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Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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Bibliographic data

fullscreen: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

Monograph

Identifikator:
82998979X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-86655
Document type:
Monograph
Title:
Ursachen der Amerikanischen Concurrenz
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Bahr
Year of publication:
1883
Scope:
1 Online-Ressource (825 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Ursachen der Amerikanischen Concurrenz
  • Title page
  • Contents

Full text

298 
und wir trafen hier und da auf eine neue Plantage. Die Eng 
länder machen dieses Geschäft, indem sie Geld auf Hypothek 
an Zucker- und Reisplantagenbesitzer ausleihen. 
In Louisiana herrscht der Grossgrundbesitz und der Gross 
betrieb natürlich vor, weil der Anbau und das Pressen von 
Zuckerrohr, der Anbau von Reis, jenen beiden Früchten, 
welche den höchsten Ertrag in diesem Staate liefern, grosse 
Bewässerungs- und Fabriksanlagen erfordert, also viel Capital 
voraussetzt. Hier sieht man noch ein altes Herrschaftsschloss, 
grosse Fabriksschornsteine und Fabriksgebäude zum Pressen 
und Kochen des Zuckers, daneben in langen Reihen niedliche 
kleine Negerhäuser, ein Dorf bildend, beisammen, dem nie die 
hölzerne Kirche fehlt. Wo der Grossgrundbesitz authört, löst 
sich das Dorf in Farmen auf, bis man in die deutschen An 
siedelungen von Texas kommt, welche wiederum den geselligen 
Dorfcharakter tragen. 
Das angelsächsisch - englisch - amerikanische System ist das 
westphälische oder holsteinische Höfesystem. Das Louisiana 
dorf erinnert an eine böhmische Herrschaft, welche eine Rüben 
zuckerfabrik einschliesst. Die Negerhäuser sind alle sehr 
zweckmässig und nett gebaut und viel besser als die Tage 
löhnerwohnungen ländlicher Arbeiter in Deutschland im Durch 
schnitte sind, viel besser jedenfalls als jene in Preussen östlich 
von der Elbe, wie denn auch die materielle Lage dieser Neger 
eine üppige zu nennen ist, verglichen mit jener der ländlichen 
Tagelöhner in ganz Norddeutschland. Für Europäer ist aber das 
Klima ungeeignet. Die Häuser sind durchaus von Holz erbaut, 
stehen auf zwei Fuss hohen Pfosten über dem Erdboden, 
haben je zwei bis drei Räume und ein vorspringendes Dach, 
das Schatten gewährt. Die Häuser liegen isolirt, da zu jedem 
ein kleiner Garten gehört. Die Neger erhalten solche Woh 
nungen nebst Garten, und der Mann i Dollar, die Frau 
75 Cents Tagelohn. Trotzdem sind sie nicht an regelmässige 
und ausdauernde Arbeit zu gewöhnen, und der Mangel aU 
regelmässig zur Disposition stehender Arbeitskraft ist es, 
der das Auflassen so mancher Plantage verschuldet hat, mehr
	        

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Ursachen Der Amerikanischen Concurrenz. Bahr, 1883.
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