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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
1782637850
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-178813
Document type:
Monograph
Author:
Westergaard, Harald http://d-nb.info/gnd/117574163
Nybølle, Hans Cl. http://d-nb.info/gnd/127386696
Title:
Grundzüge der Theorie der Statistik
Edition:
2., völlig umgearb. Aufl.
Place of publication:
Jena
Publisher:
G. Fischer
Year of publication:
1928
Scope:
640 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

isimus 
Thomasschlacke 
Theriak 449 
Xanthin, C 7 H 8 N 4 0 2 , anzusprechen. Es' kann 
aus dem Xanthin des Fleischextraktes künstlich 
dargestellt werden, wird aber meist aus dem wäß 
rigen Auszuge der Kakaobohnen durch Fällung 
mit Bleiessig, Zerlegung des abfiltrierten Nieder 
schlages mit Schwefelwasserstoff und weitere 
Reinigung mit Magnesia und Alkohol gewonnen. 
T. bildet ein weißes Kristallpulver, sublimiert 
unzersetzt, schmilzt bei 329—330 0 und ist in 
Alkohol und Wasser schwer, in Petroläther un 
löslich. Gegen Säuren verhält das T. sich wie 
eine schwache Base, gibt andererseits aber auch 
mit Natron, Baryt und anderen Basen Salze. 
Die leichtlösliche Doppelverbindung des Theo 
brominnatriums mit Natriumsalizylat findet unter 
dem Namen Diuretin medizinische Anwendung 
gegen Wassersucht und als harntreibendes Mittel. 
Theriak (lat. Electuarium theriaca, s. theria- 
cale, frz. Thöriaque, engl. TreacleJ eine aus 
verschiedenen Wurzel- und Gewürzpulvern unter 
Zusatz von Honig und Wein hergestellte Lat 
werge, die im Mittelalter namentlich in Venedig 
zubereitet und daher auch venetianischer T. ge 
nannt wurde, findet als Zusatz zu verschiedenen 
Magenschnäpsen, z. B. alter Schwede, Ver 
wendung. — Der medizinische T, ist mit Zusatz 
von Opium hergestellt und daher für den Hand 
verkauf nicht freigegeben. 
Thermit nennt Goldschmidt die von ihm in 
die Technik eingeführte Mischung von Alu- 
miniumpulver mit Eisenoxyd, Chromoxyd und 
anderen Metalloxyden, die mit eiper'Zündkirsche 
aus vier Teilen Bariumsuperoxyd und einem Teil 
Aluminium entzündet wird und dann Temperatlu- 
ren von gegen 3000 0 erzeugt. T. dient zurHerstel- 
lung sonst schwierig reduzierbarer Metalle, wie 
Chrom und Mangan, sowie von künstlichem Ko 
rund, und findet zum Schweißen von Stahl 
(Eisenbahnschienen) nach dem Verfahren der 
Aluminothermie ausgedehnte Anwendung. 
Thiazinfarbstoffe bilden die 9. Gruppe der 
Teerfarben (s. d.)nach der Einteilung von Möh- 
lau und Eucherer. Ihrer chemischen Zusam 
mensetzung nach sind sie den Oxazinen ver 
wandt, von denen sie durch Eintritt eines Schwe 
felatoms an Stelle von Sauerstoff abgeleitet wer 
den können, und demnach als Abkömmlinge 
des Phenthiazins (Thiodiphenylamin): C G H 4 . 
(NHS)C 6 H 4 anzusehen. Zur Darstellung der Th. 
geht man von den Paradiaminothiosulfonsäuren 
aus, die bei der Oxydation von p-Diaminen in 
Gegenwart von Thiosulfat entstehen, und unter 
wirft sie der oxydativen Kondensation mit 
Aminen und Phenolen, auch Aminophenolen, 
Chinonen, Hydrochinonen, Gallussäure usw. 
Der einfachste Vertreter der Reihe ist Lauths 
Violett (s. d.), der für die Praxis allein in Be 
tracht kommende das Methylenblau (s. d.). 
Thiazolfarbstoffe (12. Gruppe der Teerfarben, 
s, d.) sind durch die ringförmig geschlossene 
Atomgruppe CCSCN, den sog. Thiazolring, ge 
kennzeichnet und leiten sich ab von demDehy- 
drothiotoluidin, CH3,.C 6 H3(NS)C.C 6 H 4 .NH2, das 
beim Erhitzen von p-Toluidin mit Schwefel ent 
steht. Durch Ersatz von zwei Wasserstoff 
atomen der Amidogruppe durch zwei Methyl 
gruppen und durch Verbindung des Schwefel 
atoms mit CI und CH 3 entsteht das Tetra 
methylchlorid, das unter dem Namen Thio- 
M'crcks Warenlexikon. 
flavinT als grünlichgelber Farbstoff für Baum 
wolle und Seide Anwendung findet. Thio- 
flavin S ist das Dimethylderivat der Dehydro- 
thiotoluidinsulfosäure, durch dessen Oxydation 
wieder ein neuer Farbstoff, Chloramingelb, 
entsteht. Als weitere Abkömmlinge der ge- ■ 
nannten Sulfosäure sind noch Claytongelb 
(Thiazolgelb S) und Erika B anzusehen. Der 
wichtigste Farbstoff der Reihe, die Primulin- 
bas'e bzw. deren Sulfonsäure, das Primulin, 
wird wie das Thioflavin durch Erhitzen von 
p-Toluidin mit Schwefel, aber bei höherer Tem 
peratur und größerem Schwefelüberschuß, her 
gestellt. Das gelbe Pulver gibt mit heißem 
Wasser eine blau fluoreszierende Lösung, in der 
Natronlauge und Salzsäure Niederschläge her- 
vorrufen. Primulin läßt sich auf ungeheizter 
Baumwolle mit gelber Farbe befestigen. 
Thioform, das basische Wismutsalz der Di- 
thiosalizyisäure, ein geruchloses, gelbes, inWasser 
unlösliches Pulver, wird an Stelle des Jodoforms 
in der Wundbehandlung benutzt. 
Thiol, ein vor mehreren Jahren in den Han 
del gekommenes Medikament, welches mit dem 
Ichthyol in Wettbewerb zu treten bestimmt ist, 
wird aus denjenigen Destillationsprodukten des 
Braunkohlenteeröls gewonnen, die unter dem 
Namen Gasöl bekannt sind. Das Gasöl wird bei 
ungefähr 215 0 mit Schwefel behandelt, der sich 
unter Schwefelwasserstoffentwicklung löst, und 
die Lösung durch Eingießen in konz. Schwefel 
säure in Sulfosäuren verwandelt, die sich beim 
Zusammenbringen mit Wasser als harzige Schicht 
niederschlagen, während die unzersetzten Öle 
obenauf schwimmen und entfernt werden. In 
reinem, schwefelsäurefreiem Wasser lösen sich 
diese Sulfosäuren, werden aber durch Zusatz 
von Kochsalz wieder ausgefällt. Durch Neu 
tralisation mit Ammoniak oder Natron erhält 
man die entsprechenden Salze, die als T. in den 
Handel kommen. 
Thiorubin, ein im Jahre 1885 aufgekommener 
Teerfarbstoff, das Natronsalz der Thiopara- 
toluidinazoalphanaphtholdisulfosäure, bildet ein 
rotbraunes Pulver, das sich in Wasser mit fuch 
sinroter Färbe löst und Wolle im sauren Bade 
rot färbt. 
Thomasschlacke, die nach dem Verfahren von 
Thomas-Gilchrist zur Herstellung von Eisen 
und Stahl aus den Bessemerkonvertern entnom 
mene Schlacke, bildet in Form eines feinen Pul 
vers das wichtigste Phosphorsäuredüngemittel 
Deutschlands. Sie wurde während des letzten 
Friedensjahres (1913) in Menge von z 1 /^ Mil 
lionen Tonnen bei uns hergestellt und bis auf 
einen Ausfuhrüberschuß von 1 / i Million Tonnen 
verbraucht. Zu der Gewinnung mußten aller 
dings neben 23 Millionen Tonnen einheimischer 
10 Millionen Tonnen ausländischer Erze (Spa 
nien, Schweden) herangezogen werden, und 
noch ungünstiger werden sich die Verhältnisse 
durch die Abtretung des lothringischen Erz 
beckens gestalten. Das Thomasmehl enthält 11 
bis 230/0, im Mittel 170/0 Phosphorsäure an 
Kalk gebunden in Form des Tetrakalziumphos 
phats (Ca d P 2 0 8 ) neben geringen Mengen Mag 
nesia, Eisen, Tonerde, Mangan, Schwefel, Kiesel 
säure. Sein Düngewert wird nach dem Gehalte 
an „zitratlöslicher“, d. h. in einer bestimm- 
29 
82. 
6, 407. 
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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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