibt heute 
Warenhäuser, deren Besitzer klein angefangen haben. So hatte die Firma 
Tietz zum Beispiel, der heute neun riesige Warenhäuser in verschiedenen 
L-tädten gehören, ursprünglich ein kleines Geschäft für Weiß- und Woll- 
waren. Erst allmählich bezog sie auch andere Artikel ein, während sich der 
Umsatz immer mehr ausdehnte, und so entstand mit der Zeit der Riesen 
betrieb; aber das Kapital, das heute darin steckt, gehört durchaus nicht ganz 
dem Herrn Tietz, der seinerzeit das Geschäft begann. Zunächst bestimmte 
er seine Verwandten, ihr Geld bei ihni anzulegen; bald aber reichte auch 
das nicht mehr für die Ausdehnung des Geschäftes aus. Aber damals wußte 
man schon, daß die Firma „gut" war, das heißt, daß man ihr ruhig Geld 
borgen konnte, daß sie gewiß die Zinsen bezahlte und dabei das Geld sicher 
war; es war daher nicht allzu schwer, von Banken Geld zu bekommen." 
„Davon haben wirfta schon unlängst gesprochen," unterbrach mich Karl, 
„daß die Banken und Sparkassen den Einlegern von Geld nicht Zinsen
	        

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Kapitalismus Und Sozialismus. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1920.
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