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Die Volkswirthschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Die Volkswirthschaftslehre

Monograph

Identifikator:
833000799
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36018
Document type:
Monograph
Author:
Schober, Hugo
Title:
Die Volkswirthschaftslehre
Edition:
3. Aufl.
Place of publication:
Kiel
Scope:
1 Online-Ressource (X, 391 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Volkswirthschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

§ 157. Arbeitslohn. 
297 
Das Angebot an Arbeit kann um so stärker sein und sich 
bei zunehmender Nachfrage à so eher ebenmäßig steigern, je 
einfacher die betreffende Arbeit selbst ist, je weniger besondere und 
seltenere natürliche Anlagen, größere Vorauslagen für vorgängige 
Ausbildung, langwierige Vorübung, kostspieligere Arbeitshilfs 
mittel re. behufs derselben erforderlich sind, zumal auch der 
Uebergang zu solchen Arbeiten aus anderen Beschäftigungen 
weniger schwierig ist. Dasselbe vermag hingegen bei abnehmen 
der Nachfrage sich um so weniger leicht alsbald abzumindern, 
je qualificirtcr eine Arbeit an und für sich ist und je schwerer 
den nun einmal vorhandenen, bereits zu deren Verrichtung her 
angezogenen und in Folge vieljähriger Einübung vornehmlich 
geschickt gewordenen Arbeitskräften ein gänzlicher Beschäftigungs 
wechsel bei ausgebildeter Arbeitstheilung fallen muß. 
Mit einer Arbeit verbundene persönliche Annehmlichkeiten 
reizen zu starkem Angebote, rvogegen mit einer solchen etwa ver 
knüpfte Unannehmlichkeiten abschreckend wirken und somit ein 
schwaches Angebot bedingen. Erstere kann eine Arbeit darbieten 
durch Gewährung persönlicher Unabhängigkeit, ununterbrochenen 
Zusammenlebens mit der Familie, besonders geachteter Lebens 
stellung, hohen persönlichen Genusses an der Arbeitsthätigkeit 
selbst re. Letztere dagegen vermögen zu erwachsen aus der An 
rüchigkeit oder besonderen Lästigkeit einer Arbeit re. 
Je gleichmäßiger sich endlich die Arbeitsgelegenheit darbietet 
und je sicherer diese zugleich ist, um so eher mag ein der Nach 
frage entsprechendes Angebot eintreten, und umgekehrt um so 
weniger leicht. So pflegt z. B. das Arbeitsangebot um so reich 
licher zu sein, je zuverlässiger der Arbeiter aus stete Gelegenheit 
zur angemessenen Verwerthung seiner Arbeitskraft und auf Fort 
kommen in dem erwählten Berufe rechnen, oder je gewisser er 
dabei Hilfe in Bezug ans Uebertragung von Unglücksfällen, 
Altersversorgung re. erwarten darf. Einrichtungen, welche den 
Arbeiter in letzterer Beziehung sicherstellen, erleichtern demselben 
die Uebertragung der ihm drohenden wirthschaftlichen Gefahr und 
vermindern somit, gleich jeder anderen ihm regelmäßig zugute- 
kommenden Unterstützung, zum Theil auch wirklich die seinerseits 
aufzuwendenden Produktionskosten der Arbeit. 
Herrschellde Gewohnheiten können schließlich sogar noch in 
weit vorgeschrittener Zeit einen merklichen Einfluß auf das An 
gebot an Arbeit behaupten, insofern dieselben fortdauernd für
	        

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