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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

114 
I. Buch. Production und Consumtion. 
besitzen Mittel und Wege, um ihre Kinder ordentlich zu erziehen, und solange 
es nöthig ist, unter ihrem Einflüsse zu halten. Gibt ihnen doch der Besitz ihres 
Vermögens schon dadurch, daß sie den Kindern je nach Gutbesinden so manche 
Freuden gewahren oder versagen können und daß sie infolge der überall wenig 
stens in einem gewissen Maße bestehenden Testirfreiheit die folgsamen Kinder 
zu belohnen und die schlechten auf das wirksamste zu strafen vermögen, 
ein mächtiges Mittel der Einwirkung. Auch hat die technische Revolution, 
die sich seit ungefähr anderthalb Jahrhunderten vollzogen, nur in den niedern 
Klassen der menschlichen Gesellschaft die Ueberlegenheit der ältern Leute ver 
mindert. Die Leitung eines Geschäftes oder Unternehmens erfordert noch immer 
Klugheit und Erfahrung, also Eigenschaften, die nur im Laufe langer Jahre 
erworben werden, und die Vortheile, welche geistige und wissenschaftliche Arbeit, 
welche der Beruf eines Beamten, Arztes, Gelehrten u. s. w. bringt, erreichen 
erst 20 oder noch mehr Jahre nach der Zeit, zu welcher der Betreffende in 
seiner höchsten körperlichen Blüthe stand, ihren Höhepunkt. 
Gegen die Maßregeln, welche wir soeben zur Verstärkung der elterlichen 
Autorität der den niedern Volksschichten angehörenden Familienhäupter befür 
wortet haben, wird mm zwar eingewendet, daß die Eltern dadurch die Macht 
erlangen würden, ihre Kinder schlecht zu behandeln und auf deren Kosten in 
Trägheit zu leben und sich dem Trünke zu ergeben. Das ist allerdings in 
gewissen Fällen möglich. Wie aber könnte die Thatsache, daß eine an und 
für sich heilsame Gewalt unter Umständen mißbraucht werden kann, den Anlaß 
dazu bieten, daß diese Gewalt der zu ihrer Aufrechterhaltung nöthigen Be 
fugnisse entkleidet würde? Solche Mißbräuche können durch Pflege des reli 
giösen Lebens und ernster Sittlichkeit beträchtlich vermindert und auch durch 
geeignete gesetzliche Maßregeln auf ein Minimum reducirt werden; man räume 
nur dem Unternehmer die Vollmacht ein, den Lohn des betreffenden jugend 
lichen Arbeiters, falls der Vater ein notorischer Taugenichts oder ein arbeits 
scheues Subject ist, der Mutter auszuzählen, und wenn auch dieser Ausweg 
nicht rüthlich ist, zum Theil in einer Sparkasse zu deponiren. 
Aber nicht nur die Aufrechterhaltung der elterlichen Autorität über die 
jüngern Kinder sowohl als über die unverheirateten jungen Leute ist wichtig. 
Auch das Zusammenleben einer größern Anzahl erwachsener Familienglieder 
in einem und demselben Haushalt ist von hohem socialen und wirtschaftlichen 
Werth. Es kommt in den Ländern, in welchen die Bauerngüter ungetheilt 
in der nämlichen Familie fortvererbt werden, und auch in Gegenden, wo sich, 
wie in gewissen Theilen Italiens *, eine heilsame Gestaltung der Pachtverhält- 
î Siehe die Ausführungen im vorigen Kapitel über die mezzadria in Toscana 
und in Umbrien.
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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