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Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Bibliographic data

fullscreen: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Monograph

Identifikator:
832850500
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69619
Document type:
Monograph
Title:
Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
Place of publication:
Riga
Publisher:
Häcker
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 758 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
  • Title page
  • Contents

Full text

I 
94 
Die Organisation 
der Gewerbetreibenden in Ämtern. 
Mitglieder der grossen Gilde haben dann auch die Taielgil^j 
im Jahre 1425 zur Unterstützung der Armen gestiftet. Als Entgelt 1 
für die übernommenen Zahlungen werden zum Seelenheile der 
Mitglieder Messen gelesen und Gebete verrichtet. Das gesellige 
Moment ist keineswegs ausgeschlossen; einmal im Jahre wenigstens 
versamrneln sich (leni Scliragen gemäss (he Zugehörigren der(.,l(ie 
zu einem gemeinsamen Mahle. In nachreformatorischer Zeit, wo mit 
dem Auf hören der kirchlichen Gebräuche in der Gilde eine Änderung 
des Charakters eintreten musste, wurden und werden bis auf den 
heutigen Tag die Zinsen der angesammelten Kapitalien zur Unter 
stützung Hilfsbedürftiger angewandt; somit könnte man die Tafel- 
gilde als die älteste Unterstützungskasse Rigas bezeichnen. 
Die Kompagnie der Schwarzen Häupter gehörte zur Kate- : 
gorie jener zahlreichen Hrüderschaften des Mittekdter^ die aus I 
dem Bedürfnisse gleichartiger Elemente der städtischen Gesellscha t 
nach Befriedigung ihrer religiösen und gesellschaftlichen Interessen i 
hervorgregarijgen sind. In dieser C^ikle abier traten die rel^rRisen ¡ 
Übungen den geselligen Unternehmungen gegenüber mehr in den 
Hintergrund, eine Erscheinung, die der Natur der Verbindung voll 
kommen entsprach, da die Mitglieder grösstentheils aus den jungen , 
Kaufleuten, dann aus Schiffern und Goldschmieden heryorgingen- 
Die Gilde der Schwarzen Häupter vereinigte demnach in sich die | 
männliche Jugend der wohlhabendsten Klasse der GesellschaÜ, ^ 
man könnte sagen der rigischen Aristokratie. Wie überall in ' 
ähnlichen Verhältnissen, so bildeten auch hier den Mittelpunkt des 
Lebens die Freuden und Lustbarkeiten, deshalb machten auch den j 
wichtigsten Gegenstand ihrer Interessen die Trinkgelage und hast- 
nachtvergnügungen, die Schützen- und Maigrafenfeste, aus. Ihren , 
Namen erhielten die Schwarzen Häupter nach ihrem Schutzpatron, 
dem heiligen Mauritius, jenem christlichen Mohren, der den Märtyrer- 
tod starb und als Beschützer der strebsamen Jugend verehrt wiO • 
Einen militärischen Charakter, wie wiederholt behauptet worden 
ist, haben die Schwarzen Häupter nicht besessen, wenngleich diC , 
Mitglieder in Zeiten der Noth, wo die Stadt von Feinden bedroht 
war, Kriegsleistungen auf sich nahmen und durch 1 apferkeit sich 
hervorthaten. Die Ausübung militärischer Obliegenheiten war eine 
Bethätigung ihrer Bürgerpflicht, der alle männlichen Einwohner 
nachkommen mussten. Den Schwarzen Häuptern, den lebensfrohen 
und unternehmungslustigen jungen Leuten in Riga, konnte eine 
derartige Verpflichtung nur erwünscht sein; gewährte sie doch
	        

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The Elements of Economic Geology. Methuen, 1928.
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