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Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

486 
IV. Buch. Nachträge. 
des wirtschaftlichen Liberalismus gegen die Arbeiterschutzgesetzgebung auftraten, 
gegen die letzten wohlthätigen Einschränkungen der wirtschaftlichen Freiheit, 
die noch aus früherer Zeit bestanden, ankämpften und an dem Elende, in 
welches weite Schichten des Arbeiterstandes infolge der zügellosen Freiheit des 
Wettbewerbes gestürzt wurden, als an den Zuständen eines angeblich un 
vermeidlichen Uebergangsstadiums achselzuckend vorübergingen. 
Die Verheerungen, welche durch die Anwendung der Maximen des wirt 
schaftlichen Liberalismus im staatlichen Leben angerichtet wurden, steigerten 
sich zu einem solchen Umfang, daß sich eine gewaltige Reaction gegen dieses 
System erhob, welche allmählich in den verschiedenen Staaten zu einer mehr 
oder minder entschiedenen Aenderung der von der Gesetzgebung eingeschlagenen 
Richtung führte; von dieser Aenderung aber legen namentlich die im 10. Kapitel 
des III. Buches besprochenen Arbeiterschutzgesetze der meisten europäischen Groß 
staaten beredtes Zeugniß ab. Es waren so manche Ursachen, welche zu diesem 
Resultate zusammenwirkten, und zwar solche sehr ungleichen Charakters. 
Wir erwähnen hier die folgenden: 1. das durch die amtlichen Erhebungen, 
wie jene der in den vierziger und den sechziger Jahren in England bestellten 
königlichen Commissionen zur Erforschung der Kinderarbeitsverhältnisse, wach 
gerufene Erbarmen und Entsetzen über die bestehenden, überaus großen Miß 
stände; 2. das Erstarken des Nationalgefühls, welches sich im Gegensatze zu 
den früher herrschenden kosmopolitischen Ideen immer mehr Bahn brach; 
3. das Anwachsen der socialistischen Strömung, das zu Tage trat, sobald 
es sich zeigte, daß der Triumph der industrie- und handeltreibenden Klaffen 
und überhaupt der sogen. Bourgeoisie, d. h. der zu Reichthum und Macht 
gelangten Theile des Bürger- und des Gelehrtenstandes, über den Landadel 
und die Geburtsaristokratie an sich noch keinen Sieg der ärmern Bevölkerungs- 
schichten bedeute; 4. die Verbreitung richtiger historischer Kenntnisse, und 5. das 
unverkennbare Neuaufleben des religiösen Geistes, welches sich in sämtlichen 
europäischen Staaten geltend machte. 
So wurde denn in England etwa um das Jahr 1870, in Deutschland 
und Oesterreich etwas später, noch später in Frankreich und endlich auch in 
Italien die Herrschaft des ökonomischen Liberalismus gebrochen. Seit dieser 
Zeit herrscht auf dem Gebiete der Wirtschaftswissenschaft sozusagen Anarchie. 
Es kreuzen sich die verschiedensten Strömungen. Immerhin kann man vier 
große Gruppen unterscheiden (von denen freilich eine jede wieder in verschiedene 
llnterabtheilungen zerfällt) : die modern-liberale, die socialistische, die historische 
und die ethische Schule. 
Die ersten Vertreter und Anhänger dieser Schulen haben zwar schon 
lange vor den soeben bezeichneten Zeitpunkten ihre Stimme erhoben, aber die 
bedeutende Ausbreitung dieser Richtungen ist jedenfalls neuern Datums.
	        

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Grundsätze Der Volkswirtschaftslehre. Herder, 1896.
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