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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

476 
Spanien (Urproduktion: Viehzucht, Forstkultur, Bergbau). 
Vaumwolltultur, früher au- 
sehnlich, hat jetzt fast ganz aufgehört, und 
S. führte 1879: 38,4 Mill, kg Rohbaum 
wolle eilt ; dagegen gewinnt dasEsparto- 
gras als Ausfuhrartikel hervorragende 
Bedeutung. Diese früher wenig beachtete 
Pflanze findet sich auf wüsten und von 
der Kultur verlassenen Strecken, nament 
lich von Alicante bis Cartagena. 1878 
wurden ausgeführt: roh31Mill. kg, be 
arbeitet 1,2 Mill. kg. Weniger wichtig ist 
die Ausfuhr von Süßholz, das immer 
weniger roh, mehr ertrakt- und teigartig in 
den Handel gelaugt, und von dem man 
1879: 2,5 Mill, kg exportierte. 
DieViehzueht ist immer noch sehr au- 
sehnlich und bildet einen wichtigen Faktor 
im Handel, doch wendet mau nur auf die 
Zucht von Mauleseln und Eseln Sorg 
falt. Nach der Zahlung von 1865 gab es 
Den Jahresgewinn sämtlicher Erzeug- 
iiisse der Viehzucht schätzt man auf340Mill. 
Mk. Der Zdandel mit î'ipivn mth tieris 
Werbe . . 680373 Schafe . . 22468909 
fôfel . . . 1298334 Schweine . 4351736 
Maultiere . 1021512 Ziegen . . 4531228 
Rinder . . 2967303 Kamele. . 3181 
Der Export von Rindvieh, welcher von 
der Nordküste nach England geht, ist 
durch die amerikanischen Sendungen schon 
ebenso wesentlich affiziert worden wie die 
Ausfuhr von Cerealien; so betrug die Aus 
fuhr von Vieh 1879 nur noch 124,436 
Stück gegen eine Einfuhr von 165,748 
Stück. Das ausgeführte Vieh ist aber von 
höherm Wert; 1879 wertete dasselbe 6,5 
Bkill. Mk., das eingeführte 4,6 Mill. Mk. 
Die spanische Wolle war früher weit wert 
voller, auch das Quantum der Produktion 
weit größer. Man führte 1879: 1,6 Mill, 
kg ein und bessere einheimische Sorten 
(3,8 Mill, kg) aus. Auch die Gerbereien 
sind für ihre Zufuhr von Häuten und 
Fellen vom Ausland abhängig, denn wäh 
rend die Ausfuhr nicht nennenswert ist, 
kamen 1879: 7,5 Mill. kg ins Land. 
Auch die Fischerei, welche an den Kü 
sten von Biscaya, Galicien, Audalusieu, 
Valencia und Katalonien viele Tausende 
beschäftigt und Thunfische, Sardinen, 
Sardellen und Salme auf den Markt 
bringt, vermag den Bedarf nicht zu be- 
şi'àgen, denn noch 1879 führte S. 40,i 
Mi«, kg Klipp- und Stockfisch von Skan 
dinavien und Nenfundland ein. 
Der Handel mit Tieren und tieri 
schen Nahrnngsmitteln wertete 1878 in 
der Einfuhr 15,6 Milt. Mk., in der Aus 
fuhr, 10,6 Mill. Mk. 
Die Seidenzucht, vornehmlich zu 
Hause in den Provinzen Valencia, Mur 
cia und Katalonien, war früher von weit 
größerer Wichtigkeit. Die Seidenernteii 
ergaben 1873: 130,000kg, aber 1877 nur 
66,000 kg, und während die Ausfuhr 
1877: 3078 kg betrug, hob sie sich 1878 
auf 10,546 kg. Dabei hob sich derJmport 
auf 144,582 kg. — Kochenillezucht 
wird seit einigen Jahren um Malaga und 
Motril in großem Maßstab betrieben. 
Der Forstwirtschaft wendet man in 
neuerer Zeit mehr Aufmerksamkeit zu. 
Manche Gegenden sind schon völlig baum 
los, obschon andre vorzüglichen Wald- 
wuchs zeigen. Doch ist S. für sein Nutz 
holz, namentlich seine Küpereieu, zum 
größten Teil von Norwegen und Schwe 
den wie von Nordamerika'abhängig; 1877 
wurden von dort für 19.» Mill. Mk. Höl 
zer eingeführt. Dagegen liefert Katalonien 
von seinen Korkeichen einen sehr wichtigen 
Ausfuhrartikel. Der Export von Kork 
betrug 1878: Pfropfen 2,232,443,000 
Stück, Platten und Stücke 2,748,058 
kg it. a. 
Der Mineralreicht u m ist ein außer 
ordentlich großer, doch wird er sehr un 
vollkommen ausgebeutet. Mit Ausnahme 
der Quecksilbergruben und einiger Salz 
werke sind sämtliche Werke in den Hän 
den von Privaten. 1869 waren bes der 
Gewinnung von Erzen und Metallen in 
3276 Gruben über 45,000 Arbeiter be 
schäftigt. Nach den letzten Erhebungen 
sind die bedeutendsten Silberbergwerke 
in den Provinzen Almeria, Guadalajara 
und Tarragona. Quecksilber kommt aus 
zwölf Minen Von Almadén, wo 3000 Ar 
beiter beschäftigt sind. Eisenerz wird 
vornehmlich in Biscaya, Guipúzcoa, Na 
varra, Santander, Oviedo und Granada 
gewonnen, und die bedeutendsten Eisen 
hütten befinden sich in den Provinzen Na 
varra, Oviedo, Sevilla und Alicante. Au 
Kupfer besitzt die Provinz Huelva große
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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