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Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

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Bibliographic data

fullscreen: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Monograph

Identifikator:
832850500
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69619
Document type:
Monograph
Title:
Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
Place of publication:
Riga
Publisher:
Häcker
Year of publication:
1896
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 758 S.)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621
  • Title page
  • Contents

Full text

Alt-Rigas gewerbliches Leben. 
23 
Jahr i4(xj war es jedenfalls seiner einstigen Bestimmung entfremdet, 
denn die Stadt verkaufte es an einen Privatmann 
Dagegen hat der Kohlenmarkt (fortim carbomim, dat kal- 
niarket, kolmarket), die Stätte, auf der die für den Haushalt und 
viele Gewerbe unentbehrlichen Kohlen lagerten und zum Verkaufe 
kamen, seine ursprüngliche Bedeutung lange beibehalten. Er wird 
von 1393—1338 mehrmals genannt und scheint vor der Mündung 
der grossen Sandstrasse in die Jacobsstrasse gesucht werden zu 
sollen*. Das am Kohlenmarkt befindliche Haus, das einen Aus 
gang nach der Schlossstrasse hat * verträgt sich mit dieser Annahme 
ganz gut. Die (platea carbo7ium) kann eine der 
vom Markte aus abführenden Strassen gewesen sein. 
Sind wir mit den letzten Betrachtungen bereits in das Ciebiet des 
Handels eingetreten, so mehren sich gegen den Ausgang des fünf 
zehnten Jahrhunderts die Anzeichen dafür, dass neben dem Klein 
handel, dem die charakterisirten Anstalten zu dienen ausersehen 
'varen, auch der Grosshandel rege sich entwickelte. Die uns zwischen 
1488 und 1374 genannten Talg-, Wachs- und Flachs Speicher 
(icillichpeysehuss, wassperscher, flassperseJms)^ sind augenscheinlich 
niit dem Aussenhandel in diesen Gegenständen in Zusammenhang 
zu bringen. Sie befanden sich alle vor der Schalpforte oder an 
fier Düna. Ob wir in ihnen städtische Anstalten zu erkennen haben, 
denen etwa eine Wrake der Waare unmittelbar vor ihrer Ver 
schiffung stattfand, oder Privatgebäude, die zur Aufbewahrung der 
(betreffenden Gegenstände bis zu ihrer Versendung dienten, kann 
hicht entschieden werden. Die Flachs- und Hanfwrake wurde in 
(^jga erst 1328 eingeführt\ und es wäre nicht ganz ausgeschlossen, 
dass damit die Erbauung des Flachsspeichers zusammenhing. 
t, Wassperscher** an eine Anstalt zur (Gewinnung von Wachs 
durch Auspressen des Honigs aus den Waben zu denken, wie 
Napiersky will“, scheint mir gesucht. Gegen den Transport der 
Honigwaben aus der Umgegend bis zu diesem gewerblichen 
Etablissement erheben sich Bedenken. Dagegen hat bei dem schon 
' Napiersky, Llb. red. II, 505, 644, 145. 
* Napiersky, Erbeb, s. v. Kohlenmarkt. Bunge, a. a. O., S. 68. 
* Napiersky, Erbeb. II, 1228. 
Napiersky, Erbeb. I, 227. 
Die hiervon handelnden Urkunden siehe im Regest bei Hildebrand Mélanges 
Kusses 4, S. 781. 
® Libri red. S. 224.
	        

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Hansische Beiträge Zur Deutschen Wirtschaftsgeschichte. Hirt, 1928.
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