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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

7. Kap. Familie, Familienleben und Gesetze über die Familie. 109 
die Frauen in dringenden Fällen zu Hause zu beschäftigen, sie früher als 
andere nach Hause gehen zu lasten, den Lohn der verheirateten Männer zu 
erhöhen, damit die Frau auf die Arbeit in der Fabrik verzichten könne, oder 
auf andere Weise Rath zu schaffen. 
Was alsdann die Beziehungen zwischen den Eltern und den Kindern 
anbelangt, so soll der Vater volle Erziehungsgewalt über die Kinder haben, 
bis diese ein gewisses Alter erreicht haben, und es muß ihm auch ein gewiffes 
Mas; unbeschränkter Verfügung über sein Vermögen sowohl bei Lebzeiten als 
von Todes wegen zustehen; ebenso ist es nothwendig, daß die gegenseitigen 
Unterstützungsansprüche der Eltern und Kinder gesetzlich anerkannt werden. 
Für die wohlhabenden und reichen Klaffen der Bevölkerung und für 
den Bauernstand sind die gesetzlichen Bestimmungen über Erfolge und Testir- 
befugniß von größter Bedeutung. In England, Irland, einem großen Theile 
von Nordamerika, einigen mexikanischen und centralamerikanischen Staaten 
hat der Vater das Recht, über sein Hab und Gut vollkommen frei zu ver 
fügen, also auch sein gesamtes Vermögen Fremden zuzuwenden und seinen 
Kindern gar nichts zu hinterlassen. Die Macht der öffentlichen Meinung und 
die häufige Abfassung von Verträgen über die Güterverhältniffe der Ehegatten 
haben den Mißbrauch eines so schrankenlosen Rechtes, wenigstens in England, 
verhindert. Andererseits wird in diesem Lande dem freien Belieben hinsichtlich 
der Verfügung über das Vermögen insoweit eine Schranke gesetzt, als darüber 
weder durch Verfügung unter Lebenden noch von Todes wegen auf länger 
als auf die Lebensdauer einer noch am Leben befindlichen Person und 21 Jahre 
darüber hinaus eine Bestimmung getroffen werden kann. 
Im schroffsten Gegensatze zum englischen Princip der Testirfreiheit stehen 
die entsprechenden Bestimmungen des französischen Eivilrechts, der Schöpfung 
es ersten Napoleon. Der Code beschränkt das Verfügungsrecht der Eltern 
"der ihre Guter bei Lebzeiten und von Todes wegen auf die Hälfte ihres Ver- 
mögens, wenn sie nur ein Kind besitzen, auf ein Drittel, wenn zwei, und 
lUlf ein Viertel, wenn mehr als zwei Kinder vorhanden sind. In andern 
aaten halten sich die Pflichttheile der Kinder in bescheidenern Grenzen. So 
önnen die Kinder in Italien und in den meisten Gegenden Deutschlands 
Ulcht mehr als die Hälfte des ihnen nach dem Jntestaterbrecht zustehenden An 
theils beanspruchen. In Spanien hingegen ist durch das neue bürgerliche 
Gesetzbuch vom Jahre 1889 die Bestimmung getroffen, daß zwei Drittel des 
elterlichen Vermögens den Descendenten vorbehalten sind, daß jedoch nur die 
Hälfte dieses Betrages unter dieselben gleichmäßig vertheilt werden muß, 
während die andere nach dem Willen der Eltern einem, mehreren oder sämt 
lichen Kindern in beliebigem Umfang zugewendet werden kann. In vielen 
-heilen Deutschlands endlich sind in den letzten Jahren Specialgesetze über
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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