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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

r 
Russisches Reich (Ackerbau: Flachs, Hanf, Baumwolle). 423 
über Riga, Kronstadt, Petersburg, Sos- 
% Dioice. Nach Deutschland gelangten 1877 : 
75,4 Mill, kg Flachs und 3,280,000 kg 
Flachshede. Flachsspinnereien be 
standen 1877 im ganzen 20 mit 114,734 
Spindeln und 16,820 Arbeitern mit-einem 
Produktionöwert von 29,154,192 Nik. Am 
wichtigsten ist diese Industrie in den Gou 
vernements Kostroma, Jaroslaw, Peters 
burg, Wladimir, Wologda, Kasan, Njäsan, 
Livland. Der frühere bedeutende Export 
bon Leinengarn ist aber sehr herunterge 
gangen, 1879 wurden nur noch 97,318 kg 
exportiert und zwar fast ausschließlich nach 
England. Die Leinweberei hat ihre 
Sitze nahezu in denselben Gouvernements, 
doch überragt Wladimir alle andern; 1877 
belief sich die Zahl der fabrikmäßigen We 
bereien auf 67 mit 14,022 Webstühlcn, 
11,427 Arbeitern und einem Fabrikations 
wert voir 27,5 Mill. Mk. Dabei bildet die 
Verarbeitung dcö Flachses auch das Ob- 
lckt einer sehr ansehnlichen Hausindustrie; 
inan schätzt die Zahl der Spinnerinnen 
auf 3 Mill., der Weber auf 500,000, welche 
außerhalb der Fabriken für die Leinen- 
sudnstrie arbeiten, und die Leinwand der 
saroölawschen, wjatkaschcn und kostroma- 
schen Bauern geht im Hausierhandel 
durch gailz Rußland. Der hohe Schutzzoll 
(30 Proz. von dem angegebenen Wert) 
hat der Leinenindustrie, namentlich in 
Polen und Jaroslaw, sehr emporgeholfen. 
Doch werden wegen besserer Bleiche noch 
immer starke Posten, besonders von Bel 
fast (früher voir Bielefeld), importiert. 
Leinene Säcke, ehemals ein starker Im 
portartikel, sind durch Jutcsäcke verdrängt 
und zwar durch eine Hamburger Firma, 
welche aus ihrer Fabrik zu Dundee jähr 
lich 10 Mill. Stück importiert. Der Im 
port von Leinenwaren stieg von 6,i Mill. 
Mk. iil 1878 alls 6,6 Mitt. Mk. in 1879. 
Dagegen hob sich der Export von Pack- 
leinwalid, fast der einzige Ausfuhrartikel, 
boil 2,5 Mill, auf 3,5 Mill. in. Der 
Zoll auf leinene Waren beträgt 30 Proz. 
bonl Wert. 
3) Der Hanfbau ist nicht ganz so 
wichtig. Hier ist das wichtigste Gouverne 
ment Orel, uächstdem Tschcrnigow, Kursk, 
Ssmolcnsk u. a. Den Gesamtwert aller 
Produkte, inkl. der Gespinste, schätzt 
man auf 80 Mill. Mk. jährlich. Man 
zählte 1877: 113 Hanfspinnereien und 
Seilcrwarcnfabrikcn mit 4995 Arbeitern 
und einem Produktionswert von 15,3 Mill. 
Mk. Hauptsitze derIndustrie sind dieGou- 
vernements Petersburg (6,4 Mill. Mk.), 
Siuco (3,8 9m. 9%f.), bnwt Ob#, 3^ 
roslaw, Orel n. a. Auch hier ist die Haus 
industrie sehr ausgebildet. Der Handel 
mit Hanf, Hanfhede und Hanfsaat zeigte 
1879 eine bedeutende Belebung gegen 1878; 
nur in Hanfgarnen zeigte sich ebenso wie 
in Leinengarnen ein bemerkenswerter 
Rückgang. 1878 betrug der Wert der 
Ausfuhr von Hanf und Hanffabrikaten 
(meist über Rlga uild Wirballen) 56,a 
Mill. Mk.. davon Hanf 50,6 Mill., Hanf 
garn 5,6 Mill. Mk. Wichtig ist auch der 
Export von Stricken und Tauen, der 
1877: 3,910,440 kg (3,18 9m. 9%f.), 
1879: 3,910,990 kg betrug. 
Ferner ist an dieser Stelle der bedeu 
tende Handel mit Öl samen und Öl- 
kucheil zu nennen, von denen 1878 zu 
sammen ein Wertbetrag voir 31,9 Mill. 
Mk. exportiert wurde; die Ausfuhr 1879 
betrug: von Ölsamcn 12,4 Mill., voir Öl 
kuchen 27,4 Mill. kg. 
4) Die Banmwotlkultur ist nur in 
wenigen Teilen Rußlands möglich, sie 
wird im Kaukasus, im Kreis Knta'ls und 
einigen centralasiatischen Strichen betrie 
ben; doch ist diese Produktion, welche man 
für ganz Centralasien auf ca. 54 Mill, kg 
veranschlagt, durchaus ungenügend für 
den Bedarf der rnsfifchen Spinnereien, 
auch steht daö hier gewonnene Material 
dem amerikanischen an Reinheit und Güte 
bedeutend nach; man führte ein 1878: 
103,7 9m. kg (285 9m. 9)1!.), 1879: 
94,i Mill, kg; davon kamen % über Reval. 
Die meisten und großartigsten Spinne 
reien befinden sich in und um Moskau 
und Petersburg, dann in Wladimir, in 
den baltischen und polnischen Provinzen, 
in Twer. 1877 produzierten 67 Spinne 
reien mit 2,796,283 Spindeln und 48,672 
Arbeitern Baumwollgarn im Wert von 
142,6 Mill. Mk. Die Beteiligung der ein 
zelnen Gouvernements zeigt die auf S. 
424 gegebene Tabelle.
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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