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Lexikon der Handelsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Lexikon der Handelsgeographie
  • Title page
  • Contents

Full text

Belgien (Industrie). 
47 
aus welchen 14,899,175 Ton. gefördert 
wurden (fasti Mill, mehr als im Vorjahr). 
Die Ausrüstung der Bergwerke, die me 
chanischen Förderungsmittel, die Wasser- 
hubs- und Ventilationsmasàen haben 
von Jahr zu Jahr zugenommen, so daß 
die Steigerung im letzten Deeennium 
sowohl tn Bezilg auf Anzahl als Starke 
der Maschinen über 50 Proz. beträgt. 
Daher hahen sich die Gestehungskosten auf 
eme ziemlich bedeutende Höhe gehoben. 
Der Haldenwert der Kohlenausbeute ist 
dà enorm gesunken; 1873 betrug 
derselbe 275,849,000 Mk., 1877 nur 
1 o2,900,000 Mk., ein Rückschritt, der 
Itch nicht durch die nur wellig vermiitderte 
Produktion (1873:15,778,401 Ton.) er 
klären läßt. Die Ausfilhr voti Steinkohle 
ist daher sehr bedeutend; 1878 wurden 
eingeführt ausgeführt 
Steinkohle . . 701416 3 889411 Ton. 
Koks .... 20362 576607 - 
Der Wert dieser Ausfuhr bezifferte sich 
für Steinkohle auf 45,i Mili. Mk.,für 
Koks auf 9 Mill. Mk. Von Steinkohle 
geht ein nicht unbeträchtlicher Teil nach 
Frankreich, von Koks nach Deutschlaitd. 
Aber die Grenzen des belgischen Kohleit- 
marktö, welche sich 1870—71 infolge 
der durch den deutsch - französischen Krieg 
außergewöhnlich günstigenUiustände iveit 
über die Laildesgrenzcn hiilausgeschoben 
hatten, haben sich durch die deutsche und 
englische Konkurrenz sehr bedeutend ver 
engert. Deutsche Koks haben sogar in B. 
selbst Absatzgebiete gefunden, und England 
macht das französische Absatzgebiet strei 
tig. — Eisenerze wurden früher in 
weit bedeuteiidern Quantitäten gefördert 
al* (1865: 1,018,231 %wt., aber 
1876 nur 269,206 T.). Dieser Verfall der 
Bergiverke findet seine Erklärung darin, 
daß die Hohöfen Belgiens immer mehr 
die Minette aus Luxemburg verbrauchen. 
Während früher die Ausfuhr die Einfuhr 
bedeutend überragte, findet jetzt das umge 
kehrte Verhältnis statt. Noch i860 wurden 
nur 1486 Ton. ein- und 152,114 T. aus 
geführt, aber 1878 befaßte sich die Eisen 
industrie weit weniger mit der Gewin 
nung des Rohmaterials als mit der Ver 
arbeitung desselben; die Einfuhr von 
gegen nur 240,903,000 kg; ebenso wur- 
kg ausgeführt. Die Einfuhr wertete: 
Eisenerz rc. . . . 13,3 Mill. Mnrk 
Roheisen :c.. . . 18,2 - 
wogegen sich die Ailsfuhr auf ca. 3 Mill. 
Akk. bewertete. Diese Einfuhr kommt vor 
nehmlich aus England, Luxemburg und 
Preußen, während sich die Ausfuhr na 
mentlich nach Frankreich richtet. Weiter 
sind als wichtige Produkte des Bergbatis 
Blei und Zink zu nennen, wovoil 1878 
(ili Millionen Kilogramm) die 
Einfuhr Ausfuhr 
Blei .... 7,2 14,1 
Zink ... . . 1,9 38,8 
betrug. Zinn und Kupfer werden indes 
in überwiegend größern Quantitäten ein 
geführt. Als wichtige Handclsobjekte wä 
ren hier noch Kalk und Schiefer zu nen 
nen; von crsterm wurden 1878: 186 
Mill, kg mehr aus-, von letzterni 20 
Mill, kg mehr eingeführt; ferner Steine, 
von welchen die Mehrausfuhr 1878 die 
Höhe von 635 Mill, kg erreichte. Salz wird 
in B. gar ilicht gewonneii, aber nur Rohsalz 
(1878: 61,9 Mill, kg) importiert und in 
den belgischen Werken raffiniert. 
Industrie. 
In der Erzeugung von Eisenwaren 
aller Art steht B. groß da. Nägelfabrika 
tion auf mechanischcul Weg in großartigem 
Akaßstab wird bei Lüttich und Charleroi 
betrieben. Seit 1844 ist die Drahtfabrika- 
tion eingeführt, vornehmlich in Lüttich und 
Brüssel; älter sind die Blechfabriken um 
Huy, an der Ourthe und bei Hoyaux. Für- 
kleinere Eisenivaren ist Herstal bei Lüttich 
riebst Umgegend berühnit. Die Lütticher 
Waffenfabrikation hat Weltruf. Das groß 
artige Etablissement voir JohirCockerill zu 
Seraiug beschäftigt 8750 Arbeiter; als be- 
wegeiide Kraft dienen 259 Dampfmaschi 
nen mit 6600 Pserdekräfteii, und der täg 
liche Verbrauch air Breniiinaterial beläuft 
sich auf mehr als 1000 metr. Tonnen. Die 
jährliche Produktion hat eilten Wert von 
32,680,000ÄHöbm termite,unir; 
dm bisher 40,000 Maschinen und andre
	        

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Lexikon Der Handelsgeographie. Verl. des Bibliogr. Inst., 1882.
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