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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

Vereinigte Staaten (Handel; Verkehrswesen). 521 
den Vereinigten Staaten nimmt nicht 
immer den bireften Weg; sie geht vielfach 
über die Niederlande, England, Belgien, 
zum kleinen Teil über Frankreich. Da 
gegen führte Deutschland 1878—79 fur 
2,i Mill. Mk. österreichische und für 5.6 
Mill, schweizerische Fabrikate aus. Die 
Hauptstärke des deutschen Exports liegt 
vor allem in den Erzeugnissen der Tertil- 
industrie, dann auch der chemischen und 
einzelner Zweige der Metallindustrie. An 
der gesamten Einfuhr von Baumwoll- 
w aren nimmt England mit 54,17 Proz., 
Deutschland mit 35,w Proz. teil. Nächst 
bedeutend ist die deutsche Einfuhr von 
Seiden waren, worin Frankreich, das 
mit 54,9 gegen unsre 28,4 Proz. betei 
ligt ist, allein voranstellt. Bei der Ein 
fuhr von Wollwarcn ist Deutschland weni 
ger stark beteiligt, ebensowenig bei Leinen 
waren, welche fast ausschließlich aus Eng 
land kommen. Auch der Importwert 
deutscher Chemikalien und Farbwaren ist 
ein verhältnismäßig unbedeutender und 
bei dem hohen Stande dieser Industrie in 
Deutschland und der Zollfreiheit sehr vie 
ler Gegenstände derselben ein unbegreif 
licher. Die Einfuhr von Deutschland stieg 
in jüngster Zeit bedeutend, von 149,5Mill, 
m. in 1879 auf 232,5 M. fDif. in 4880. 
Clearinghouses. Die Umsätze in 
den 22 Clearinghouses der Union wäh 
rend der letzten Jahre geben ein beredtes 
Bild von dem geschäftlichen Aufschwung 
wahrend dieser Zeit. Der Umsatz ist 
von 118,9 Milliarden Mark in 1878 auf 
163,4 Milliarden in 1879, also um mehr 
als 37 Proz., gestiegen. Drei Viertel 
dieser Summe entfallen auf New 3)oü 
(Umsatz 126 Milliarden), welches auch 
relativ, mit alleiniger Ausnahme von 
Kansas, den größten Aufschwung, nämlich 
um 46 Proz. gegen 1878, zeigt. Nur von 
Kansas City mit 66 Proz. wird eS über 
troffen, ein Hinweis auf die außerordent 
liche Entwickelung des »Far West«. Cha 
rakteristisch ist der Rückgang bei San Fran 
cisco um 21,9 Proz., was, wie die verhält- 
ni8n#ÍQ bet 0anfeïotk,bcr 
dort dominierenden Socialdemokratie zu 
geschrieben wird. . 
Bankerotte. Als cm günstiges Zei 
chen für wiederkehrende Prosperität muß 
die Verminderung nicht allein der Anzahl 
der Fallissements, sondern auch der Pas 
siva angesehen werden, welche 1879 ange 
meldet wurden. Nach dem Cirkular der 
Mercaiitile Agency von Dun, Barlow 
u. Komp, in New Pork war 1879 die Zahl 
der Bankerotte 6658, aber 1880 nur 
4735 und die Siimme der Passiva im letz 
ten Jahr nur 275,9 Mill.Mk. gegen 412,2 
Mill. Mk. in 1879 und 984,5 Mill. Mk. 
in 1878. Am ungünstigsten war das 
Verhältnis in den pacifischen Staaten; 
dort kam 1879 ein Bankerott auf 45 Ge 
schäfte , in den östlicheil auf 85, in den 
Südstaaten auf 93, in den Mittelstaateii 
auf 100 und in den westlichen Staaten 
auf 159 Geschäfte. 
Konsulate. Das Deutsche Reich un 
terhält Berufskonsuln in: Chicago, Cin 
cinnati, New Nork, San Francisco, St. 
Louis; Handelskonsuln in: Baltimore, 
Boston, Charleston, Galveston, Mobile, 
New Orleans, Philadelphia, Richmond, 
Savannah, Wilmington; Vicekonsuln in 
Darien und Norfolk; Konsularagenten 
ili Jndiaiiola und Washington. 
V. Verkehrswesen. 
1) Wasserstraßen. Die hauptsächlich 
sten derselbeii sind die, welche die westlichen 
und nordwestlichen Staaten mit Mont 
real durch die Seen, den St. Lorenzstrom 
und die kanadische,i Kanäle verbinden, die 
Wasserstraße zwischen denWest-nndNord- 
weststaateii nnb dem Hafen von New Pork 
über die Seen, den Eriekanal und den Hud- 
sonfluß, der Missisippi und seine Neben 
flüsse. Mehr als 30 Kanäle in einer Ge- 
sanitlänge von 6474 km erleichtern die 
Schiffahrt. Dennoch bewegt sich selbst von 
schweren Gütern, wie Kohle u. Eisen, weit 
aus der größte Teil auf den Eisenbahnen. 
2) Eisenbahnen. Ein Eisenbahn 
netz wie die Vereinigten Staaten hat kein 
andres Land; es steht dem Schieucnnetz 
von ganz Europa nur um 20,000 km 
nach und breitet sich jetzt wieder in unge 
ahnter Weise anö. Am 1. Jan. 4880 be- 
trugdieGesamtlängeallerBahnen169,424 
km, davon 137,040 km Hanptgeleise und 
32,384 km Hülfs-, Neben- und Verbin- 
dungögeleise. DaS riesige Anwachsen in
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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