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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

5. Kap. Fortschritt in der Productionsmethode. 
71 
kommen, wenn man sein Urtheil dahin fällt, daß das allgemeine materielle 
Wohlbefinden der Hähern Klassen und der obern Schichten der Handarbeiter- 
Bevölkerung heutzutage größer ist, wenige Ausnahmen abgerechnet, als es auf 
den frühern Entwicklungsstufen des Menschengeschlechts, sowohl im Alterthum 
wie im Mittelalter und den folgenden Zeiten, war. Dagegen darf mit eben 
demselben Rechte behauptet werden, daß eine Minderzahl der den niedern 
Ständen Angehörigen, nämlich die bedauernswerthen, heute mit dem Namen 
Proletarier bezeichneten Menschen, die Zeiten der Hungersnöthe, der großen 
Kriege und anderer öffentlichen Kalamitäten abgerechnet, etwa seit dem Beginn 
des 12. Jahrhunderts nach Christus bis zu Beginn der Manufacturperiode 
die unterste Schicht des Arbeiterstandes heutzutage im allgemeinen schlechter genährt ist 
als in den bessern Zeiten des Mittelalters — die Wohlthätigkeit und die umfassende 
Freigebigkeit der großen kirchlichen Güterbesitzer und insbesondere der Klöster kann 
nicht genug gepriesen werden (s. G. R atzing er, Geschichte der kirchlichen Armenpflege 
12. Aust., Freiburg 1884] 188—431, und über die Klöster des spätern Mittelalters be 
sonders S. 308—316) —; aber jene gräßlichen Hungersnöthe, deren furchtbare Wirkungen 
infolge der weit geringern Gesamtmasse der damals auf der Erde erzeugten Nahrungsmittel 
und vor allem infolge der ganz erbärmlichen Communicationsmittel zu Wasser und zu 
Lande sich auf das äußerste steigerten und sie zu einer wahren Geißel der Menschheit 
gestalteten, sind heutzutage nur in entlegenen, großentheils noch mittelalterlich organi- 
sirten Ländern möglich, und eine solche Hungersnoth, wie sie in den Jahren 1892 und 
1893 Rußland heimsuchte, könnte in Westeuropa gar nicht mehr vorkommen. 
Wie mit den Nahrungsmitteln, so verhält es sich aber auch mit den Kleidungs 
stücken und andern Gegenständen, die heutzutage fast jedermann, wenigstens in einem 
gewissen Maße, zugänglich find. Man beachte z. B. nur die Thatsache, daß sich der 
Gebrauch der Leinenwäsche bis zum 14. Jahrhundert auf die Reichen und Wohlhabenden 
beschränkte, während sich die Massen ausschließlich in Wolle und Thierhäute kleideten, 
was dann vielfach Hautkrankheiten zur Folge hatte. Derartiger Beispiele lassen sich 
verschiedene anführen, vgl. Jannet, Le capital, la spéculation et la finance au 
XIX o siècle (Paris 1892) 7. Welche Verbreitung haben dagegen in unsern Tagen die 
zum Theil entschieden prciswürdigen Baumwollwaren, Kattune, Shirtingstoffe u. s. w. 
infolge der Massenproduktion billigen Rohmaterials im südöstlichen Theile der Ver 
einigten Staaten und dessen Verarbeitung in Lancashire und andern Fabrikgegenden 
gefunden! Auch muß man sich, so berechtigt auch das im vorigen Kapitel über die 
inl Bereiche der Production sowohl als der Consumtion in unserer Zeit so häufigen 
Mißbräuche Gesagte bleibt, vor Augen halten, daß der durch die Billigkeit der für 
die niedern Klassen der Bevölkerung bestimmten Bekleidungsstofie und Putzgegenstände 
ermöglichte häufigere Wechsel der Anzüge auch sein Gutes hat. Es gewährt den zur 
Arbeiterklasse und zum niedern Bürger- und Bauernstande gehörigen Personen eine 
Befriedigung, den Wechsel der Mode, der nun einmal in den Augen so vieler seinen 
Reiz hat, mitmachen zu können. Das Wort: Variatio delectat, hat, wie auf so vielen 
andern, auch auf diesem Gebiete seine Geltung, und gegen dessen Anwendung kann, 
soweit dadurch nicht die Regeln weiser Sparsamkeit verletzt werden und nicht unerlaubter 
Eitelkeit und Gefallsucht gefröhnt wird, ein ernstlicher Einwand nicht wohl erhoben 
werden.
	        

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Selling Latin America. Small, Maynard & Company Publishers, 1915.
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