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Die Volkswirthschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Die Volkswirthschaftslehre

Monograph

Identifikator:
833000799
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-36018
Document type:
Monograph
Author:
Schober, Hugo
Title:
Die Volkswirthschaftslehre
Edition:
3. Aufl.
Place of publication:
Kiel
Scope:
1 Online-Ressource (X, 391 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Die Volkswirthschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

§ 165. Kapitalzins. 
311 
den Aus- und Einströmen aus einer Anlagsgelegenheit in die 
andere stärkere Hindernisse entgegenstehen, der Zins leichtlich so- 
wchl ungewöhnlich hoch steigt als außergewöhnlich tief sinkt, je 
nachdem der vom Preise der mittels des angelegten Kapitals 
erzielten Producte abhängige Kapitalertrag besonders hoch oder 
niedrig ist. Ersteres kann zumal eintreten bei nicht leicht zu 
vermehrenden Anlagskapitalicn, z. B. Brücken, Eisenbahnen re., 
letzteres bei allen ebensolchen zwar theilweise leichter vermehrbaren 
jedock lediglich einseitig zu benutzenden, langdauernd gebundenen 
und 'ich nur äußerst langsam vernutzenden Kapitalien, z. B. 
HLusem in einer nunmehr weniger gesuchten Lage oder in einer 
Stadt, wo die Bevölkerung abnimmt, durch wirksamere Con- 
structionen überfliigelten Maschinen re. 
Daneben schwankt freilich der Zinsfuß bei kurzfristig aus 
geliehenen Kapitalien im Allgemeinen bedeutender, als bei lang 
fristigen Darlehen, was hauptsächlich wieder darauf beruht, daß 
erstere zu sich schnell abwickelnden Geschäften und letztere zu sich 
langsamer vollendenden Productionen benutzt werden, in denen 
die Ergiebigkeit der Kapitalverwendung weniger plötzlich und 
beträchtlich wechselt. Der Diskontosatz verändert sich also nur 
deshalb weit häufiger, schneller und stärker als der hypothekarische 
Zinsfuß, weil im Handel die Umsätze rascher geschehen und der 
Gebrauchswerth der Kapitalnutzungen je nach der augenblicklichen 
Conjunctur ungleich wechselnder ist, als z. B. in der Landwirth 
schaft. Der Umstand aber, daß der Zinsfuß im Mobiliarkredit 
entschieden unsteter zu sein pflegt als im Immobiliarkredit, 
schließt selbstverständlich keineswegs aus, daß der reine Durch- 
schnittszins in jenem und diesem dennoch in der Regel fast gleich 
hoch steht, bezüglich auf die Dauer nach gleicher Höhe trachtet. 
In ähnlicher Weise lute innerhalb einer und derselben Volks 
wirthschaft kann sich zwischen getrennten Bolkswirthschaften eine 
allmählich zunehmende Zinsfußansglcichung dadurch vollziehen, 
daß niedrigeren Zinsfuß habende Völker von ihrem Kapitalreich- 
thnme nach solchen Ländern überströmen lassen, wo der Zinsfuß 
höher ist und in denen demnach Kapitalien noch vortheilhaftere 
Verwendung finden. Ein derartiges Ueberströmen wird vermittelt 
theils durch unmittelbare Auswanderung oder zeitweilige Ueber- 
siedelung einzelner Kapitalisten und durch Gründung von Zweig 
geschäften (Commauditen) ?c., theils durch lange Kreditgewährung 
im Handel und überhaupt durch Ausleihen an das Ausland,
	        

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