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Schutz dem Arbeiter!

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Bibliographic data

fullscreen: Schutz dem Arbeiter!

Monograph

Identifikator:
829324011
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85896
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Schutz dem Arbeiter!
Place of publication:
Köln
Publisher:
Bachem
Year of publication:
1890
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 264 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

173 
„Die Organisation der Arbeit (in der einzelnen Fabrik, Werkstatt rc.) wird 
wesentlich und im großen Ganzen stets eine »monarchische« sein müssen; das 
steht fest. Eine andere aber ist die Frage, ob diese Monarchie eine »absolute« 
oder »gemäßigte« sein müsse resp. könne, ob die bestehende absolute Monarchie 
nicht doch eine gewisse constitution elle Fortbildung zuläßt. Falls letztere 
— eine mehr constitntionelle Verfassung — überhaupt möglich und praktisch ist, wird 
offenbar Jeder, der liberal, im guten Sinne des Wortes, denkt und fühlt, der 
selben den Vorzug vor der absoluten geben und jeden dahin gehenden Vorschlag 
niit voller Sympathie prüfen: das können wir wohl von vornherein als selbst 
verständlich hinstellen. Daß eine gewisse Milheranziehung des »Volkes« zur 
»Negierung« eminent versöhnlich wirkt, das Ehrgefühl hebt und auch Miß 
griffe der »Regierung« seltener macht, ist ebenfalls klar. Daß endlich eine 
gewisse »Selbstverwaltung« die beste Schule der Erziehung bildet, das »Ge 
meingefühl« hebt, sowie daß selbst gegebene, resp. mit berathene und durch 
selbstgewählte Organe ausgeführte Gesetze freudigern Gehorsam finden, 
als »octroi)irte«, kann auch wohl zu den »ausgemachten Wahrheiten« unserer 
Zeit gerechnet werden. In allen diesen Beziehungen fragt es sich, ob das, was 
sonst anerkannte Wahrheiten find, auch für das wirthschaftliche Leben, speciell für 
bie Fabrik gilt; mit andern Worten: ob das Ideal einer constitutionellen Ver 
fassung — denn es muß nicht bloß als ein zu erstrebendes Ziel überhaupt, son 
dern auch als das unserer Zeitperiode besonders eigenthümliche Ideal 
bezeichnet werden — auch in der Fabrik praktisch werden kann, unter welchen 
bl instünden und in wie weit." 
Ein gewisses M itverw alt u ngs recht der Arbeiter in genau 
umgrenztem Rahmen ist nicht bloß ein in sich berechtigtes Ideal, dem 
seder wirklich liberal Denkende seine Sympathie entgegenbringen muß, 
sondern auch die beste praktische Schule für die Arbeiter, um das 
Bahre und Falsche in der Social - Demokratie zu scheiden, — 
die Schwierigkeiten und Grenzen einer demokratischen Ordnung zu 
würdigen; ist das beste Mittel, die Arbeiter zu lehren, sich auf nächste, 
praktische Ziele zu concentriren, an die Stelle der bloßen Kritik 
positive Vorschläge zu setzen, auch den Anschauungen des „Gegners" 
gerecht zu werden, überhaupt das Gebiet der allgemeinen Theorien und 
Phrasen zu verlassen und sich ehrlich auf den Boden positiven Schaffens 
stellen. 
Die Gefahr der Socialdemokratie liegt in der Unbestimmtheit 
ihrer Ziele. Die Arbeiter müssen lernen, nächste, erreichbare, 
praktische Ziele verfolgen — nicht allgemeinen Phantomen nachzu 
legen, die nicht realisirbar sind und wohl Unzufriedenheit wecken, wohl 
ben Umsturz, aber nicht eine Besserung der Verhältnisse bringen. Die 
Arbeiter müssen zweitens lernen: Selbstkritik, Selbstordnnng. 
Die Selbstverwaltung ist die beste Schule der „Selbstzucht." Die Ar 
biter müssen die Schwierigkeiten kennen und allmälig überwinden
	        

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Schutz Dem Arbeiter! Bachem, 1890.
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