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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

9. Kap. Die ungeregelten socialen Beziehungen. 
405' 
Maschinenbetriebes verminderte, während sich das Angebot infolge der Ver 
wendung weiblicher und jugendlicher Arbeitskräfte, der Einführung der Stück 
arbeit und der Ausdehnung der Arbeitszeit vermehrte. 
2. Sie mußten sich überarbeiten. Ihre Arbeitsleistungen waren nämlich 
infolge des Uebergangs von dem System der Production in kleinen Werk 
stätten zu der anstrengenden Thätigkeit in den Fabriken für die Kräfte er 
schöpfender geworden, und dazu kam nun noch eine Verlängerung der täg 
lichen Arbeitszeit, welche nunmehr in der Regel mehr denn 12, bisweilen 
sogar 16 und noch mehr Stunden betrug. 
3. Es kamen auch gewiffe Betrügereien und Erpressungen vor, z. B. die 
Verhängung von Geldstrafen unter allen möglichen Vorwänden und die An 
wendung des Trucksystems: die Zahlungen an die Arbeiter erfolgten nämlich 
in Form von Anweisungen an gewiffe Geschäftsleute, die mit den Unter 
nehmern im Einvernehmen standen und Waren lieferten, deren Werth den in 
ben Anweisungen ausgedrückten Beträgen nicht entsprach. 
4. Die Arbeiter sahen ihre Zukunft in keiner Weise gesichert. Sie 
konnten jederzeit willkürlich entlassen werden, blieben beim Eintritt von Ge 
schäftsstille oftmals lange Zeit hindurch ohne Beschäftigung und hatten nie 
manden, der für sie oder ihre Kinder Sorge trug. In den neuen Industrie 
städten erloschen inmitten des Ringens um Erwerb und Reichthum, welches 
Zausende von Menschen, die einander nie zuvor gesehen hatten, in gegenseitige 
Berührung brachte, jene alten persönlichen Beziehungen, welche aus dem 
kollernden Zusammenleben entstanden waren. Es bestand nunmehr zwischen 
ben großen Unternehinern und ihren Arbeitern, welche für die erstern nichts 
nls lebende Werkzeuge waren, von denen sie weniger wußten als von ihren 
Maschinen, eine weite Kluft. Unter diesen Verhältiliffen waren Aeußeruilgen 
Möglich wie die folgende: ,Zwischen Unternehmern und Arbeitern kann ein 
einträchtiges Verhältniß unmöglich bestehen. Die erstern haben ein Interesse 
^ "ŗan, für möglichst wenig Geld möglichst viel Arbeitsleistungen zu erhalten? 
Mißverhältnisse zwischen Herren und Arbeitern sind zu allen Zeiten vor 
gekommen ; solange die zu Anfang unseres Jahrhunderts in England herrschen- 
ou Zustände dauerten, waren dieselben aber ganz und gar gewohnheitsmäßig. 
5. Es kamen sogar Fälle grausanler, geradezu unglaublich schlechter Be 
sudlung von Kindern vor. Knaben inld Mädchen wurden übermäßig lange 
^kit hindurch, bei Tag und Nacht, zu allen, auch den ungesundesten Arbeiten 
verwendet, ohne daß ihnen wenigstens gehörige Ruhepausen gewährt worden 
Mären. Ja sie wurden sogar mit Schlägen zur Arbeit angetrieben; man 
stnn sich denken, mit welchen Folgen für die Gesundheit! Solche armen Ge- 
lchöpfe galten einfach als Erwerbsmittel, da ihre Eltern in den meisten Fällen so 
"*m und hilflos waren, daß sie auf keine Erwerbsquelle verzichten konnten.
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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