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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

206 
Genfer See 
hohen Steuern ohne Gewinn geblieben; 
die Ausfuhr von Goldwaren (mit Aus 
nahme der Genfer Ketten) hat fast ganz 
aufgehört, und die nach Rußland und den 
Donaufürstentümern geschickten Uhren 
bringen keinen Gewinn. Dazu hat Frank 
reich'die Stadt durch den Ban von Eisen 
bahnen immer mehr isoliert und dieselbe 
fast auf den Fremdenverkehr beschränkt. 
Der 13. Aug. 1873 verstorbene Herzog 
von Braunschweig hinterließ der Stadt 
sein ganzes Vermögen; der Staat G. er 
hielt davon Erbschaftssteuer 1,9 Mill. 
Mk., so daß die Stadt 16 Mill. Mk. be 
hielt. Über G. geht der schweizerische Han 
del mit Lyon, Marseille, Spanien und 
Algerien und bis zur Eröffnung der Gott 
hardbahn auch mit ben östlichen Mittel 
meerländern und dem Orient. — Wech 
selkurse notiert man auf Sicht nttb 90 
Tage dato auf: Amsterdam, belgische 
Bankplätze, Augsburg und München, 
Berlin und andre preußische Plätze, Dres 
den und Leipzig, Frankfurt a. M., Ham 
burg, Wien, Paris, Lyon, Marseille 
und andre französische Plätze, Florenz, 
Genua, Livorno, Mailand, Neapel, Pa 
lermo, Nom, Turin, Venedig (auf italie 
nische Plätze in Gold); auf London: auf 
Sicht, 3 Tage nach Sicht, 30 und 90 Tage 
dato; auf Schweizer Bankplätze: auf Sicht. 
Genfer See (Lac de Genève, Lac 
Léman), der größte See der Schweiz, 90 
km lang, 15 km breit (zwischen Evian 
und St.' Snlpice), 578 qkm groß, 375 m 
ü.M. gelegen, mit einer größten Tiefe von 
309 in (int westlichen Kleinen See aber 
nur 75 m). Er bildet für die drei Kan 
tone Genf, Waadt und Wallis und für Sa 
voyen die große Straße, welche den Waren 
austausch' unter ihnen vermittelt; er wird 
daher schon seit langer Zeit von größer« 
Frachtschiffen und zahlreichen Kähnen und 
Fischerbarken befahren. Die Dampfschiff- 
sahrt wurde hier zuerst von allen Schweizer- 
Seen 1823 eröffnet; jetzt befährt denG.S. 
die Contpagnie générale de Navigation 
sur le Lac Léman à Lausanne mit 13 
Raddampfern (davon 1 Salondampfer, 
2 Galleriedampfer, 3 Halbsalondampfer, 
1 Remorqueur) von 885 Pferdekräfteir 
und Ratlnl für 8750 Personeit. Diese 
— Genua. 
Dampfer wurden, mit Ausnahme der 
ersten atts Loitdon bezogenen, sämtlich voit 
Escher. Wysp u. Komp, in Zürich erbaut. 
Das Norduser begleitet die Eisenbahn von 
Genf über Versoir, Coppet, Nyon, Rolle, 
Morges, Lausanne, Lutry, Ctilly, Vevey, 
Montreur nach Villeneuve, wo sie nach 
St. Mattrice ant Rhone abgeht und sich 
mit der von Bouveret über Montsey kom- 
mettden Liitie vereinigt. 
Gent (Gand), Hauptstadt der belg. 
Proviitz Ostflandern, ant Zttsamntettsluß 
der Schelde und Ley (Lys) und an schiff 
baren Kanälen (zur Schelde mit mehreren 
Armen, zur Nordsee durch ben Kanal von 
Terneuzen seit 1827, nach Brügge); Sta 
tion der Bahnlinien G.-Anvers,G.-Bruges 
und der Belgischen Staatöbahn; (i87s) 
130,671 Einw. Deutsches Konsulat; Han 
delskammer, Handelsgericht; Börse, freies 
Eittrepot, Banque de Flandre. — Durch 
die genannte Kanalverbindung genießt G. 
die Vorteile einer Seestadt; Dampfer ver 
kehren regelntäßig zwischett hier und Lon 
don. Es liefen 1877 ein: 499 Handels 
fahrzeuge von 157,871 Ton. — Sehr be 
deutend ist die Indu st r i e, nanteittlich die 
Baumwollspinnerei (29 Etablissements 
mit 480,000 Spindeln und 4800 Ar 
beitern, davon eine mit 10,000, fünfzehn 
attdre mit 10,000 und tnehr Spittdeln), 
die Flachsspinnerei (zwei mit 51,000 und 
44,000 Spindeln. jede mit 2000 Arbei 
tern), Leiitwand- und Segcltuchwebcrci, 
Ölfabriken, Zuckerfabriken (Verbrauch 
1877 ca. 62 Mill, kg Rüben) und starker 
Handel mit Häuten und Fellen, Kanin 
chen- und Hasenhaaren, Holz, Korn, 
Rüböl, Flachs rc. — Geld und Kurse rc. 
wie in Antwerpen. M a ß e und G e w i ch t e. 
Gebräuchlich sind noch für ttngebleichte 
Leinwand die Elle (Autte) = 0,765 in, 
für Flachs der Stein (pierre) von 6 
Psd. sowie auch die PreiSstellung in 
Stübern brabantisch. P l a tz g e b r ä tt ch e. 
Verkauf voit Kartoffeln für 100 kg, Lein 
saat nach der Tonne von HA hl, Salz 
fleisch nach der Tonne von 120 kg an. 
Genua (Genova), Hauptstadt der 
gleichnamigen ital. Provinz, am Meer 
busen von G. und den Bahnlinien G.- 
Alessandria und Nizza-Livorno; Station
	        

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Selling Latin America. Small, Maynard & Company Publishers, 1915.
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