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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

464 
Schweiz (Bergbau, Industrie). 
vou Rohseide auf 27,398 Ctr., während 
von erster» 2180, von letzterer 12,059 Ctr. 
zur Ausfuhr gelaugten? 
Das Waldareal ist im allgemeinen 
klein (19 Proz. der Gesamtfläche); Wald 
ist aber infolge leichtsinniger Verwüstung 
in manchen Kantonen, sogar Bergkanto- 
nen, sehr wenig zu finden, und die Ein- 
fuhr muß daher ergänzend eintreten. In 
den schweizerischen Handelsausweisen sind 
für die Einfuhr von Holz nur die Men 
gen, für die Ausfuhr nur die Werte an 
gegeben ; es läßt sich daher keilt genügend 
treues Bild von der Bedeutung des Holz 
handels geben. DieZahlen waren für1880 : 
Einfuhr Ausfuhr 
Bau- und Nutzholz 883 982 Ctr. 2,a Mill. Mark 
Brennholz . . . 1117378 - 0.4 - 
Bretter rc. . . . 497 721 - 4.8 - 
Der Handel mit rohem Bauholz richtet 
sich vornehmlich nach Deutschland, der- 
jcuige mit vorgearbeiteten Hölzern vor 
wiegend nach Frankreich. 
Der Bergbau ist lulbedeutend, von 
Belang ist nur die Produktion von Eisen 
erzen, welche aber von der 1855 erreich 
ten höchsten Ziffer (28,984 Ton.) bis auf 
weniger als die Hälfte zurückgegangen ist. 
Ebenso ist die Erzeugung von Roheisen 
über die niedrige Prodnktionsziffer von 
10,000 Ton. nie hinausgekommen und be 
trägt jetzt nur wenig mehr als die Hälfte. 
Diese schwache Produktion hängt mit dem 
Mangel an Brennstoffen zusammen; 1870 
wurden nur 17,367 Ton. Kohle im Wert 
voit 166,627 Mk. gefördert, und seit jener 
Zeit hat ein nennenswerter Aufschwung 
nickt stattgefunden. Die schweizerische In 
dustrie kann allerdings infolge der glück 
lichen Versorgung mit Wasserkraft der 
Kohle eher entrateli als andre Länder, doch 
bezicht sie jährlich ein bedeutendes Quan 
tum vom Ausland, 1880: 6,552,023 Ctr., 
davon 5,285,252 Ctr. auö Deutschland. 
Dagegen ist die S. reich an Steinen: 
Marmor, Schiefer u. a. Salz gewinnt 
man in Baselland (Schweizerhall), Ber 
(Waadt), Rheinfelden und Ryburg (Aar- 
gau). jährlich ca. 530,000 Ctr. Kein Land 
besitzt eine größere Zahl von Heilquellen. 
II. Industrie. 
Die Industrie ist die Hauptstütze des 
nationalen Wohlstands. Nach der Auf- 
nahnle von 1870 waren 489,059 Men 
schen dabei beschäftigt (bei der Landwirt 
schaft und Viehzucht 543,208). In man 
chen Zweigen, >vic der Industrie in Baum 
wolle, Seide, Uhren, Schmuckwaren und 
Maschinen, reiht sich die S. den ersten 
Fabrikländern an. 
Die B a u m w o ll i n d u str i e hat ihren 
Hauptsitz in der Ostschweiz, namentlich 
iil den Kantonen Zürich, Glarus, St. 
Gallen und Appenzell. Zu ihrem Bedarf 
wurden 1880 : 222,444 Ctr. Rohbaum 
wolle und 11,944 Ctr. Abfälle eingeführt. 
Die Zahl der Spindeln betrug 1873: 
2,059,000, zugleich waren über 16,000 
mechanische Webstühle in Thätigkeit. Die 
Maschiiicnstickerei, erst 1840 begründet, 
beschäftigt in den Kantonen St. Gallen, 
Appenzell und Thurgau über 10,000 
Maschinen und 17,000 Arbeiter; für Fär 
berei und Druckerei ist Glarus dasHaupt- 
gebiet. Im Handel mit Rohbaumwolle 
nimmt Frankreich die erste, Deutschland 
die zweite Stelle ein; im Handel mit dem 
fertigen Fabrikat haben die beiden Läilder 
die Rollen vertauscht. Doch ist hierbei der 
Durchfuhrverkehr nach andern Ländern, 
namentlich überseeischen, eingeschlossen. 
In vielen Absatzgebieten macht die Schwei 
zer Industrie englischem Fabrikat zähe 
Konkurrenz. Außer einigen minder wich 
tigen Produkten vertrieb der Handel 1880 
folgende Posten (in metrischen Centner»): 
Einfuhr Ausfuhr 
Rohbaumwolle . . 222444 2 375 
Abfälle 11944 14537 
Baumwollgarn. . 15561 69699 
Baumwollwaren . 34574 132512 
Die Seidenindustrie hat ihre Haupt 
sitze in Zürich und Basel, jenes in Kleider 
stoffen, dieses in Bändern. Das Haupt- 
absatzgebiet sind die Vereinigten Staaten, 
doch sängt die dort aufblühende Seiden 
industrie an, der S. immer stärkere Kon 
kurrenz zu machen. 1880 wurden 21,737 
Ctr. Seidenbänder und 10,752 Ctr. Sei 
denstoffe exportiert. 
Auch in der ehemals weit bedeutender» 
Uhrenindustrie treten die Vereinigten 
Staaten als gefährliche Konkurrenten ans. 
Die Sitze dieser Industrie sind Genf und der
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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