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Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Bibliographic data

fullscreen: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Monograph

Identifikator:
832850500
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69619
Document type:
Monograph
Title:
Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
Place of publication:
Riga
Publisher:
Häcker
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 758 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Deutsche Geschichte
  • Neuere Zeit (Abt. 2)
  • Title page
  • Contents
  • Neunzehntes Buch
  • Zwanzigstes Buch

Full text

Die Dichtung der Renaissance in ihren unmittelb. Abwandlungen. 25] 
an der Niederelbe dagegen reimt der Nebenbuhler und Gegner 
Zesens, Johann Rist aus Ottensee (1607 -67), der „Sing⸗ 
schwan“ und Pfarrer zu Wedel an der Elbe, und begründet, dem 
Hamburger Leben durch den Opernton einiger seiner Schöpfungen 
verwandt, in rühriger Eitelkeit im Jahre 1667 die poetische 
Genossenschaft des „Elb-Schwanen-Ordens“ nach berühmten 
Mustern. Über diese Flachgründe der Poesie aber, in denen 
die Renaissanceform nur zu oft die gänzliche dichterische Leere 
des Inhalts verdeckt und schon früh die schweren Schäden 
jeder importierten Dichtungsweise: Gemachtheit, Unwahrheit 
und demgemäß Nüchternheit oder Bombast, enthüllt, heben sich 
zwei wahre Dichter hoch hinaus: Paul Fleming und Paul 
Gerhardt. 
Fleming, 1609 zu Hartenstein im Vogtlande geboren, 
Mediziner, in jungen Jahren weit, in der Welt erfahren, 
starb in dem Augenblicke, da er sich in Hamburg als Arzt 
niederlassen wollte, im April 1640. Er war aus dem Leip— 
ziger Kreise hervorgegangen; aber als ein Dichter, der nur sang, 
wenn ihm die Muse gebot, und darum vornehmlich Gelegenheits⸗ 
dichter, sprengte er die engen Fesseln der Liebes- und Trink— 
poesie und erfüllte seine Kunst mit reichem Gedankeninhalte 
bei eng geschürzter Darstellung und einer durch regste An— 
schauung gestärkten Plastik des Ausdrucks. Gewiß steht auch 
er innerhalb der Schranken einer halb fremden Form, die 
klassische Mythologie verläßt auch ihn selbst im Zuge der Be— 
geisterung nicht, und mit inniger Verehrung hat er Opitzens 
gedacht. Aber er füllt diese Form ganz aus; und in wort— 
reicher Zeit ziert ihn die altnationale Gabe dramatischer 
Schlagkraft. So wirken seine Dichtungen noch heute lebendig, 
nunter und schwungvroll, und die fremde Form adelt und 
zügelt seinen Genius mehr, als daß sie ihn unterdrückte. Wie 
herrlich ist nicht der Zyklus von Gedichten, den er einer un— 
glücklichen Liebe fern von der Heimat in Reval geweiht hat! 
Wenn auch nicht gleich geschlossen, ist dieser wohl dem ersten Ge— 
dichtkranz in Heines „Buch der Lieder“ zu vergleichen. Frei⸗— 
lich: bei Liebeskummer in beiden Fällen welch Unterschied der
	        

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Leitfaden Durch Die Sozialpolitik. G.A. Gloeckner, Verlagsbuchhandlung, 1923.
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