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Schutz dem Arbeiter!

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Bibliographic data

fullscreen: Schutz dem Arbeiter!

Monograph

Identifikator:
829324011
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85896
Document type:
Monograph
Author:
Hitze, Franz http://d-nb.info/gnd/118705288
Title:
Schutz dem Arbeiter!
Place of publication:
Köln
Publisher:
Bachem
Year of publication:
1890
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 264 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

49 
von Arbeitskräften, die zudem noch durch die Schule in Anspruch ge 
nommen werden; die Kosten der Einrichtung einer Fabrikschule, die 
schwierigere Controle, die Belästigungen der Aufsichts-Organe rc. 
werden nur dann vom Fabrikanten in Kauf genommen, wenn derselbe 
durch billigere Löhne Entschädigung findet. So sind in der That 
nicht bloß überall, wo die Kinderarbeit Regel ist, die Löhne dieser 
sehr niedrig, sondern diese wirken auch auf die Löhne der Er 
wachsenen sehr ungünstig ein *). Der Arbeitsmarkt muß sich durch 
das Mit-Augebot der Kinder ungünstiger gestalten. — Anders 
ausgedrückt: Zur Deckung der „durchschnittlichen Lebeusnothdurft " 
wird das Mitverdienst der Kinder ein wesentlicher Factor, der Lohn 
der Erwachsenen um diesen Theil herabgedrückt. Umgekehrt: mit 
dem Verbot der Kinderarbeit muß nach dem „ehernen Lohngesetz" 
der Lohn der Erwachsenen so sich heben, daß derselbe allein die durch 
schnittliche Lebensnothdurft deckt. Freilich, das „eherne Lohngesetz", so 
weit die Vermehrung oder Verminderung der Arbeiter-Bevölkerung in 
Frage kommt, tritt erst nach Jahrzehnten in Wirkung; aber die Ver 
minderung des Angebots von Händen macht sich sofort geltend, und 
damit auch die Tendenz der Lohnsteigerung. 
Diese „Theorie" wird auch durch die Thatsachen bestätigt. In den 
Gegenden und Industrien, in welchen die meisten Kinder, jugend 
lichen und weiblichen Arbeiter beschäftigt werden, sind die Löhne am 
niedrigsten, und umgekehrt. 
Um nur einige Zahlen aus der Statistik der Berufsgenossenschaften 
bezüglich der Durchschnitttslöhne, wie sie für das IV. Quartal 1885 
ermittelt wurden, herauszuheben, so betrug der Durchschnittslohn z. B. 
in der Eisen-Industrie in der Berufsgenossenschaft 
Rheinisch-Westf. Hütten- und Walzwerke 876 M. 
Rheinisch'Westf. Maschinenbau- und Kleineisen-Jndustrie 856 „ 
Nordöstl. Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft ... 836 „ 
Süddeutsche Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft . . 828 M. 
Nordwestl. Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft. . . 808 „ 
Südwestd. Eisen-Berufsgenossenschaft 788 „ 
Sächsisch-Thüring. Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft 756 „ 
9 In einigen Bezirken des Königreichs Sachsen hat man den ortsüblichen Tage 
lohn (gemäß Gesetz betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter vom 15. Juni 1883) 
für die Kinder (von 12—14 Jahren) besonders festgesetzt, und betragt derselbe z. B. in 
Pirna 20 Pfg., in der Stadt und Amtshauptmannschaft Döbeln 16‘ 2 /a Pfennige per 
Tag. (S. Verhandlungen des deutschen Reichstages von 1887, S. 785.)
	        

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Schutz Dem Arbeiter! Bachem, 1890.
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