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Der historische Materialismus

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Bibliographic data

Full text: Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

Monograph

Identifikator:
832651257
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63075
Document type:
Monograph
Author:
Devas, Charles S. http://d-nb.info/gnd/124362435
Title:
Grundsätze der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Freiburg
Publisher:
Herder
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XXIII, 521 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

262 
Zweiter Teil. Landet. XII. Bankwesen. 
in den Emittenten betreffen. Münzsurrogat ist das eigentliche Papiergeld ferner in 
wesentlich anderer Weise als die Banknote, das einlösbare Papiergeld und andere 
Kreditumlaufsmittel: mit diesen allen ersetzt es die Münze in der Funttion des körperlich 
gebrauchten Amlaufsmittels, aber im Unterschied von diesen allen zugleich auch — jedenfalls 
mehr oder weniger, wenn auch nicht unbedingt völlig, — in der Funktion des Preis 
maßes und eben der Währung, während die Noten rc. ausdrücklich sich auf die Münze 
als Währung und als Preismaß zurückbeziehen, indem sie unter gewissen Bedingungen 
in einem gewissen Münzbetrage einlösbar sind. Lier liegen mithin die wesentlichsten 
rechtlichen und zugleich ökonomischen, die Verkehrsfunttion betreffenden Unterschiede vor. 
Ein weiterer wesentlicher Unterschied in bezug auf die Verkehrsfunttion tritt aber 
sodann bei den Banknoten und allem sonstigen, üblicher Weise nach dem populären 
Sprachgebrauch sogenannten Papiergelde, auch dem einlösbaren gegenüber in der ver 
schiedenen Art der Ausgabe, daher auch der verschiedenen Art der Rückströmung hervor: 
die Banknote wird regelmäßig als Darlehen, daher für den Erwerb eines Forderungs 
rechts oder gegen Schuldschein hinausgegeben, bei dessen Verfall entweder sie selbst in 
sogen, „regelmäßiger Rückströmung" oder an ihrer Stelle Münze zurückkehrt, weshalb 
nach Ablauf des betreffenden, üblich ziemlich kurzen Termins — meistens höchstens drei 
Monate, tatsächlich gewöhnlich viel weniger — entweder überhaupt kein solches Kredit 
papier im Amlauf bleibt oder Münze dafür in der Bank hinterliegt; alles Papiergeld, 
uneinlösbares und einlösbares, wird dagegen als Zahlung, (implizite für eine fällige 
Schuld, aus Ankäufen, anderen Zahlungsverpflichtungen) also gegen Quittung aus 
gegeben, gelangt daher nur etwa zum Zweck der Einlösung oder zu anderen Zahlungen 
wieder an den Emittenten, der es dann aber regelmäßig zu seinen Zahlungen alsbald 
wiederausgeben muß. Mithin bildet die Banknotenausgabe nur eine zeitweilige, die 
Papiergeldausgabe eine dauernde Vermehrung der Amlaufsmittel. 
Die Arsache der ersten Ausgabe von Noten ist ein vorausgehendes Verkehrs 
bedürfnis, nämlich ein Bedarf nach Bankdarlehen, diejenige der längeren Zirkulation 
der Noten ein stetiger Bedarf des Verkehrs gerade an Amlaufsmitteln in Notenform 
(statt Münze rc.) und ein fortdauernder Bedarf an Darlehen, dessentwegen die zurück- 
gesttömten Noten immer von neuem ausgegeben werden. Eine Lauptursache des 
gesteigerten Bedarfs an Zirkulationsmitteln, an Münze und Noten auch für den kleinen 
und mittleren Verkehr — wo demnach die Frage der Größe der Notenstücke wichtig 
wird — ist eine vorausgehende, bez. sich nach dem Prozeß interlokaler und internattonaler 
Preisausgleichung vollziehende Erhöhung des durchschnittlichen Stands der Warcn- 
und Dienstpreise. Die Papiergeldausgabe und die Papiergeldzirkulatton erfolgt dagegen 
im wesentlichen unabhängig vom Verkehrsbedürfnis. Das etwa zur Einlösung zurück 
gekommene, das in Zahlungen an Staatskassen eingegangene Papiergeld gelangt immer 
sofort wieder zur Verausgabung in neuen Zahlungen, nicht wegen des Verkehrsbedarfs, 
sondern wegen des Bedürfnisses der staatlichen Finanzverwaltung. Eben deshalb ist 
die sog. „Steuerfundation" des Papiergeldes (Stein) keine wahre Fundation. 
Man kann daher auch den Zettelbanken — weder der Zentralbank noch den 
kleinen Banken eines dezentralisttschen Systems — keine beliebige Macht, wirklich 
jederzeit einlösbare Noten auszugeben und in Amlauf zu erhalten, das Land „mit 
Noten zu überschwemmen", die „Preise willkürlich zu steigern", den „Geldwert beliebig 
zu verändern", zuschreiben, sobald man nur die einfachsten, Nächstliegenden, leicht 
anwendbaren Kautelen gegen zu willfährige Diskontierung mittelst der Notenausgabe 
trifft, d. h. im wesentlichen eben für die wirkliche stete Einlösbarkeit der Note sorgt. 
Insofern ist aus der Verkehrsfunttion der Banknote und der Zettelbank die Notwendigkeit 
einer sonst resttingierenden Bankpolitik, insbesondere des Notenmonopols, der Zcn- 
ttalisierung der Notenausgabe, der „Verstaatlichung" des Zettelbankwesens nicht schon
	        

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Volkswirtschaftliches Lesebuch Für Kaufleute. Verlag der Waldow’schen Buch- und Kunsthandlung (R. Wengler), 1905.
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