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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

120 
I. Buch. Production und Consumtion. 
Der beständigen Bevölkerungszunahme, wie sie in vielen cultivirten 
Staaten in so erheblichein Umfange stattfindet, scheint sich aber ein Hinderniß 
entgegenzustellen. Diese Zunahme kann anfangs und sogar lange Zeit hin 
durch die Folge haben, daß ein gleiches Maß von Arbeit sich einträglicher 
erweist als zuvor, aber diese Entwicklung hat ihre Grenzen. Zu einer ge 
wissen Zeit wird sich das Gesetz der abnehnienden Einträglichkeit geltend machen, 
und es werden demnach in dem betreffenden Gebiete vermehrte Arbeitsleistungen 
verhältnißmäßig weniger eintragen. Einsichtsvolle Berücksichtigting der Um 
stände und von einer solchen eingegebene Maßregeln vermögen dies Gesetz 
allerdings eine Zeitlang unwirksam zu machen, aber sie können seinen Einfluß 
nicht ans llnbeschränkte Zeit hinaus beseitigen, und zudem finden selbst bei Völkern 
im Aufschwung beträchtliche Verbesserungen der Production durchaus nicht 
iininer statt. Wenn sich nun ein Volk unter solchen Umständen ans ein wenig 
umfangreiches Gebiet angewiesen sieht, wird nach einer bestimmten Zeit das 
sociale Leiden der Uebervölkerung im eigentlichen Sinne des Wortes, 
in welchen! es überhaupt allein gebraucht werden sollte, über ein solches 
hereinbrechen. Es ist also ein Land übervölkert, wenn sich in demselben die 
Production infolge des Anwachsens der Bevölkerungszahl zu einem solchen 
Grade der Jntensivitüt entwickelt hat, daß sie nur mehr einen spärlichen Er 
trag liefert, und wenn eine große Zahl der Bewohner aus diesem Grunde 
sich übermäßig anstrengt oder schlecht genährt ist. Ist in einem solchen Falle 
keine Verbefferung der Productionsmethoden mehr möglich, so bleibt nur noch 
ein Ausweg übrig: eine Verminderung der Zahl der Bewohner. Ohne dessen 
Anwendung wird sich das Uebel in einem solchen Maße steigern und eine der 
artig große Anzahl von Todesfällen infolge von Entbehrungen eintreten, daß 
die Anzahl der Verstorbenen diejenige der Neugebornen übersteigt und so in 
traurigster Weise Abhilfe geschaffen wird. 
Aber, wie schon gesagt, ein Heilmittel bleibt übrig, die Auswanderung. 
Man kann hauptsächlich zwei Formen derselben unterscheiden. Die eine Art 
der Auswanderung ist temporärer Natur und führt eine Anzahl der Bewohner 
eines Landes auf längere oder kiirzere Zeit in die Fremde, wo dieselben 
den Unterhalt für sich und zum Theil auch für die zurückgebliebenen Ange 
hörigen erwerben, um für den Winter oder wenigstens nach einer Reihe von 
Jahren an den heimischen Herd zurückkehren zu können. Solcher Art ist die 
Auswanderung der Savoyarden und der oberitalienischen Maurer nach Mittel 
europa, die der Gallegos nach Portugal und auch die eines Theils der italienischen 
mehr kleine Kinder als in Frankreich, und daher ist auch die jährliche Ziffer der Todes 
fälle eine größere. Genaue Berechnungen würden aber Holland als das gesündere der 
beiden Länder erscheinen lassen.
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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