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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

214 
Griechenland (Viehzucht, Bergbau, Industrie). 
Weizen . . . . 1194 695 Hcktol. 
Mais 79254 - 
Gerste 40724 
Andres Getreide . 34000 - 
int Wert von 20,5 Mill. Mk., wovon auf 
Weizen allein 18,9 Mill. Mk. entfallen. 
Von Reis werden jährlich etwa 12,000 
Zollcentner erzeugt. Von Handelsgewäch- 
sen sind namentlich zil nennen: Tabak 
(auch nach England, Frankreich nnd Ruß 
land ausgeführt), Baumwolle (ca. 50,000 
Ctr. jährlich, nach England, Frankreich 
und Trieft exportiert), Krapp von vor 
züglicher Beschaffenheit und Safran. Der 
Ertrag der ausgedehnten Olivenhaine 
wird alif 200,000 hí jährlich gerechnet, 
der Export von Olivenöl wertete 1875: 
9,1 Mill. Mk. Wein wird in ausge 
dehntem Maß gebaut (der beste auf den 
Inseln); die Ausfuhr, welche hauptsäch 
lich nach Rußland, der Türkei, England 
und Triest gerichtet ist, beträgt jährlich 
120—150,000 Ctr. (1875 Wert der Aus 
fuhr 867,825 Mk.). Von weit größerer 
Wichtigkeit ist die Kultur von Korin 
then, die in G. allein gebaut werden und 
den wichtigsten Ausfuhrartikel bilden. Fast 
die ganze Jahresproduktion gelangt zur 
Verschiffung (meist nach Großbritannien). 
Die Ernte schwankte in den letzten Jahren 
zlvischen 53 und (1878) 99 Mill, kg, wo 
von nach England allein 60,8 kg gingen; 
1875 wertete der Export 27,3 Mill. Mk. 
Auch die Obstkultur liefert namhafte 
Ausfuhren (Feigen, Citronen u. a.). 
Die Viehzucht wird keineswegs in 
starkem Maß betrieben: es kommen in G. 
auf 1000 Einw. 182 Rinder, 1496 Schafe 
und 117 Schweine. Der absolute Vieh 
stand war Ende 1877 : 
Pferde. . . . 97176 
Esel ».Maultiere 142835 
Rinder. . . . 279445 
Schafe. 
Ziegen. 
Schweine 
2291917 
1836663 
55776 
So ist G. zum sehr erheblichen Teil auf 
den Import angewiesen, nicht allein von 
lebenden Tieren, auch von Salzfleisch. 
Die Wolle der Schafe ist keine besonders 
gute, dafür ist der Ertrag ein reichlicher. 
Aus der Schafmilch werden Butter und 
Käse bereitet, der letztere wird ans Arka 
dien ausgeführt. Von hoher Bedeutung 
ist aber die S e id e n z u ch t, welche nament 
lich in Morea betrieben wird. DieErilteil 
bezifferten sich 1875 und 1876 alls 16,000 
kg, 1878 nur auf 10,000 kg; Seide bil 
det immer einen hervorragenden Export 
artikel. Nennenswert sind noch die Zucht 
von Blutegeln und die Gewinnung von 
Badeschwämmen bei den Inseln Kalym- 
nos und Symi (jährlich 6000 Etr.). 
Die Waldungen sind in vielen Ge 
genden völlig zerstört, doch ist das Areal 
(18 Proz. des Gesamtareals) immer iloch 
bedeutend genug. Trotzdem müssen sehr 
ansehnliche Mengen von Holz eingeführt 
werden, während im Export nur Knoppern 
(Wallonen) als Waldprodukt auftreten. 
Der Bergbau Griechenlands liegt 
völlig danieder, und doch fehlt es, wie 
man schon im Altertum wußte, an Eisen, 
Blei und Kupfer nicht. Eisenerze finden 
sich auf Seriphos in außerordentlicher 
Menge, Braunkohle auf Euböa und in 
Attika, Steinkohle auf den Jonischen 
Inseln; aber bisher ist die Gewinnung 
nicht von Belang. Bedeutend ist bis jetzt 
allein die Ausfuhr von Blei. 
Industrie. Im Jahr 1874 bestanden 
87 größere industrielle Etablissements, 
darunter 3 Papierfabriken, 7 Eisenfabri 
ken , 1 Nadelfabrik, 3 Seidenwebereien, 4 
Tuchfabriken, 6 Lederfabriken, 18 Baum- 
woll- nnd Seidenspinnereien und 36 
Dampfmühlen. Besonders hervorzuhe 
bende Jndustrieerzcngnisse sind: das Leder 
von Syra (Maroquin in roter und gelber 
Farbe), Fes und Seide von Athen, Lein 
wand von Syphnvö, Seife von Piräeus, 
Syra nnd Patras, Konfitüren von Athen. 
Von diesen Produkten sind Baumwoll 
garn undSeife schon ansehnliche Ausfuhr 
artikel. Größere Ausdehnung hat aber 
der Schiffbau gewonnen. Die Haupt 
werften befinden sich auf Paros, Hydra, 
Syra und in Galaridi am Golf von Le- 
panto. Jährlich werden ca. 2Ù0 Fahr 
zeuge (darunter zuweilen solche von 150 
bis 300 Ton.) vom Stapel gelassen. 
Handel. Hauptbandelsplätze sind: 
Syra, Piräeus (der Hafen von Athen) und 
Patras als Einfuhrhäfen, Patras, Kala- 
mata, Nauplia und Korfu als Ausfuhr 
häfen. Der Wert des Specialhandels war 
1878 inEinfuhr 96,2 Mill., Ausfuhr 60,4
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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