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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

270 
Japan (Forstkultur, Mineralien). 
50Stück, kamen 1800 uach Europa; 1862 
wurden indes schon 30,000 mit Lebens 
gefahr geschmuggelt. Seit 1869 betrug 
der jährliche Export durchschnittlich 1,3 
bis 1,4 Mill. Kartons. Die ersten Sen 
dungen gingen über Sibirien, nach Er 
öffnung der Pacificbahn nahmen sie aber 
ihren Weg über Amerika; die Vollendung 
des Snez'kanals wies dein Handel diesen 
Weg als die bequemste und sicherste Route 
an. Seitdem europäische Seidenzüchtcr 
cs wieder vermochten, ihre Seide auö ein 
heimischem Samen herzustellen, hat dieser 
Handel bedeutend abgenommen und zwar 
sehr zuin Vorteil der japanesischen Seiden- 
zncht selbst. Indes ist die Ausfuhr noch 
immer bedeutend genug und hatte folgende 
: 1877:1,387,992,1878:2,600,404 
imb 1879: 2,330,492 Ms. 
Forstkultur wird vom Volk wie von 
der Regierung mit Sorgfalt betrieben. 
Die Waldungen, meist Nadelhölzer, aber 
auch Laubwälder, werden mit viel Sorg 
falt gepflegt. Als wichtige Handcls- 
produkte sind Kampher und vegetabilisches 
Wachs zu nennen. Für Kampher sind 
die Hauptproduktionsgebiete die Inseln 
Sikok und Kiusiu; exportiert wurde, 
meist nach England, 1878 für 1,240,768 
Mk., 1879 für 1,821,156 Mk. Auch ve 
getabilisch csWachs, von: Wachsbaum 
gewonnen, welcher teils an den Rainen 
der Felder, teils am Saum von Straßen, 
namentlich auf der Insel Kiusiu, gebaut 
wird, geht zum größten Teil nach Eng 
land (èondon). Die Ausfuhr dieses wich 
tigen Handelsartikels bezifferte sich 1878 
auf 426,092,1879 aus 1,359,916 Mk. 
Der Mineralreicht um Japans ist 
eiir sehr großer und mannigfaltiger; 
Eisen, Kupfer, Gold und Silber, Kohlen 
und Petroleum sind in bisher noch kaum 
genügend zu schätzenden Mengen vor 
handen. Bisher hat man nur gewonnen, 
was auf der Oberfläche war, da man es 
nicht verstand, tiefer zu gehen. Den größ 
ten mineralischeil Reichtum bilden die 
Kohlen und zwar Braunkohle in 16, 
Steinkohle in 11 und Anthracit ill 2 
Distrikten des Jnselreichs. Nach Munroe, 
Professor der Geologie itt Tokio, hat die 
von Kohlenfeldern eingenommene Fläche 
eine AttSdehnung von 13,000 qkm, wo 
von allein auf das große Jskiharibecken 
iil Jesso 7768 qkm entfallen; andre 
sehr große Becken sind in Nippon, Sikok 
und Kiusiu. Die gesamte Kohlen- 
produktion belief sich 1874 auf 396,240 
metr. Ton., 1871 hatte dieselbe nur 
112,369 metr. T. betragen. Sie hatte 
also um das Dreifache zugenommen und 
ist in derselben Progression auch in den 
jüngsten Jahren fortgeschritten. Noch ist 
der Abbau aber ein sehr primitiver, die 
Beteiligung seit kurzem auch Ausländern 
und ausländischem Kapital gestattet wor 
den , und schon bildet Steinkohle einen 
wesentlichen Exportartikel, welcher 1878: 
3,526,328 Mk. und 1879:3,018,676 Mk. 
betrug. — Mit Eisen ist das japanesische 
Reich im Überfluß bedacht; die Produktion 
ist zwar noch gering, jedoch im Fort 
schreiten begriffen. Die Produktion soll 
1871: 9375 metr. Ton. betragen haben, 
für 1874 wird dieselbe mit 5080 metr. T. 
ini Wert voll 619,500 Mk. angegeben. 
Ein reiches Erzlager von 2,4 —5,4 m 
Mächtigkeit befindet sich unweit Tokio. 
Hier wurden von der japanesischen Re 
gierung zwei Holzkohlenhohöfen sowie ein 
Walzwerk angelegt, welches 12 Puddel- 
nild 7 Flaminöfen, einen Dampfhammer 
und alle sonstigen neuesten technischen Ein- 
richtuilgen aufzuweisen hat. Die verwen 
dete Kohle, meist Eichenkohle, ist vor 
züglich. Zur Erzeugung von Gußwaren 
wird auch englisches Roheisen eingeführt. 
Außer Handhämmern kannte ilian bis 
vor kurzem keine Werkzeuge der maschi 
nellen Vorrichtungen zur Bearbeitung des 
Eisens. Doch ist die Qualität des Eisens 
eine vorzügliche und sind die aus Eisen und 
Stahl gefertigten Werkzeuge gut ausge 
führt. Eine große Maschinenbauanstalt, 
die erste im Reich, wurde 1877 erbaut. 
Englisches und belgisches Eisen sind anr be 
liebtesten. — Die Kupfer Produktion Ja 
pans beläuft sich auf ca. 15,000 kg jährlich. 
Die Ausfuhr richtet sich fast ausschließlich 
nach China sowie über Hongkong nach 
Indien, wo das Metall zur Anfertigung 
von Kochgerätschafteil verwendet wird. 
Die Ausfuhr von Kupfer hatte folgende 
Bkrtc: 1878 : 3,381,300 Ms., 1879:
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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