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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

I 
É 
F 
il 
lisi ;!Î4 
364 
Österreich - Ungarn (Forstwirtschaft). 
zum Teil vorzügliche Artikel liefern; in 
des wird doch der heimische Bedarf nicht 
gedeckt. Von Fabrikaten, welche in nam 
haften Mengen zur Ausfuhr gelangen, 
sind Schuhwarcn und Handschuhe zu nen 
nen. Auch Ledergalanteriewaren und andre 
feine Lederwaren werden viel ausgeführt. 
1879 war der Handel mit Leder und Le 
derwaren (in Centnern): 
Einfuhr Ausfuhr 
Sohlen und andres Leder. . 63905 . 8413 
Feines Leder 4714 1569 
Grobe und Schuhmacherwaren 1802 7746 
Feine Lederwaren .... 1458 9735 
Von andern tierischen Produkten sind 
noch Federn, von denen 1880: 33,178(50'., 
(Sicr, wovon 272,042 Etr. exportiert wur 
den, und Käse zu neunen. — Der österrei 
chische Bieherport geht ausschließlich über 
die deutsche Grenze. Daher war das Ver 
bot der Einfuhr Ende 1877, als man 
Maßregeln gegen die Einschleppung der 
Rinderpest nahm, von der nachteiligsten 
Wirkung für diesen Handel, und der Aus 
fall bezifferte sich auf nicht weniger als 40 
Mill.Mk. 1880 wurden nach Deutschland 
eingeführt: 366,141 Schweine, 41,934 
Schafe, 34,866 Rinder, 13,281 Pferde. 
Die Wollproduktion des Kaiser 
reichs schaßt man auf 48,5 Mill. Pfd. pro 
Jahr. In Mähren und Schlesien, Böh 
men, Nieder- und Oberösterreich wird edle 
Schafzucht getrieben, die dort schon die 
Zucht der gewöhnlichen Rassen überwiegt. 
Die Wollindustrie ist besonders in Mäh 
ren, Böhmen, Schlesien, Ober- undNiedcr- 
österrcich thätig. Der Verbrauch von Roh 
wolle (auf ca. 70 Mill. Pfd. veranschlagt) 
ist daher weit bedeutender als die Pro 
duktion; 1880 wurden eingeführt231,402 
Etr., ausgeführt 112,582 Etr., und ob 
schon die Streichaarnspinnerei die höchste 
Stufe der Vollkommenheit erreicht hat 
und mit 0875) 563,694 Spindeln, 22,000 
Handstühlen und 1906 Kraftstühlen ar 
beitet, während die Kammgarnspinnerei 
über 77,410 Spindeln, 13,704 Hand- 
stühle und 4424 Kraftstühle verfügt, 
io entspricht doch die Garnproduktion 
durchaus nicht den Bedürfnissen; 1880 
s.chbortierte man von Garnen aller Art 
",¿13 (50., wahrend der Export nur 
12,886 Etr. erreichte. Indessen führt £>. 
fertige Ware aus, namentlich Web- und 
Wirkwaren, deren Wert 1880: 48,2 Mül. 
Mk. erreichte, während die Einfuhr nahe 
an 22 Mill. Mk. betrug. 
Seidenzucht wird hauptsächlich in 
Südtirol, dann in Görz gepflegt und die 
jährliche Produktion auf 20,000 Etr. Ko 
kons geschätzt. Die Rohseide wird auf 
110,722 Spindeln, 7800 Haudftübleu und 
700 Kraftstühleu verarbeitet. Für Ungarn 
nimmt man eine jährliche Produktion von 
300Rohseide an. 1880 betrug (in Mil 
lionen Mark): Einfuhr Ausfuhr 
Rohseide . . . 34,8 13,s 
SeideiNvaren. . 34,3 6,i 
Jagd und Fischerei sind Nebenbe 
schäftigungen ; die erstere findet reiche 
Beute in den ausgedehnten Waldungen. 
Die Teichwirtschaft in Böhmen, Mähren 
und zum Teil in Österreich verdient be 
sondere Erwähnung; Flüsse und Seen 
sind sehr fischreich. Für die Küstenbe- 
wohncr, namentlich von Istrien und Dal 
matien, ist die Seefischerei von Bedeutung. 
Doch müssen große Quantitäten einge- 
fllhrt werden, namentlich von Heringen 
(1880: 65,280 Etr.) und Stocksiscbcii 
(10,935 Etr.). Die Einfuhr wertete 1830: 
7,9 Mill., die Ausfuhr 2,3 Mill. Mk. 
U. Forstwirtschaft. 
Der Wald ist eine sehr ergiebige Ein 
nahmequelle der Monarchie; er nimmt 
fast ein Drittel der produktiven Boden- 
fläche ein und fehlt nur in einigen Stri 
chen, z. B.Dalmatien, wo nur Niederwald 
existiert, über 1 h der Waldungen ist Eigen 
tum des Staats. Man berechnet das dürch- 
schuittlicheJahreSerträgniSanBreun-und 
Banholz auf 200 Mill. Kubikfuß. Wie 
wichtig der Holzhandel für das Land ist, 
zeigt eine Aufstellung der Bewegung in 
den vornehmsten Holzsorten (iuCentnern) : 
Einfuhr Ausfuhr 
Brennholz . . . 719232 1991624 
Säjzewarrn . . . 116391 5174512 
Faßdauben ... 7949 751606 
Andres Werkholz . 688723 8768499 
Auch die Nebennutzungen der Wälder: 
Eicheluug, Pottasche, Harz, Teer, Lohe, 
Sumach, Serpentin u. a. liefern sehr be 
achtenswerte Handelsartikel.
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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