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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

8. Kap. Der Aufschwung und der Verfall der Nationen. 
121 
und der chinesischen Emigranten nach Amerika. Von ganz anderer Natur ist 
die definitive Auswanderung, welche eine größere oder geringere Anzahl von 
Menschen in wenig besiedelte Gegenden und in fremde Welttheile führt. Dahin 
gehört die Auswanderung der Engländer, Irländer, Deutschen, Spanier u. s. w. 
nach Amerika. Eine solche Emigration bringt dem Lande, welches die Aus 
wanderer verlaffen, in dem Falle großen Vortheil, wenn dieselbe zugleich mit 
der Politischen und commerciellen Unterwerfung des betreffenden Landes durch das 
Vaterland der Auswanderer in Verbindung steht. Dasselbe zieht alsdann aus 
den neubesiedelten Gebieten große Vortheile in der Gestalt von Kapital-, Indu 
strie- und Handelsgewinn u. s. w. Die meisten Staaten Westeuropas, besonders 
ober England, Holland und Frankreich, haben aus einer derartigen Emigra 
tion Gewinn gezogen und thun es noch. 
Die Franzosen unterscheiden mit Recht zwei Arten von Kolonisation: 
colonies de peuplement und colonies d’exploitation, je nachdem die Be- 
stedelung des abhängigen Landes durch Söhne des Mutterlandes mit directen 
Vortheilen für das Kapital und die Production des letzten: verbunden ist 
oder nicht. Manitoba und Victoria sind Kolonien ersterer, Britisch-Jndien 
und das französische Hinderindien solche der letztern Art. Eine dritte Art der 
Kolonisation besteht darin, daß ganze Stämme und Völker neue Wohnsitze 
aufsuchen. Dahin gehören die Erobcrungszüge der alten Gallier nach Italien 
und Kleinasien, diejenigen der Teutonen in das Gebiet des römischen Reiches, 
das Vordringen der germanischen Stämme, welche sich zur Zeit der Völker 
wanderung im Westen des römischen Kaiserreiches niederließen, und im Mittel- 
olter die Invasionen der Normannen, der Tataren, der Türken u. s. w., 
welche zur Gründung neuer nationaler Staaten führten. Alle diese Völker 
şkbten sich QU& festgefügten Familien zusammen, die einen Ueberschuß der 
Geburtenzahl über die Ziffer der Todesfälle aufzuweisen hatten. Sonst hätten 
sie ihr siegreiches, staatengründendes Vordringen nicht zur Ausführung bringen 
önnen. Die Bethätigung einer beträchtlichen Auswanderung, mag sich die 
selbe in dieser oder in jener Form vollziehen, ist ein wesentlicher Eharakterzug 
un Leben einer kräftigen Nation. Es besteht allerdings noch ein anderes 
Mittel, die Uebelstände, welche sich als Folgen der Uebervölkerung ergeben, 
wutanzuhalten oder zu beseitigen, die Beschränkung der Zahl der Geburten, 
^lber die Anwendung dieses Mittels bringt überaus große Uebelstände mit 
sich- denn eine solche Beschränkung kann nur dadurch herbeigeführt werden, 
baß weniger Ehen geschlossen werden oder daß die Leute erst später heiraten 
und weniger Kinder erzeugen. Das hat jedoch ein höchst bedauerliches An 
wachsen der Jmmoralität zur Folge, welches sich iu verschiedener Weise äußert 
und auch auf die wirtschaftlichen Verhältniße von nachtheiligstem Einflüße 
sein muß. Ist doch dos Bestehen der Nothwendigkeit, für eine Familie zu
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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