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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

260 
Italien (Urproduktion: Schaf-, Seidenzucht, Fischerei). 
Stufe, veredelte Schafe haben nur Pie 
mont und die Lombardei. Der jährliche Er 
trag wird auf 13—14 Mill, kg geschätzt, 
doch importierte man im Durchschnitt noch 
für 22-28 Mill. Mk. Rohwolle jährlich. 
Die S e i d e n z u ch t, welche in der Lom 
bardei ihre Sitze hat, bildet eine der aller 
wichtigsten Erwerbsquellen. Die Seiden 
zucht zählt gegenwärtig 2030 Unterneh 
mungen (Venetien 928, Piemont 514), 
welche ungefähr 16,000 Männer, 120,000 
Frauen und 76,000 Kinder beschäftigen. 
Drei Viertel der Seidenernte Europas 
kommen von hier. Seit dem Auftreten der 
Seidenraupenkrankheit ist die Produktion 
allerdings eine bedeutend geringere; I. 
produzierte 1879: 1,276,000 kg gegen 
3,710,000 kg in 1862, dem letzten Jahr 
vor der Epidemie. Seit jener Zeit führt 
man japanesischen Samen ein; so verwen 
dete man 1878 ungefähr 95 Proz. japa 
nesischen Raupensamen und nur 5 Proz. 
der gelben, einheimischen Rasse. In 
neuester Zeit ist die Einfuhr wieder be 
deutend gesunken. Für diesen Import 
a#c 3. 1877: 12,i Wiü., 1878: 4,5 
Mill. Mk. Die Kokonsernte belief sich auf 
14,100,959 kg im Wert von 41,s Mill. 
Mk. Voit Kokons empfängt und versendet 
I. zieinlich gleiche Quantitäten; 1878 
wertete die Einfuhr 8,i, die Ausfuhr 10,3 
Mill. Mk. Im Handel mit Rohseide hat 
Mailand bisher ein Monopol gehabt, daS 
ihm aber schon durch Lyon streitig gemacht 
würd, und hinsichtlich derbearbeiteten Seide 
hat Lyon seine Absicht zum Teil auch schon 
erreicht. Im ganzen Königreich wareil 
1878 nicht weniger als 1,824,707 Seiden- 
haspcln (185,722 Arbeiter) in Thätigkeit, 
welche nicht nur die eignen, sondern mich 
importierte Kokons verarbeiteten. Die 
Seidenspinnerei zählt nach Jannasch 
2,083,168 Spindeln, davon 1,637,961 
in der Lombardei, 357,038 in Piemont, 
54,067 in Venetien. Die Zahl der Hand 
stühle wird auf 7394 angegeben, die der 
mechanischen auf 665. Der Wert des Sei 
denhandels mit Rohprodtlkteir wie Fabri 
katen betrug 1879in: Einfuhr 109,5Mill., 
Ausfuhr 203,o Mill. Mk. 1880 stieg die 
Einfuhr une 40,000 kg, und Manufakte 
überwiegen. I. ist also über die ersten 
Stadieil der Industrie noch nicht hinausge 
langt. 1878 betrug (in Millionen Mark): 
Einfuhr Ausfuhr 
Scidengarn .... 48,a 181,4 
Seidenabfälle ... 1,6 21,v 
Seidengewebe . . . 20,o 2,3 
Die Fischerei Italiens beschäftigte 
Ende 1869 (mit Ausnahme des damaligen 
ÜberrestcsvomKirchenstaat)29,384Fischcr 
in 11,219 Fahrzeugen, wovon sich 20,745 
mit der Küstenfischerei beschästigten. Der 
Thunsischfang (1869: 48 Anstalten) fin 
det hauptsächlich an den Westküsten von 
Neapel und Sicilien sowie bei der Insel 
Sardinien statt. Den Ertrag schätzt man 
auf 5 Mill. Mk. Die Sardcllcnfischerei, 
der Fang des Schwertfisches und Tinten 
fisches bilden andre beträchtliche Einnahme 
quellen. Eigentümlich sind die Fischerei- 
gehege in den Strandseen, von denen sich 
an der venetianischen Küste 173 befin 
den , welche 1000 Fischer beschäftigen und 
2.600.000 kg Fische jährlich liefern; 
die Fischgehegc bei Comacchio ergeben 
1.200.000 kg jährlich, weiter an der Ost- 
küste liefert Eapitanata mit seinen zahl 
reichen Strandseen über 2,740,000 kg. 
Auch die Westküste von Neapel und Sar 
dinien kultiviert die Gehegesischerei. Atan 
schätzt das Jahreserträgnis her italieni 
schen Seefischerei in den einheimischen 
und ausländischen Gewässern auf 32 
Mill. Mk. Die Binnenfischerei müsste 
gute Resultate ergeben, ist aber in tiefem 
Verfall. Die Zahl der Fischer auf den 
oberitalienischen Seen schätzt man ans 
3000 Köpfe mit einer Jahresproduktion 
von 1,400,000 kg; davon gibt der Lago 
Maggiore auf italienischer Seite 330,000, 
der Comer See 240,000 kg. Der Kon 
sum des italienischen Volks ist aber ein 
außerordentlich starker, und so ist I. ein 
importierendes Land, während es ein 
exportierendes sein müßte, würde die 
Fischerei rationeller betrieben. So em 
pfing denn I. 1878 für 16,9 Mill. Mk. 
Fische (namentlich gesalzene), während es 
nur für 2,5 Mill. Mk. ausführte. Weit 
wichtiger für den Außenhandel ist die 
Korallen fischerei, an den afrikanischen 
und sardinifchen Küsten. In den Gewäs 
sern von Algerien fordert die französische
	        

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Untersuchungen Über Die Theorie Des Preises. Duncker & Humblot, 1889.
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