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Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Bibliographic data

fullscreen: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Monograph

Identifikator:
832850500
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69619
Document type:
Monograph
Title:
Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
Place of publication:
Riga
Publisher:
Häcker
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 758 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
  • Title page
  • Contents

Full text

Die Verfassung der Ämter im vierzehnten Jahrhundert. 
109 
clie Gesellschaft zu bestimmter Stunde und geht auseinander, sobald 
Altermann Urlaub giebt. Alle Vortrünke und Nachtrünke 
Waren verboten. Wer ohne genügende Entschuldigung ausblieb, 
niusste gleichwohl seine Zeche zahlen oder eine Geldstrafe erlegen, 
^äste konnten eingeführt werden, doch mussten sie der Gesell 
schaft würdig sein, und haftete derjenige, der sie einführte, für sie. 
^b auch die Frauen regelmässig herangezogen wurden, ist nicht 
ganz sicher. Während des Gelages wurde eine gewisse Ordnung 
beobachtet und auf Anstand gesehen. Dolche (stekemest) und 
ändere Waffen mussten vor dem Eintritt in den Festsaal abgelegt 
Werden. Das Würfelspiel war an solchen Tagen verpönt. Wer 
Sein Bier verschüttete, mehr als man mit dem Fusse verdecken 
konnte, wurde in Strafe genommen. Die Organisation der Feste 
''^är besonders gewählten Gerdeluden oder Schaffern über- 
tragen, und Niemand durfte die Wahl zu diesem Amte ablehnen. 
Kosten werden unter alle Anwesenden vertheilt worden sein; 
^onst hätten wenigstens die Schuhmacher den in Ehren alt ge 
wordenen Genossen nicht ,,vrie drunke, wan dat zverk tosamende 
in Aussicht stellen können (Art. 26 der Sera). Hei den 
Schmieden werden die Schaffer ausdrücklich mit der Einkassirung des 
»Gngelt“, und zwar spätestens bis zum nächsten Steven, beauftragt. 
Was endlich die kirchliche Seite anlangt, so versteht sie sich 
bei den mittelalterlichen Genossenschaften und dem glaubensstarken 
^inne der damaligen Bevölkerung ganz von selbst. Sie zeigt sich 
‘Järin, dass die meisten Ämter in den Kirchen «eigene Altäre oder 
Sär Kapellen hatten, dass sie Strafen in Wachs erhoben, das zu 
auf den Altären brennenden oder bei feierlichen Gelegenheiten 
giibrauchten Lichtern verwandt wurde, dass sie ein eigenes Leichen- 
Sargtuch (boldyk) besassen, das bei der Bestattung eines 
^erstorbenen (Genossen benutzt wurde und dass sie regelmässig 
•bre Todten gemeinsam zur Ruhe brachten. Fast alle Schrägen 
sprechen die V erpflichtung aus, dem V erstorbenen das letzte (leleit 
Reben (dat liik to der kerken to dregende) und dehnen sie ge- 
I^Rentlich auch auf Frauen und Kinder der Amtsbrüder aus (Bäcker, 
Hirschner). Die in Wachs zu verbüssenden Strafen werden aus- 
^^^ücklich „/ö unsen lichten^^ oder „to dem heiligen leichname^^ 
^boben, und einzelne Ämter erweisen ihren religiösen Sinn ausser- 
^ äuf ganz besondere Weise. So gaben die Schuhmacher regel- 
Jl^ässig nach der Pfingstversammlung dem Prediger an der St. Petri- 
‘rche 3 euer dechtnisse und to tröste den seien, de ut
	        

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Mittheilungen Aus Der Geschäfts- Und Sterblichkeits-Statistik Der Lebensversicherungsbank Für Deutschland Zu Gotha Für Die Fünfzig Jahre von 1829 - 1878. Böhlau, 1880.
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