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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

Spanien (Urproduktion: Ackerbau). 475 
schäftigt; die Art und Weise der Bearbei 
tung ist aber in vielen Gegenden eine 
äußerst mangelhafte. Von dem Gesamt- 
areal sind 39,4 Proz. unproduktiv, von 
den übrigen 60,6 Proz. sind: 
Ackerland und Gärten. 26,i Proz. 
Weinland 2,8 - 
Olivenpstanzungen . . 1,7 - 
Wiesen und Weiden . 13,7 
Waldungen 16,a - 
Man unterscheidet sieben Kulturregio- 
uen: die Region des Zuckerrohrs, der 
Orange, deö Ölbaumö, des Weinstocks, 
der Cerealien, der Wiesen und Triften, 
der Heiden. Weizen, Roggen und Gerste 
werden in den nördlichen Provinzen ge 
baut, Mais und Reis (besonders in der 
Provinz Valencia) in den südlichen Pro 
vinzen, Erbsen in großer Menge, ebenso 
Kartoffeln. Den Gesamtwert der Getreide 
ernte schätzte man 1878 auf 1625,6 Mill. 
Mk. 1877 erportierte S. für 41,8 Mill. 
Mk. Getreide, wogegen es nur 4,7 Mill. 
Mk. importierte; 1878 und 1879 war 
aber infolge von Mißernte der Import 
17,7, resp. 43,4 Mill. Mk., der Export nur 
16,4, resp. 12,7 Mill. Mk. Die Ein 
fuhr bestand 1878 in Weizen und Wei 
zenmehl neben Gerste, Roggen und Mais, 
die Ausfuhr vornehmlich in Weizenmehl 
35 Mill, kg, Weizen 15,3, Gerste 3,9, Reg 
sten 5,i, Kichererbsen 3,4, Hafer 6,i, Reis 
2.2 Mill, kg re. — Gewürze, wie Safran 
(Export 1877: 2,2 Mill. Mk.). Anis, Küm 
mel, bilden wichtige Ausfuhrartikel. 
Von-höchster Bedeutung ist aber die Obst- 
zricht, welche nicht nur längs der Küste 
und in den südlichen Provinzen, auch in 
den warmen Flußthälern des Nordens 
die^ verschiedensten Südfrüchte liefert. 
1878 wurden von frischen und getrockne 
ten Früchten (ohne Weintrauben und Ro 
sinen) 15,9 Mill, kg ausgeführt, davon 
Orangen 796 Mill. Stück, Mandeln 1.7 
Mill, kg, Haselnüsse 5,8 Mill., Citronen 
4.3 Mill. kg. Die O l i v e n k n 11 u r ist vor 
nehmlich in Andalusien, Murcia, Valencia 
und Aragonien zu Hause; von dem hier 
aus, auch aus Erdpistazien (besonders m 
Valencia) gewonnenen Öl wurden 18 c 8 
24,6 Mill, kg ausgeführt. - Den ersten 
Rang aber beansprucht der Weinbau. 
Die berühmtesten Weine sind die andaln- 
sischen Sherryweine, besonders die von 
Irres de la Frontera, Puerto de Santa 
Maria lind Malaga, von deilkatalonischen 
Weinen die Sorten von Rens und Tar 
ragona, von den Valenciaweinen die 
schwarzen von Vellicarlo, lvclche viel zum 
Verschneiden des Rotweins nach Frank 
reich gehen. Der Export von Wein nach 
Frankreich ist überhaupt seit dem Auf 
treten der Traubenkrankheit enorm ge 
wachsen. Auch der Valdepeñas und die Äli- 
cantiner Weine sind geschätzt. Die Wein 
ernte 1878 betrug 28 Mill, hl und wer 
tete 564 Mill. Mk. Nächstwichtig ist die 
Ausfuhr von Rosinen, namentlich von 
Malaga und Almería; auch frische Trau 
ben werden massenweise verschickt. 1878 
wurden ausgeführt (in MillionenKilogr.): 
Weine: | Edle Weine . . 11,4 
Jeres u. Porto . 23,& Rosinen. . . . 33,4 
Gewöhnliche. . 232,4 ļ Weintrauben. . 11,9 
Damit hängt auch die wachsende Brannt 
wein- und Essigproduktion zusammen, die 
indessen dem Bedarf keineswegs genügt. 
Man importiert viel Sprit, namentlich 
aus Deutschland(Berlin), in neuester Zeit 
allch aus den Vereinigten Staaten, um 
denselben den Weinen zuzusetzen; 1878: 
138,379 lil. — Znckerrohrban wird 
durch die Einfuhrzölle (welche man neuer 
dings gegenüber einer starken Opposition 
der Pflanzer für den Zucker von Cuba auf 
zuheben versucht) begünstigt und nimmt 
zugleich mit der Verarbeitung desselben 
m den südlichen Provinzen, besondersMa- 
laga, stark zu; auch hat man Zuckerrüben 
zubauen angefangen. Der Import betrug 
1878: 29,227,003 kg. Dagegen ist der 
Tabakbau, um die westindischen Kolo 
nien zu schützen, verboten. Eine Zusam 
menstellung des Handels mit vegetabili 
schen Nahrungsmitteln, wobei Kakao mit 
8 und Kaffee mit 2 Mill. Mk. in der Ein 
fuhr vertreten sind, Tabak aber sich aller 
Berechnung entzieht, ergibt für 1878 (in 
Millionen Mark): Einfuhr Ausfuhr 
Getreide 17,7 16,4 
Getränke 8,5 111,2 
Kolonialwaren . . . 31,o 5,6 
Früchte und Samen . 1,3 / 44,o 
Zusammen: 58,5 177/2
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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