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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

t 
M 0 
Niederlande (Urproduktion: Ackerbau). 
68,003 Jllden. Die N. sind nächst Belgien 
daö am dichtesten bevölkerte Land Europas, 
cs kommen dort auf 1 qkm 128 Bewohner. 
I. Urproduktion. 
Ackerbau. Der Boden besteht größten 
teils aus Alluvium, oder er ist durch Ans 
trocknung gewonnen (wie daS neuerdings 
trocken gelegte Haarlemer Meer) und durch 
DünenUnd Deiche gegen die Überschwem 
mungen deS MccrS geschützt. Doch sind 
71,8 Proz. unproduktiv und nur 28,2 
Proz. produktiv, nämlich: 
Ackerland . . . 26,« | Wiesen ii. Weiden 37,0 
Ģärten.... 1,2 ļ Waldungen . . 6,8 
Der Ackerbau wird mit großein Fleiß und 
rationell betrieben. Zur Unterstützung 
desselben bestehen in Amsterdam: derKre- 
ditverein, die Niederländische und die Na 
tionale Hypothekenbank. Die fruchtbar 
sten und getreidereichsten Provinzen sind 
Zeeland und Gröningen. Nach den Anfstel- 
lungen des Statist. Büreauö waren 1877 
bebaut Ernte 
Hektar Mill. Hckiol. 
Weizen und Spelz . 89498 1,76 
K a r t 0 f f e l p r v d ll k t i 0 n erhebliche Men 
gen abzugeben. Zeeland und der Dünen- 
boden liefern die besteFrucht; die Ernte für 
1877 wird auf 1,477,377 metr. Ton. oder 
17,08 Mill, hl angegeben. Zugleich wur 
den 19,433 metr. T. (330,000 Mk.) ein 
und 44,043 T. (1 Mill. Mk.) ausgeführt. 
Daran schließt sich eine Mehrausfnhr von 
OVsMill.kg Kartoffelmehl u.dgl.— Von 
Handelspflanzen werden namentlich 
gezogen: Cichorie in Friesland, Krapp und 
Flachs, Tabak in Geldern und Utrecht, 
Hanf, Raps in Gröningen und Südhol 
land, Hopfen und Klimmet. Mit Flachs 
wareil 1876: 20,478 ha bestellt, von wel 
chen 10,200 metr. Ton. gewonnen wurden. 
Die Hanfernte betrug 1877:88,591 metr. 
T., so daß Holland von seinen Erträgen 
bedeutende Überschüsse zur Ausfuhr zu 
bringen vermag. Voir Flachs und Hailf 
wurden 1878 eingeführt 13,8 Mill., aus 
geführt 20,:r Mill, kg; es fand somit ein 
Mehrerport von 6,6 Mill., 1877 aber von 
11,2 Mill. kg. statt. Dazu kommt noch 
eine beträchtliche Ausfuhr von Flachs und 
Hanfsaat. Allch wird das rohe Material 
in ansehnlichem Maß verarbeitet; in den 
mechanischen Spinnereien und Webereien 
waren 7700 Spindeln und 1200 Kraft 
stühle thätig. Die niederländischen Blei 
chen haben'einen vorzüglichen Ruf; bc- 
rühnlt ist das in der Zaangegend gewebte 
Segeltuch. — Der Tabakbail ergab 
1877: 3,8 Mill, kg; diese Erträge wer 
den (ergänzt durch den Import ostindi 
scher Tabake, wofür die N. Hauptmarkt 
sind) in mehr als 300 Tabak- und Cigar 
renfabriken verarbeitet (Amsterdam, Ut 
recht, Eindhoven). Von Tabak und Ci 
garren wurden 1878 eingeführt 42 Mill., 
ausgeführt 32,9 Mill. kg. — Der Obst 
bau ist am bedeutendsten in den Provin 
zen Geldern und Utrecht; Erdbeeren kul 
tiviert man in Süd- und Nordholland in 
ausgedehntem Maß. Der Handel mit 
1878: 97,oo - - Obst sowie mit Samen und Sämereien 
also ein steigender Mehrbedarf, welcher ist ein außergewöhnlich großer; 1878 wur- 
kcineswegö den geringer ausfallenden Ern- den (in Millionen Kilogramm) 
ten, die ün Gegenteil eine jährliche Zu- Obst Samen 
'lahme zeigten, sondern der erhöhten Kon- eingeführt . . . 45,5 140,7 
sttmtionskraft des Landes beizumcssen ist. ausgeführt . . . 42,2 46,0 
Dagegen ist dasselbe imstande, von semer Im Vor,ahr betrug der Mehrcrport nicht 
Roggen 
Gerste 
Hafer 
Buchweizen 
196028 
45355 
117023 
63430 
also ein Gesamterträgnis von 12,2 Mill, 
kl, eine Produktion, welche zur Ernäh 
rung der Bevölkerung llicht hinreicht, so 
daß'noch sehr bedeutende Mengen einge 
führt werden müssen, und zwar sind die 
Vereinigten Staaten, Preußen, Rumä 
nien und Rußland Hauptlieferanten. Für 
die Mehrinlporte von Getreide hatten die 
N. in den letzten Jahren durchschnittlich 
85 Mill. Mk. zil zahlen. Speciell 1878 
war der Wert der Einfuhr zum Verbrauch 
162,5 Mill. Mk., der Ausfuhr ans dem 
freien Verkehr 65,5 Mill. Mk. Es betrug 
der Wert der Mchrcinfnhr 
1876: 
1877: 
62,ss Milt. Mark 
76,26 -
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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