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Schutz dem Arbeiter!

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Bibliographic data

fullscreen: Schutz dem Arbeiter!

Monograph

Identifikator:
829324011
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85896
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Schutz dem Arbeiter!
Place of publication:
Köln
Publisher:
Bachem
Year of publication:
1890
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 264 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

und unberechtigte Klagen, Mißverständnisse und falsche Urtheile dort 
herrschen, wie Verleumder und Hetzer sich dort einzuschleichen wissen und 
Haß und Unzufriedenheit schüren. Der Feind ruht nicht und selbst aus 
bem Lande findet die social-demokratische Saat dankbaren Boden. So 
îuird, ohne daß der Arbeitgeber etwas ahnt, der Boden unterwühlt, bis 
Eines Tages ein Strike oder eine überraschende Anzahl social-demokra- 
ìischer Stimmen die Kluft klarlegt, die sich zwischen Arbeitgeber und 
Arbeitern aufgethan. 
Wahrheit, Offenheit, ehrliche gegenseitige Anssprache ist die erste 
Bedingung eines ehrlichen Friedens. Der Arbeitgeber muß den Arbeitern 
Ģ ele g en heit, Muth und Vertrauen geben, daß sie sich ehrlich 
uns sprechen — das ist die wichtigste und schwierigste Aufgabe, die 
ber Arbeitgeber zu losen hat bei Schaffung des Aeltesten-Rathes. Wenn 
ber Arbeitgeber es ehrlich mit den Arbeitern meint, ehrlich deren Wünschen 
Rechnung zu tragen sucht, dann werden die Arbeiter auch dieses Ver 
trauen rechtfertigen und wohlgesinnte Arbeiter in den Aus 
schuß wählen — um so mehr, wenn dieser Ausschuß mit Aufgaben 
îameradscbaftlicher Fürsorge (als Vorstand einer Krankenkasse, Unter* 
üützungskasse rc.) betraut ist. Aber selbst wenn es ein Mal anders 
werden sollte: wenn Socialdemokraten, unzufriedene Elemente, Trunken 
bolde rc. gewählt würden, so ist das immer noch besser, als wenn die 
Zähren Gesinnungen der Arbeiter verborgen geblieben wären. 
@8 ist ein Beweis, daß es höchste Zeit ist, den Versuch zu machen, 
bas Verhältniß anders zu gestalten wie hisher. Meistens wird sich auch 
hier bewähren, was sich im Gemeinde- und Vereinsleben schon oft be 
währt hat: das beste Mittel, Kritiker zu curiren, ist, sie zu wählen, 
heranzuziehen zur positiven Arbeit. Möge der Arbeitgeber nur den ernst- 
ļìchen Versuch machen — es müßte wunderbar sein, wenn nicht der ehr- 
ļìche Wille, den Arbeitern gerecht zu werden und ihnen eine selbstlose 
Fürsorge zuzuwenden, bald begriffen und dankbar anerkannt würde. 
Nichts nähert mehr, als gemeinsames Rathen und Thaten; während 
Umgekehrt nichts gefährlicher ist, als wenn zwei streitende Parteien sich 
şremd werden, jede ihre Wege geht, sich immer mehr in ihre einseitige 
Beurtheilung hinein verbohrt, und jedem Hetzer und Verleumder willig 
bas Ohr leiht. Hier liegt das Geheimniß der Macht der Social- 
bemvkratie — in der Trennung der Arbeiter vom Arbeitgeber; hier 
^gt auch das Geheimniß wirksamer Bekämpfung: Arbeitgeber und 
Arbeiter zusammenzuführen, recht viele Gebiete gemeinsamer Arbeit 
äü schaffen. Und solcher Gebiete gibt es reichlich. 
Die Socialdemokratie stützt sich auf die Gegensätze der Interessen 
bau Arbeitgebern und Arbeitern, stellt diese in den Vordergrund,
	        

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Schutz Dem Arbeiter! Bachem, 1890.
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