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Schutz dem Arbeiter!

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Bibliographic data

fullscreen: Schutz dem Arbeiter!

Monograph

Identifikator:
829324011
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85896
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Schutz dem Arbeiter!
Place of publication:
Köln
Publisher:
Bachem
Year of publication:
1890
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 264 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

Schmieren und Reinigen tm Gange befindlicher M as chinen; Arbeiten in Räumen 
rnit Maschinen, deren umlaufende Theile nicht eingefriedigt sind; Tragen oder 
Ziehen von Lasten über 15 Kilo; Betrieb von Tretvorrichtungen; Drehen horizon 
taler Rader; Drehen verticaler Rüder zur Krafterzeugung für länger als sechs Stunden; 
Bedienung von Kreis - und Bandsägen, mechanischen Schneide-Werkzeugen oder 
Dampfhähnen; Ausschöpfen der flüssigen Glasmassen in Glashütten (bis zum vollen 
deten 14. Jahre). Endlich Beschäftigung in Betrieben, in welchen explodirende Stoffe 
verarbeitet werden, oder die Zubereitung, Destillation oder Verarbeitung von ätzenden, 
giftigen und solchen Stössen stattfindet, welche giftige oder explodirende Gase ausströmen. 
Die Beschäftigung in Fabriken und Werkstätten, welche in dem amtlichen Verzeichnis; 
»ungesunden und gefährlichen Anlagen" (établissements insalubres 
et dangereux) stehen, ist nur unter bestimmten, durch Decret festzustellenden Vedi ir 
li ungen zugelassen. Auf Grund dieser Bestimmung sind (durch Decret vom 14 Mai 
1875) zwei Verzeichnisse publiât, von denen das eine diejenigen Anlagen ausführt, 
in welchen Kinder überhaupt nicht beschäftigt werden dürfen, während das andere diejenigen 
Anlagen bezeichnet, in welchen die Beschäftigung nur für gewisse Operationen, in gewissen 
Räumen und unter gewissen Voraussetzungen zulässig ist. Diese Beschränkungen sind iroch 
durch ein drittes Verzeichniß vom 3. März 1877 — z. B. durch Verbot des Schneidens, 
Polireus, trockenen Reibens von Metallen. Steinen, Glas rc. — verschärft worden. Die 
Berzeichnisse sind sehr detaillirt und werden jedes Mal-die Gründe oder Gesichtspunkte 
flir das Verbot (Unfallgefahr, ungesunde Ausdünstungen und Dänrpfe, Staub, Feuers- 
llefahr, Vergiftungsgcfahr rc.) beigefügt'). 
Durch (sechs) Decrete vom 9. November 1883 ist ferner noch verboten: Die Beschäf- 
tistung bei Fabrication von Salicylsäure, Celluloid, Chlorschwefel; die Ver 
wendung von Knaben unter 10 und von Mädchen unter 18 Jahren zum Treiben von 
Handwebstühlen; von minderjährigen Mädchen zum Sortiren von Lum 
pen; von 12 —14jährigen Knaben und 12—16jährigen Mädchen zum Ziehen von 
Lasten auf öffentlichen Wegen; von jugendlichen Personen überhaupt zur Arbeit mit 
staubigen Manipulationen bei Verarbeitung von Horn, Perlmutter, Knochen und end- 
'ch zur Verwendung bei Dachdecker arbeiten. 
Bei Bergwerken unter Tag dürfen Mädchen überhaupt nicht, jugendliche Arbeiter 
nur in beschränktem Maße beschäftigt werden. Die Beschästigung darf nur 8 Stunden b= 
wallen; beim Betriebe von Hand-Ventilatoren nur 4 Stunden in 24 Stunden. 
&en meitgeï)CMbsten bcgügiid) ber SBeMtigiing bon ßhibern 
ictet Oesterreich burri) bas Gesetz vom 8. März 1885. 
8 94. Kinder vor vollendetem zwölften Jahre dürfen zu regelmäßigen 
gewerblichen Beschäftigungen nicht verwendet werden. 
Jugendliche Hülfsarbeiler zwischen dem vollendeten l 2. lind dem vollendeten 
14. Jahre dürfen zu regelmäßigen gewerblichen Beschäftigungen verwendet werden, 
fasern ihre Arbeit der Gesundheit nicht nacht heilig ist und die körperliche 
Entwickelung nicht hindert, dann der Erfüllung der gesetzlichen Schulpflicht nicht im 
Wege steht. Die Dauer der Arbeit dieser jugendlichen Hülfsarbeiler darf jedoch acht 
Stunden täglich nicht übersteigen. — Uebrigens ist der Handelsminister im Einver 
nehmen mit dem Minister des Innern ermächtigt, im Verordnungswege jene gefähr 
lichen oder gesundheitsschädlichen gewerblichen Verrichtungen zu bezeichnen, bi welchen 
Die interessanten Verzeichnisse finden sich in Lohmann, „Fabrik-Gesetzgebungen", 
i 142 ff. — Ein neuer Gesetzentwurf, der bereits die Zustimmung der Deputirtenkammer 
befunden hat, soll unten („Maximal-Arbeitstag für Arbeiterinnen") mitgetheilt werden.
	        

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Schutz Dem Arbeiter! Bachem, 1890.
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