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Schutz dem Arbeiter!

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Bibliographic data

fullscreen: Schutz dem Arbeiter!

Monograph

Identifikator:
829324011
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85896
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Schutz dem Arbeiter!
Place of publication:
Köln
Publisher:
Bachem
Year of publication:
1890
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 264 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

176 
sichern. Als spontane Bildungen haben sich diese Fabrik-Ausschüsse 
bezüglich Organisation wie Competenzen natürlich sehr verschiede« 
gestaltet, aber das Wesentliche ist ihnen allen gemeinsam, daß, wie 
Se. Majestät den westfälischen Bergwerks-Gesellschaften dringend empfahl 
den Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, ihre Wünsche zu 
formuliren, die „Fühlung mit den Arbeitern erhalten wird". Nickst 
das Statut, nicht die Competenzen bestimmen auch den Werth de* 
„Ausschusses", sondern das Vertrauen, welches Arbeitgeber und Arbeiter 
demselben entgegenbringen, der Grad, in welchem er sich als Ver mitte" 
lungs-Organ zwischen beiden erweist und bewährt. 
Als Vermittelungs-Organ soll der Arbeitgeber den Ausschuß 
betrachten. Namentlich in größern Fabriken kann der Arbeitgeber (Director) 
unmöglich direct mit den einzelnen Arbeitern und Arbeiterfamilien ^ 
Beziehung treten; derselbe ist mehr oder weniger auf Beamte und Ä«" 
gestellte angewiesen, die aber vielfach den Arbeitern fernstehen, mit Misst 
trauen oder Neid angesehen werden. Eine Auswahl aus den Arbeiter« 
zu treffen, hält schwer und bedeutet eine Zurücksetzung der Uebrigen, führt 
erst recht zu Neid und Mißtrauen gegen jene. Es sind auch nicht immer 
die Besten, welche sich an den „Herrn" heranzudrängen, sich einzw 
schmeicheln wissen; jedenfalls sind sie nicht diejenigen, denen die Arbeiter 
ihre Klagen und Wünsche anvertrauen werden und welche dem Arbeit" 
geber ehrlichen Wein einschenken. Anders ein in gleicher, geheimer, 
directer Wahl gewählter Arbeiter-Ausschuß, der die Verhältnisse 
in der Fabrik wie den Familien kennt, der ein Herz hat für die Arbeiter 
und ihr Vertrauen genießt. Durch diesen kann er die wahren $«* 
schauungen der Arbeiter kennen lernen, auch das Urtheil der übrige« 
Arbeiter erfahren, Anregungen und Vorschläge entgegennehmen, in Rede 
und Gegenrede klarstellen und, so weit es möglich, berücksichtigen. Jede«" 
falls ist es besser, wenn er die Kritik und Klagen der Arbeiter resp. ihrer 
Vertreter selbst hört, wenn er Gelegenheit hat, entweder seine eigene« 
Pläne zu corrigiren, oder aber Vorurtheile zu beseitigen, anck) 
seine Gründe und Gesichtspunkte klarzulegen, als wenn hinter seinem 
Rücken kritisirt wird. Meistens werden sich die Anschauungen und Er" 
fahrungen der Arbeiter als nützlich erweisen; meistens werden sich du-' 
Gegensätze auch leicht ausgleichen lassen, wird sich ein vermittelnder 
Weg finden; immer aber wird ein offener Austausch der Meinunge" 
desser sein, als innerer Groll, Mißtrauen und Aufwiegelung' 
Wie unser Kaiser Wilhelm betonte: der Mangel an Fühlung ist 
^ ec schon manche unangenehme Ueberraschung gebracht hat und noch 
bringen wird. Die Arbeitgeber wissen meistens nicht, wie die Arbeiter 
unter sich denken und fpred^eu, wie Mißtrauen und Argwohn, berechtigt
	        

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Schutz Dem Arbeiter! Bachem, 1890.
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