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Die Volkswirthschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Die Volkswirthschaftslehre

Monograph

Identifikator:
833000799
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36018
Document type:
Monograph
Author:
Schober, Hugo
Title:
Die Volkswirthschaftslehre
Edition:
3. Aufl.
Place of publication:
Kiel
Scope:
1 Online-Ressource (X, 391 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Volkswirthschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

122 Buch 2. Kap. 1. Produetionsmittel. 
sie durch Vermietheu nutzt, zum Erwerbe», und demjenigen, der 
sie zu seiner eigenen Bequemlichkeit gebraucht, sowie vom Stand 
punkte der Volkswirthschaft aus zur unmittelbaren Bedürfniß- 
befriedigung. Leihkapitalien, welche vom Eigenthümer einem 
Anderen zur entgeltlichen Benutzung überlassen wurden, deren 
Nutzung er also nicht durch Selbstanwendung bezieht, sind offen 
bar für den Ansleihenden Erwerbskapital und bleiben für den 
Entleiher, insofern sie überhaupt noch fortbestehen, entweder eben 
solches oder iverdeu Gebrauchskapital. Ferner sind alle vorsorg 
lich zu bestimmter oder unbestimmter Verwendung bereit gehaltene 
Kapitalien, um daran einen Rückhalt bei plötzlich eintretendem 
Bedarf zu haben, zur Zeit ihrer Aufbewahrung mindestens als 
Gebranchskapital aufzufassen, können nachher jedoch auch wieder 
für erwerbswirthschaftliche Zwecke benutzt werde». Jedenfalls sind 
solche Borräthc, z. B. ein in Gold oder Silber hinterlegter Staats 
schatz, nicht ungenutzt und somit kein sogenanntes „todtes Kapital", 
welches in zur Production zwar verfügbaren, aber nicht ver 
wendeten Producten besteht, und demnach eigentlich nur unbenutzt 
gelassener Vermögensvorrath ist. 
Das gegenseitige Verhältniß, in welchem die innerhalb einer 
Volkswirthschaft angesammelten Kapitalmengen für die beider 
seitigen ungleichen Zwecke wirklich verwendet werden, ist jelveilig, 
je nach der erreichten wirthschaftlichen Entwickelung salvie nament 
lich bei noch armen und längst reichen Völkern, nun allerdings an sich 
schon ein wesentlich verschiedenes. So pflegen z. B. im Vergleich 
mit nachher und vorher in früherer Zeit die Gebranchskapitalien, 
und in vorgeschrittenerer die Erwerbskapitalien einen verhältniß- 
mäßig größeren Theil des Gcsammtkapitals auszumachen. Dies 
beruht, insoweit es thatsächlich zutrifft, alsdann lediglich darauf, 
daß anfänglich die erwerbswirthschaftliche Nutzbarmachung unver 
brauchten Einkommens noch weniger vielfach möglich, sicher und 
anlockend ist, wogegen es späterhin an Gelegenheit und Anreiz 
dazu nicht mehr fehlt. Die nämlichen Beziehungen bedingen auch, 
daß mit fortschreitender Kultur das Müßigliegenlassen von als 
Kapital benutzbarem Vermögen seltener wird, und die ehemalige 
Vorliebe für dessen Anlegung in Kostbarkeiten, z. B. in zu 
Schmucksachen brauchbaren Muscheln. Perlen, edclen Steinen und 
Metallen, abnimmt.
	        

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