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Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Bibliographic data

fullscreen: Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

Monograph

Identifikator:
829740287
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-41017
Document type:
Monograph
Author:
Schroeder, Eduard August http://d-nb.info/gnd/117061565
Title:
Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte
Place of publication:
Wien
Publisher:
Gerold
Year of publication:
1884
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 92 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte
  • Title page
  • Contents

Full text

29 
Die Phönizier waren unstreitig das wirtschaftlichste Volk der 
terra antiqua, sie trieben einen großen Handel mit der ganzen 
bekannten Welt, und ihre Industrie muss auf einer hohen Stufe 
der Entwickelung gewesen sein, da Färberei, Weberei, Bronzeguss, 
Töpferei, Purpur und Glas phönizische Erfindungen sind. 
Während es so bei den Phöniziern ein ausgebildetes Industrie 
system gab, welches auf freier Arbeit beruhte, und damit im 
innigsten Zusammenhänge steht, dass sie das Handwerk und das 
Verdienst aus den Gewerben nicht für schimpflich hielten, galt bei 
den Griechen eine ganz andere Anschauung. Handel und Gewerbe 
waren der Verachtung preisgegeben, weil dieselben ausschließlich 
fast von Sklaven besorgt wurden. Wir finden diese Anschauung 
überall dort, wo die Gesellschaft einen Unterschied machte zwischen 
vollberechtigten Staatsbürgern und Sklaven, Leibeigenen, Juden etc. 
Und wie lange ist es her, dass es selbst in Deutschland für schimpf 
lich galt, wenn Feudalherren Handel und Industrie trieben? 
Die Griechen nun hatten ihr Kapital so recht eigentlich in 
Sklaven angelegt. Zur Zeit der höchsten Blüte Griechenlands, im 
fünften bis dritten Jahrhunderte vor Christo, besaßen die Hellenen 
zwölf Millionen Sklaven; der Preis eines Sklaven wurde damals 
auf ungefähr 170 Franks bewertet, was ein Nationalkapital von 
2140 Millionen in Sklaven ergab, eine Summe, welche bei dem 
großen Werte des Geldes um so höher erscheinen muss. Freilich 
war der griechische Sklave Arbeiter in jeder Beziehung, nicht nur 
die ganze Nährthätigkeit besorgte er, auch die Lehrthätigkeit ver 
sah er; haben wir doch Beispiele von Sklaven, die- eine hervor 
ragende Stellung in hellenischer Kunst und Wissenschaft ein- 
Dahmen; nur die Wehrthätigkeit war das Gebiet des griechischen 
Bürgers. Ein tiefer Unterschied besteht deshalb zwischen dem 
Sklaven des klassischen Altertums und dem modernen Sklaven. 
Knies’) schreibt darüber: rUnd wenn man die geistige Natur des 
Menschen damals (im Altertume) und jetzt in Vergleichung zieht, 
so War es im Altertume die stolze Natur des Herrn, dem oft der 
geistig überlegene Sklave den Jugendunterricht erteilt hatte, heut 
zutage ist es der tiefe Stand der wilden, der Leitung und Aufsicht 
bedürftigen Natur des Negersklaven, auf welche die Ursachen einer 
solchen Institution zurückgeführt werden müssen.« 
Wie groß die Verachtung der gewerblichen Thätigkeit bei den 
Griechen zur Zeit ihrer geistigen Blüte war, wie sie aber auch 
’) Polit. Ökonomie (1853). S. 273 und (1883). S. 390.
	        

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Das Unternehmen Und Der Unternehmergewinn Vom Historischen, Theoretischen Und Praktischen Standpunkte. Gerold, 1884.
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