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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

326 
III. Buch. Die Vertheilung der Güter. 
können — alle diese Thatsachen müssen eine vermehrte Nachsrage nach den 
Bodenerzeugnissen der außereuropäischen Länder und also eine entsprechen 
Steigerung der Grundrente zur Folge haben und der normalen Haussebewegung 
derselben wieder zum Durchbruch verhelfen. , 
Ganz anders verhält es sich dagegen mit dem Darlehenszinse. Terse 
steht in Ländern, die sich noch auf einer niedern Stufe der wirtschaftlich 
Entwicklung befinden, sehr hoch; denn einerseits mangelt noch der Anspo 
zur Gewährung von Darlehen, wie ihn die allenthalben vorhandene ^ 
lichkeit zu fruchtbringender Anlage seiner Ersparnisse bietet; es gibt eben n 
wenige Gelegenheiten zu solcher Anlage, und für viele ist es obendrein 
leicht, diese Gelegenheiten ausfindig zu machen. Andererseits aber e#** 
die auf solchen Culturstufen so weit verbreitete Neigung zu reichlichstem ' 
nusse von Speise und Trank sowie die in wenig entwickelten Gemeinwesen 1 
vielfach übliche Haltung einer zahlreichen, kampfbereiten Dienerschaft a- 
Sparen in hohem Grade. Aus solchen Gründen erklärt sich die gera ^ 
erschreckende Höhe des Zinsfußes im Mittelalter. Nachdem derselbe noch 1 
Westgotenreiche laut der Bestimmung der Lex Visigothorum bei e 
darlehen nur 12 1 / a % betragen, obgleich dazumal schon jene Abnahme 
Geldvorrathes begonnen hatte, welche in der karolingischen Zeit ihren 
Punkt erreichte, steigerte er sich zu solcher Höhe, daß im mittelalterlichen Han ^ 
und Wechselverkehre 40 und 50% ganz gewöhnlich waren, und zwar 
am päpstlichen Hofe L Im 12., 13. und 14. Jahrhundert nahmen 
lombardischen und jüdischen Bankiers in Frankreich und England meist - 
woraufhin dann Philipp der Schöne von Frankreich den gesetzlichen 3^' 
mit 20 o/o festsetzte. In Italien, dem damals am höchsten cultivirten Uy ^ 
war er dagegen vielfach niedriger. So wurde der gesetzliche Zin-ş^' 
Verona im Jahre 1228 mit 12V 2 °lo, in Brescia im Jahre 1268 mit 
fixirt. Dazumal bestanden von Ort zu Ort bedeutende Differenzen des Ö 
fußes, aber eine Tendenz zum Sinken desselben war auch schon in 
Zeiten nicht zu verkennen. In Oberitalien sind, wie Cibrario berichtet, ^ 
rend des 14. Jahrhunderts allerdings noch Verzinsungen von 20 un ^ 
aber auch solche von 10 und 5^/2 °/o nachweisbarAuch dazumal 
es eben sehr viel auf die Verhältnisse an, welche naturgemäß sehr vers« ^ 
sein konnten. Die Größe des Risicos wie die Gewinnaussichten der ha ^ 
treibenden Schuldner übten auf die Höhe der Zinsen einen sehr bedeute ^ 
Man muß sich daher davor hüten, die im spätern Mi 
Einfluß aus. 
» G. Ratzinger a. a. O. 276 ff., wo ganz überraschende Beispiele 
werden. 
2 Roscher a. a. £. 390. 
ailgestt 
¥
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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