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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

3G8 
Österreich-Ungarn (Industrie). 
m Maschinen und Werkzeugen zu sagen, 
obschon hier int allgemeinen die Einfuhr 
eine stärkere ist, so bei landwirtschaftlichen 
und andern Maschinen aus Holz und Eisen, 
Lokomobilen. Ganz besonders stark aber 
tritt die Kurzwarenindustrie im Export 
auf. Der Mehrerport von Gold- und 
Silbergespinsten, sonstigen Gold- und 
Silbcrarbeiten, Waren aus Bernstein, 
Schildpatt rc. und andern feinen kurzen 
Waren überstieg 1879: 550,000 kg. 
Die Fabrikation keramischer Pro 
dukte hat sich in den letzten Decentsten 
zu bedeutender Höhe emporgeschwungen, 
namentlich befindet sich aber diePorzellan- 
und Glasindustrie auf einer sehr hohen 
Stufe. Die Porzellanmannfaktur 
beschränkt sich ausschließlich auf Böhmen, 
wo 1877: 25 große Fabriken in Thätigkeit 
standen, während Ungarn nur 2 auszu 
weisen hatte. In Nordböhmen ist die Er 
zeugung von Siderolithwarcn von Wichtig 
keit. In der Umgegend von Wien u. a. O. 
hat die Ziegelfabrikation kolossale Dimen 
sionen angenommen. 1880 wurden (in 
metrischen Centnern) 
eingeführt ausgeführt 
Ziegel 419141 273324 
Gemeine Thouwaren . 15357 48825 
Siderolithwareu ... 27 1157 
Feine Öfen und Kacheln 4491 223 
Thonwaren 5784 17 722 
Porzellan 2117 20098 
In der Glasfabrikation steht Ö. 
auf der höchsten Stufe; 1877 zählte man 
288 Etablissements, davon 61 in Un 
garn. Von den 227 zu Österreich gehöri 
gen entfallen wieder 152 auf Böhmen. 
Den Glanzpunkt der böhmischen Glas 
industrie bildet aber die Erzeugung von 
Krystallglas; von sehr großer Bedeutung 
ist auch die Glaskurzwarenindustrie, welche 
mindestens 10,000 Arbeiter beschäftigt. 
Ungarn liefert meist nur ordinäres Glas 
für den Export nach der Türkei und den 
Donaufürstentümern, während die öster 
reichische, speciell die böhmische, Industrie 
ihre Erzeugnisse über die ganze Welt ver 
sendet. Die Bedeutung dieses Erwcrbs- 
zweigs werden am besten nachstehende für 
1880 geltende Ziffern illustrieren. Es be 
trug (m metrischen Centnern) : 
Einfuhr Ausfuhr 
Hohlglas 18041 150429 
Spiegelglas, roh. . . . 1091 28815 
GlaSbehange rc. . . . . 2 192 20 640 
Glas, weiß und farbig . 2320 67943 
Glas- und Emailware» . 626 30441 
Holzwaren bilden ein beachtens 
wertes Objekt der industriellen Thätig 
keit, namentlich in Wien. Ein wichtiger 
Exportartikel sind Möbel aus gebogenem 
Holz, namentlich in Mähren in zwei großen 
Fabriken angefertigt. Die Verfertigung 
von Schnitzwaren beschäftigt eine weit 
verbreitete Hausindustrie. Bei den fein 
sten Holzwaareu, mit Ausnahme von 
Knöpfen, überwiegt indessen die Einfuhr. 
1880-war (in metrischen Centnern): 
Einfuhr Ausfuhr 
Holzwaren, gemeinste . .138688 178636 
Fourniere. 2340 9638 
Parkette 270 11787 
Möbel aus gebogenem Holz 123 2004 
Andre feine Holzwaren. . 5153 106227 
Die es)eintfd)e Industrie steht der an 
drer Staaten, zumal Deutschlands, nach;, 
doch tritt sie fabrikmäßig in Böhmen, 
Niederösterreich, Schlesien u. a. O. auf. 
Schwefel- und Salzsäure werden ausge 
führt, dagegen wird Soda, besonders 
englische, in bedeutender Menge (1880: 
148,626 Ctr.) importiert. Überhaupt 
überwiegt bei fast allen Posten die Einfuhr 
erheblich; nur Zündhölzchen werden, na 
mentlich in Böhmen und Nicderösterreich, 
in solchen Mengen hergestellt, daß ein Ex 
port nach allen Weltgegendeu stattfindet. 
In bescheidenerm Maß erscheint die Lichte 
fabrikation auf dem Weltmarkt. 1880 
wurden (in metrischen Centnern) 
eingeführt ausgeführt 
Zündwaren, gemeine . 8418 48322 
Kerzen 1908 4 580 
Die Bierbrauerei steht auf sehr hoher 
Stufe. Die Produktion stieg von 7,718,243 
hl in 1867 auf 12,176,875 hl in 1876. 
Dabei hat freilich die Zahl der Braue 
reien abgenommen, in demselben Zeit 
raum von 2935 auf 2449, iveil dieser In 
dustriezweig mehr und mehr Domäne deö 
Großbetriebs wird. Von den 2449 Eta 
blissements entfallen 2249 auf Öster 
reich, 200 auf Ungarn, und von der
	        

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L’évolution Industrielle de La Belgique. Misch & Thron, Éditeurs, 1911.
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