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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

262 
II. Buch. Ter Güteraustausch. 
heilen.' Diese Schwierigkeiten überwand man nun in folgender Weise. Ş 
gab in allen Handelsstädten cambiores oder Wechsler, deren Aufgabe es zu 
nächst war, die verschiedensten Geldsorten gegeneinander umzusetzen. Die 
Wechsler der einen Stadt standen natürlich mit denen anderer Plätze in Ge 
schäftsverbindung, und so kam es, daß sich eine zweite Art von Geschäfte» 
entwickelte. Wenn jemand, sagen wir, in Genua an einen Kaufmann oder 
sonst jemanden in Köln eine Zahlung zu machen hatte, so leistete er diese 
an einen Wechsler in Genua, der einem solchen in Köln den Auftrag er 
theilte, dem Betreffenden den ihm bestimmten Betrag in Köln auszuzählen, 
und zwar in Kölnischer Währung. Für solche Geschäfte wurden bereits früh 
zeitig schriftliche Abmachungen üblich. Der Wechsler erklärte: Ich bezahle 
bei der nächsten Messe in dieser oder jener Stadt, wo sich Wechsler zum e 
Hufe der Abwicklung ihrer Geschäfte treffen, so und so viel an den betreffende» 
Kölner Bürger, oder er übergab dem Genueser Kaufmann einen Brief, wM» 
ausgesprochen war, daß er einen Kölner Wechsler beauftragte, an den Kölne 
Kaufmann zu zahlen. Es währte nicht lange, bis für solche Geschäfte de 
Name Wechsel aufkam. Der Wechsel war ja ursprünglich ein Geschäft, ver 
mittelst dessen Geld gegen Geld einer andern Währung ausgetauscht wurde, 
und erhielt daher diesen seinen Namen (cambium) mit vollem Rechte. % ' 
mählich bildete sich dann aus diesen Anfängen das Wesen des moderne 
Wechsels als eines Formalcontractes aus. der die Bestimmung hat, die schne ^ 
Erfüllung eingegangener Verbindlichkeiten zu sichern, und daher eingek 
werden kann, ohne daß aus dem materiellen Rechtsverhältniß, welches der t 
Wechsel ausgedrückten Verpflichtung zu Grunde liegt, gegen die Fordern 
Einwendungen erhoben werden könnten. Ist der Wechsel formell richtig »» 
gestellt, so muß derjenige, welcher sich dadurch obligirt hat, zahlen, und ^ 
Frage, ob er für die Summe, welche er im Wechsel zu zahlen versprochen 
wirklich eine Gegenleistung erhalten hat, bleibt einem anderweitigen Rech- 
verfahren vorbehalten. ^ 
Diese Wechselstrenge macht den Wechsel zu einer den Bedürfnisien 
modernen Handelsverkehrs sehr entsprechenden Form der Verpflichtung * 
schützt diejenigen, welche die betreffenden Transactionen unternommen h» ^ 
gegen die dilatorischen Einreden säumiger Schuldner, wie denn auch die ^ 
17. Jahrhundert allsgebildete Übertragung der aus dem Wechsel erw^ 
senden Rechte bezw. der Geltendmachung derselben, das Jndoffament, ^ 
falls der hoch entwickelten Gestaltung des Verkehrslebens der Jetztzeit entspr' 
Freilich steht diesen durch die Verwendung der Form des Wechsels „ 
kleidung der Uebernahme voll Zahlungsverpflichtungen erwachsenden 
die Schattenseite gegenüber, daß Wechsel vielfach von Leuten ausgestellt wer ^ 
welche sich über das Wesen der dadurch eingegangenen Verpflichtungen
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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